BLAULICHT
Gefahr für Fachwerkhaus: „In der Zwischendecke wurden mehr als 300 Grad gemessen“
Waldbröl – In Seifen brannte es in einem Wohnhaus – Rußbrand in Kamin zog in die Decke – 40 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Kein Durchkommen gab es heute Vormittag für einige Stunden durch den Waldbröler Ort Seifen. Der Grund: Die Feuerwehr musste einen Brand in einem bewohnten Fachwerkhaus löschen. Das Feuer wurde als Rußbrand im Kamin um 9:53 Uhr gemeldet, wie Feuerwehrchef Daniel Wendeler vor Ort Auskunft gab. Abgesetzt hatten den Anruf die Anwohner selbst. Nachdem der Einsatzleiter und stellvertretender Feuerwehrleiter Rene Reissig-Hochweller als erstes in Seifen angekommen war, habe schnell die Einsatzstufe erhöht werden müssen, da deutlich wurde, dass man unter Atemschutz ins Gebäude muss.
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Reissig-Hochweller beobachtete sowohl Rauch aus dem Dach als auch im Gebäude. Ein Trupp unter Atemschutz erkundete zunächst mit einer Wärmebildkamera die Lage. „In der Zwischendecke wurden mehr als 300 Grad gemessen“, so Wendeler. Dementsprechend musste die Decke geöffnet werden, um das Feuer löschen zu können. Dazu waren zwei Trupps unter Atemschutz im Innenangriff tätig. „Das Feuer hatten wir dann schnell unter Kontrolle.“
Allerdings war unklar, ob das Feuer, das vom Kamin in die Decke gezogen sei, auch tragende Teile des Fachwerkhauses zerstört habe. Um den Schaden einzuschätzen, bestellte die Feuerwehr den Baufachberater des THW nach Seifen. Nach Begutachtung des Hauses erteilte dieser aus statischer Sicht die Freigabe. Die Feuerwehr riet der Bewohnerin allerdings aufgrund der Geruchsbelästigung, die Nacht woanders zu verbringen.
Nach drei Stunden war der Einsatz für die 40 Feuerwehrfrauen und -männer vorbei. Vor Ort waren die Einheiten aus Waldbröl und Heide sowie aus Windeck-Rosbach. Auch die Polizei und der Rettungsdienst zur Absicherung der Einsatzkräfte waren in Seifen. Die genaue Ursache des Feuers ist unklar. Verletzte gab es keine.