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Neue Bäckerei: Morgen eröffnet „Plan B“

ks; 05.08.2026, 21:30 Uhr
Foto: Katharina Schmitz --- Andreas Bujock zusammen mit seinem Sohn Liam.
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Neue Bäckerei: Morgen eröffnet „Plan B“

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ks; 05.08.2026, 21:30 Uhr
Gummersbach – Die Familie Bujock hat fünf Filialen der ehemaligen Bäckerei Lange übernommen – Mix aus Neuem und Altbekanntem.

Eins vorweg: die Nizzatorte bleibt! Für das Team von „Plan B“ sind es die letzten Stunden vor der Neueröffnung. Die Anspannung ist groß; an allen Ecken und Enden wird heute noch getüftelt und gewerkelt, ehe morgen fünf Filialen der ehemaligen Bäckerei Lange unter einem neuen Namen wiedereröffnet werden. Viele Mitarbeiter der einstigen Gummersbacher Traditionsbäckerei haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam etwas Neues zu wagen. Nachdem Hartmut Lange im März bekanntgegeben hatte, zum 1. August in den Ruhestand gehen zu wollen, haben viele Angestellte einen Plan B gebraucht, im wahrsten Sinne des Wortes – und dieser „Plan B“ wird nun zur Realität.

 

Zusammen mit seinen Söhnen Giannino (26) und Gerardo (24) hat Andreas Bujock die neue Bäckerei „Plan B“ gegründet. Vor 16 Jahren hat er als Quereinsteiger bei der Lange Bäckerei angefangen. „Eigentlich wollte ich gar nicht so lange bleiben“, erzählt der 49-jährige Gummersbacher heute im Gespräch mit OA. Aber er habe sich wohlgefühlt. Hartmut Lange sei ein Familienmensch, die Bäckerei ein Familienunternehmen gewesen. „Es hat mir Spaß gemacht, und mit der Zeit habe ich immer mehr Verantwortung übernommen.“ Andreas Bujock war zuletzt als Betriebsleiter tätig, Giannino ist Bäcker geworden und war seit zehn Jahren in der Bäckerei Lange beschäftigt und Gerardo seit sechs Jahren im Fuhrpark und im Versand.

 

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Die Nachricht, dass die Bäckerei Lange ihren Betrieb zum 31. Juli einstellen wird, hat vielen Mitarbeitenden den Boden unter den Füßen weggezogen. An das Datum kann sich Bujock noch sehr genau erinnern. Es war der 17. März, sein Hochzeitstag. „Es war schon klar. Es war eine Frage der Zeit, dass er aufhören wird“, sagt Bujock über Hartmut Lange. „Wir waren eine Woche im Schockzustand“, erinnert sich Simone Messmer. Sie ist gelernte Konditorin, war in der Verwaltung der Bäckerei Lange tätig – und ist nun „die rechte und auch linke Hand“ von Andreas Bujock. Irgendwann sei dem 49-Jährigen die Idee gekommen, selbst einen Betrieb zu gründen – eigentlich eine Schnapsidee, wie er sagt: „Ich wollte sowas nie machen.“

 

Innerhalb von vier Monaten hat das „Team Bujock“ nun ein neues Unternehmen gegründet. Nachts haben sie in der Backstube der Bäckerei Lange gearbeitet und danach den Aufbau eines neuen Betriebs vorangetrieben. Drei oder vier Stunden Schlaf – das musste reichen. Dabei galt es auch, diverse bürokratische Hürden zu überwinden. „Ein Hauptproblem war, dass wir keinen Meister hatten, also keinen Bäcker- oder Konditormeister“, erklärt Bujock. Für „Plan B“ gelte nun eine Ausnahmeregelung: gegründet wurde der Betrieb mit einem Altgesellen. Zum Team gehört auch Tina Bujock, die Frau von Andreas Bujock. Sie ist gelernte Konditorin, war seit zwölf Jahren beim Lange beschäftigt – und möchte nun zur Meisterschule gehen und ihren Konditormeister machen.

 

Auch wenn die Bäckerei von der Familie Bujock gegründet worden ist, ist Andreas Bujock eines ganz wichtig: „Das hier ist eine große Familie, es ist die Familie ‚Plan B‘“. Starten werden sie nun mit fünf Filialen: dem Café Berges sowie den Geschäften in der Moltkestraße, auf dem Hepel, auf dem Bernberg und in Wiehl-Marienhagen. Die Backstube im Café Berges wurde kernsaniert, der alte Backofen ausgebaut. Künftig soll dort die Konditorei von „Plan B“ arbeiten. Auch Snacks sollen auf dem Steinberg produziert werden. Brötchen, Brote, Teilchen und Blechkuchen sollen in der Backstube in Marienhagen hergestellt werden.

 

Für „Plan B“ hat das Team ein neues Konzept entwickelt – Produkte in altbekannter Tradition, aber auch einige Neuheiten. Dazu gehört auch ein Catering für Firmen, Altenheime und Hotels. Mit Sahra Nastke gehört eine gelernte Köchin zu „Plan B“, die ein Faible für Catering habe. „Wir machen auch Salatbowls, abgestimmt auf eine proteinreiche Ernährung“, erklärt Simone Messmer. Nach den Sommerferien soll es im Café Berges und auf dem Hepel an den Wochenenden ein Frühstücksbuffet geben, unter der Woche können die Gäste aus einer Karte auswählen. Für viele Gummersbacher auch wichtig: die beliebte Nizzatorte wird es auch in Zukunft geben. Außerdem soll die Filiale in der Moltkestraße künftig auch am Wochenende geöffnet sein, samstags bis 12:30 Uhr und sonntags bis 11 Uhr.

 

Los geht es am Donnerstag um 5 Uhr. Fast 50 Mitarbeiter gehören zum Team, ein Großteil davon hat zuvor bei der Bäckerei Lange gearbeitet. Gesucht werden noch Mitarbeiter für den Verkauf und die Konditorei. „Wir wollen uns etablieren, weiterentwickeln, bei den Leuten gut ankommen – familiär und mit Freundlichkeit. Und wir wollen vermitteln: das Handwerk bleibt“, sagt Andreas Bujock. Vielleicht wird es für „Plan B“ irgendwann auch mal darum gehen, das Unternehmen um weitere Filialen zu ergänzen. „Aber das ist Zukunftsmusik“, sagte Bujock abschließend.

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