FUSSBALL
„Das A und O in dieser Liga ist, dass du marschieren kannst“
Lindlar – Der SV Frielingsdorf präsentierte sich im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die Bezirksliga als funktionierende Einheit und beendete die Saison auf einem starken sechsten Platz – OA sprach mit Trainer Andy Dreiner über das gute Abschneiden und die Weiterentwicklung der Mannschaft.
Der SV Frielingsdorf hat im Jahr eins nach der Rückkehr in die Bezirksliga eine exzellente Saison hingelegt und sich im Endklassement mit 46 Punkten den sechsten Platz geschnappt - Prädikat: bester Aufsteiger. Dabei stand primär das Erreichen des Klassenerhalts im Fokus, ein Risiko, in die rote Zone abzurutschen, bestand aber eigentlich nie. Besonders beeindruckend war das Finish mit sieben Siegen aus den letzten neun Partien. Lediglich gegen den späteren Meister SV Schönenbach kassierte die Elf von Andy Dreiner in dieser Phase eine (unglückliche) Niederlage. Auch die sportlichen Dellen Mitte der Hin- und zu Beginn der Rückrunde überstanden die Frielingsdorfer ohne größere Kratzer.
„Spieler, Trainer und der Verein können mit dem, was wir erreicht haben, absolut zufrieden sein, vor allen Dingen mit der Platzierung zum Schluss. Es gab sicherlich ein, zwei Momente, wo die Gefahr bestand, dass wir in eine Negativspirale geraten, aber die Mannschaft hat Comebackqualitäten gezeigt und ist nach Nackenschlägen immer wieder zurückgekommen“, zieht Dreiner nach seiner Debüt-Spielzeit als Chefcoach im Scheelbachtal ein positives Fazit. Dabei war der Kader speziell in der ersten Saisonhälfte wochenlang stark dezimiert, sodass der Übungsleiter viel improvisieren musste. Doch selbst die enormen Personalprobleme wurden weitgehend kompensiert – dem großen Aufgebot und der Unterstützung der 2. Mannschaft sei Dank.
So lag Frielingsdorf bereits nach dem Bergfest mit 20 Zählern im Soll, nach der Winterpause konnte man die Ausbeute sogar noch verbessern - und die Erfolgsserie mit einigen Galaauftritten wie dem 5:1 gegen Titelbewerber DJK Südwest Köln garnieren. Dreiner spricht von einer konstanten Saison, sieht jedoch auch die Weiterentwicklung. So bekam man die anfänglichen Defensivprobleme in den Griff, stellte nach der Winterpause die viertbeste Abwehr der Liga. Das Prunkstück ist indes die Offensivreihe um Philipp Schmidt, der sich sogar die Torjägerkrone sichern konnte, Justin Ufer (Zweiter der Torschützenliste) und Niklas Yegin, der ebenfalls eine zweistellige Zahl an den Toren erreichte. Lediglich Deutz und Südwest Köln trafen häufiger als der SVF.
Dreiner ist in diesem Zusammengang wichtig, die Verdienste der Akteure zu würdigen, „die unsere Jungs da vorne in Szene setzen. Wir sind im Verlauf der Saison im Aufbauspiel stabiler und reifer geworden. Wir hatten nach der Winterpause wieder mehr Spieler an Bord und die Automatismen haben besser gegriffen“, unterstreicht der Trainer, der sich darüber freut, dass sich seine Schützlinge „so schnell, gerade in der Offensive, an die neue Klasse angepasst haben. Daran haben wir intensiv gearbeitet.“ Stichwort Intensität: Dieses Schwerpunktthema gelte es weiterhin im Auge zu behalten, denn: „Das A und O in dieser Liga ist, dass du marschieren kannst“, seien laut Dreiner Attribute wie eine gute Physis sowie Willen und Entschlossenheit zentrale Faktoren für ein erfolgreiches Abschneiden.
An der taktischen Feinjustierung wird in der Sommervorbereitung gearbeitet. „Unser Umschaltspiel ist für die Gegner kein Riesengeheimnis mehr. Daher wollen wir sehen, dass wir Plan B oder Plan C vertiefen, damit wir mehr Variabilität in unser Spiel reinbekommen.“ Dreiner ist bewusst, dass die zweite Saison nach einem Aufstieg mit Schwierigkeiten behaftet sein kann, baut deshalb keine Luftschlösser. „Das Ziel des Vereins, auch mit den Mitteln, die wir haben, ist, sich langfristig in der Bezirksliga zu etablieren“, betont er. In der neuen Spielzeit erhalte die Liga eine andere Struktur, allein durch die Derbys gegen die Aufsteiger Lindlar und Wipperfürth sowie Absteiger Hohkeppel II – Duelle mit einem ganz eigenen Charakter.
Zu den bisher bekannten Neuzugängen Leon Schmidtke (SSV Süng) und Lorenzo Provenzano (TuS Lindlar) sollen noch weitere hinzukommen, spruchreif ist jedoch noch nichts. Zudem wird der eine oder andere Langzeitverletzte zum Vorbereitungsstart zurückerwartet. Felix Krüger (zurück zum FV Wiehl), Jesse Lück (SV Schnellenbach), Julian Buss (SG Agathaberg) sowie Norman Lemke und Gianluca Fliegner (hören beide auf) stehen nicht mehr zur Verfügung.