Bilder: AKKH/M.Schnadwinkel.
ARCHIV
Forscher ergründen Oberbergs Unterwelt
Engelskirchen - Weitere Gänge und Hallen im Wallefelder Hülloch entdeckt - Größter bisher bekannter oberbergischer Hohlraum soll weiter erkundet werden.
Von Veronique KochGestern fanden sich im Engelskirchener Rathaus Vertreter unserer Region, des Arbeitskreises Kluterthöhle und der Biologischen Station Oberberg bei Bürgermeister Dr. Gero Karhaus ein, um über die bisherigen Forschungsergebnisse der Wallefelder Höhle zu berichten und weitere Pläne zu besprechen.

Das Wallefelder Hülloch taucht in historischen Dokumenten erstmals 1755 auf. Höhlenforscher fanden Spuren, die auf mittelalterlichen Bergbau hindeuten, und stellten zudem fest, dass die Höhle 1879 von einer Brauerei als Bierkeller benutzt wurde. Ab 1978 wurde das Hülloch mit aller Art Schutt und Müll zugekippt. Seit 2000 steht die Wallefelder Höhle nach dem "Natura 2000" Programm der EU zur Bewahrung des Lebensraumes von bestimmten Tieren und Pflanzen unter besonderem Schutz. Sie ist damit als einzige Naturhöhle des Bergischen Landes ein FFH-Schutzgebiet. Bewahrt werden sollen dadurch vor allem die seltenen Fledermausarten, die das Hülloch als Winterquartier nutzen. Die Höhle bietet unter anderem der Teichfledermaus, der Wasserfledermaus, dem großen Mausohr, der kleinen Bartfledermaus und der Fransenfledermaus ein Zuhause und gilt unter Biologen als bedeutendstes Fledermaus-Winterquartier im Bergischen Land.

Alle Beteiligten gehen davon aus, dass die Höhle noch um einiges größer ist und planen, sie weiter zu erkunden und freizulegen. Es bleibt weiter spannend in der Oberbergischen Unterwelt, verkündete Bürgermeister Dr. Gero Karthaus. Zudem sollen die Bergbauspuren genauer untersucht und der Schutt, vor allem das verfaulende Holz, welches schädlich für die Fledermäuse ist, weiter beseitigt werden. Der Arbeitskreis ruft interessierte Bürger zur Mithilfe auf und wäre dankbar, wenn jemand weitere historische Informationen zu der Höhle liefern könnte. Wir können uns als Gemeinde glücklich schätzen, ein so engagiertes Forschungs-Team zu haben und wollen dieses auch so weit wie möglich unterstützen, so Karthaus.

[Bild: Veronique Koch --- Engelskirchens Bürgermeister Dr. Gero Karthaus, Vorsitzender des Arbeitskreises Kluterthöhle Stefan Voigt, Vorsitzender der Biologischen Station Oberberg Frank Herhaus und Mitarbeiter des Oberbergischen Kreises Volker Scheffels-von Scheidt (v.l.) freuen sich auf weitere Entdeckungen im Hülloch.]
