HANDBALL
Lehrstunde im Topspiel
Oberberg - Oberwiehl ist aufgrund einer harmlosen Offensive gegen Rösrath/Forsbach chancenlos - Hückeswagen erkämpft sich gegen Nippes einen Punkt - Wahlscheid erlebt Lehrstunde bei der Rückkehr auf die Verbandsebene (AKTUALISIERT).
CVJM Oberwiehl - HSG Rösrath/Forsbach 25:35 (10:17).
Beim CVJM Oberwiehl ahnte man schon vor dem Anwurf, dass am Premierenspieltag der Saison 2026/27 ein ganz dickes Brett auf die Oberwiehler Verbandsligahandballer warten würde. Die ohnehin schon starke HSG aus dem Nachbarkreis hatte sich nämlich im Sommer noch einmal verstärkt, sodass sie in Fachkreisen als heißer Meistertipp gehandelt wird. Und diese Einschätzung sollte sich am Samstagabend in Oberwiehl zügig bestätigen: Rösrath/Forsbach hatte das Kräftemessen in der Halle des Bonhoeffer-Gymnasiums jedenfalls von der ersten Sekunde an völlig im Griff und bereits nach zwölf Minuten einen Fünf-Tore-Vorsprung (2:7) herausgeworfen.
[Kreisläufer Daniel Rischikov versucht sich durchzusetzen.]
Und auch der Folge blieb es bei der Dominanz der Gäste, die freilich auch enorm von der schwachen ersten Halbzeit der Hausherren profitierten. Insbesondere in der Offensive der Oberbergischen lief wenig bis gar nichts zusammen. "Wir haben in den ersten 25 Minuten gerade mal fünf Treffer erzielt und uns im gesamten Match 28 Fehlwürfe erlaubt, davon um die 20 Freie", zeigte sich CVJM-Coach Christian Schüttenhelm denkbar unzufrieden mit dem Angriffsspiel der Seinen, die immer wieder am gegnerischen Keeper scheiterten und diesen zum "Spieler des Abends" warfen.
Beim 10:16 zur Pause waren die Weichen auf jeden Fall längst in Richtung Handballspielgemeinschaft gestellt. Nach Wiederanwurf konnten die Gastgeber die Geschehnisse zumindest ein wenig freundlicher gestalten - ohne den Spielfilm wirklich ändern zu können. "Die zweite Hälfte war zwar ausgeglichener, aber mit unserer Wurfquote kann man einfach kein Spiel gewinnen", analysierte Schüttenhelm die recht einseitigen 60 Minuten. (uk)
Oberwiehl: Arthur Gartung (8/3), Dario Barth (7), Daniel Rischikov (3), Johannes Schneevogt, Frederik Schneider, Lennart Frielingsdorf (je 2), Julian Klein (1).
ATV Hückeswagen – TK Nippes 21:21 (12:13).
Den 21:21-Ausgleich 55 Sekunden vor Schluss warf Spielertrainer Lucas Frischmuth höchstpersönlich. Er krönte damit die Aufholjagd der Hückeswagener Verbandsliga-Handballer, die in der Schlussphase einen 18:21-Rückstand (53.) noch aufgeholt hatten. „Das hat heute Spaß gemacht. Das Unentschieden fühlt sich für uns wie ein Sieg an“, so der Linksaußen. Zunächst hatten die ATV-Handballer aber nervös begonnen und liefen einem schnellen 1:5-Rückstand (5.) hinterher, der anschließend aber in eine 7:5-Führung (13.) gedreht wurde. „Wir mussten uns anfangs noch akklimatisieren. Nachdem die Anfangsnervosität weg war, klappten aber unsere Konzepte“, so Frischmuth.
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[Julian Klein kam auf einen Treffer gegen die HSG-Abwehr, die unter anderem vom Ex-Nümbrechter Kevin Schieferdecker (r.) organisiert wurde.]
In der Folge entwickelte sich bis zur Pause ein ausgeglichenes Spiel, obwohl Hückeswagen bereits nach einer Viertelstunde auf Philipp Borisch verzichten musste, der umgeknickt war. Doch die jungen Spieler sprangen in die Bresche – sehr zur Freude Frischmuths. Nach dem Seitenwechsel lagen meist die Kölner knapp vorn, Hückeswagen blieb dank seines überragenden Torhüters Karl Gembler (Quote über 50 Prozent) aber im Spiel und belohnte sich schließlich selbst. „Es zeichnet die Mannschaft aus, dass sie nicht aufgibt. Auch die Kommunikation im Trainerteam hat gut funktioniert, als ich selbst gespielt habe. Wenn wir das immer so lösen können, sollten noch mehr Punkte drin sein“, so der ATV-Trainer. (pn)
Hückeswagen: Til Kuhlwilm (5), Felix Scheider (4/2), Arne Höhfeld (3), Lucas Frischmuth, Fabio Krempel, Timon Schneider (je 2), Philipp Borisch, Maximilian Cantow, Maximilian Hoffmann (je 1).
HSG Refrath/Hand II – TV Wahlscheid 28:14 (15:8).
Das nennt man wohl eine Lehrstunde. Die Handballer des TV Wahlscheid sind bei ihrer Verbandsligapremiere auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet. Bei der HSG Refrath/Hand II verlor das Team von Daniel Rodriguez deutlich mit 14:28. „Willkommen in der Verbandsliga“, flüchtete sich der Coach anschließend in Sarkasmus. „Mit dieser Leistung wird es ganz schwierig. 14 Tore sprechen für sich. Das brauchen wir nicht schönreden.“ Trotz allem zeigte sich Rodriguez aber auch optimistisch: „Wir werden über die Saison lernen, aber heute war das eine Lehrstunde in allen Bereichen.“
Die Gäste mussten kurzfristig auf den erkrankten Martin Sterling verzichten. Auch Marvin Scholz konnte nur zu Siebenmetern eingesetzt werden. Schon beim 4:0 (6.) deutete sich der spätere HSG-Sieg an. Zwar kamen die Gäste noch einmal zum 5:5-Ausgleich (12.), mussten den Gegner dann aber über 11:7 (19.) bis zur Pause davonziehen lassen. An der Überlegenheit der Gastgeber änderte sich auch im zweiten Durchgang wenig und die HSG-Reserve feierte über 22:12 (50.) einen ungefährdeten Sieg. „Das war total gehemmt. Wir hatten kein Tempospiel und ich hatte den Eindruck, dass wir zu viel Respekt vor der neuen Liga haben“, so Rodriguez, der allein 18 technische Fehler zählte. Einziger Lichtblick: Torhüter Daniel Heyne mit einer starken 38-Prozent-Quote. (pn)
Wahlscheid: Georg Röttger (3), Philip Bansen, Lars Bauder (je 2), Marvin Scholz (2/2), Philip Kremer, Mikka Fischer, David Chebeko, Niklas Huysecom, Ben Schimanski (je 1).
KOMMENTARE
1
Jetzt muss man Wahlscheid aber auch etwas in Schutz nehmen. Refrath ist eine sehr gute Truppe, die gerade in der heimischen Halle sehr stark sind. Ich würde dieses Spiel nicht als Gradmesser nehmen.
Was man von den aktuellen Hallenbedingungen in Wahlscheid hört, ist es bestimmt mit dem Training dort auch nicht so einfach. Also warten wir mal ab, das wird sich einpendeln! Weiterhin viel Erfolg den Jungs aus Wahlscheid!
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