HANDBALL
Vor dem Heimspiel gegen Minden: Weiter Sorgen um Vidarsson
Gummersbach – Der Kreisläufer fällt nach seiner Gehirnerschütterung weiterhin aus – Das Sigurdsson-Team will gegen den Abstiegskandidaten seine Hausaufgaben erledigen - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
VfL Gummersbach – GWD Minden (Samstag, 20 Uhr, SCHWALBE arena).
Die Szene hatte kaum jemand mitbekommen, hatte aber schwerwiegende Folgen. Im Heimspiel gegen FRISCH AUF! Göppingen erlitt Gummersbachs Kreisläufer Ellidi Vidarsson gleich zwei Kopfverletzungen. Neben dem für jeden sichtbaren Cut an der Nase musste der Co-Kapitän auch einen Schlag auf den Hinterkopf hinnehmen. Mit gravierenden Folgen. Schon das Auswärtsmatch in Erlangen verpasste der Isländer wegen einer Gehirnerschütterung. Und auch während der Länderspielpause war an Training nicht zu denken.
Auch fürs Wochenende rechnet Gummersbachs Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson nicht mit einem Einsatz seines Landsmanns. „Es ging ihm nach dem Spiel gegen Göppingen nicht gut. Und selbst bei ganz wenig Belastung hat sein Körper im Training wieder reagiert. Wir werden da überhaupt kein Risiko eingehen“, weiß Sigurdsson, dass mit Kopfverletzungen nicht zu spaßen ist. Für Vidarsson wird gegen Minden voraussichtlich wieder U20-Spieler Patrick Kiesewalter in den Profikader hochgezogen.
Einige VfL-Handballer gehen derweil absolut ausgeruht in das drittletzte Saisonspiel. Während die Nationalspieler in der WM-Qualifikation oder bei Testspielen unterwegs waren, haben die verbliebenen VfL-Spieler von Sigurdsson nach dem Erlangen-Spiel frei bekommen. Erst am Dienstag traf sich das Team wieder in der SCHWALBE arena. „Wir waren so wenig Leute hier und es ist so spät in der Saison. Die Pause war gut für die Jungs“, meint der VfL-Trainer.
Schon nach dem Match gegen Minden steht wegen des Final Four in der European League die nächste längere Pause an. Elf Tage sind es bis zum letzten Auswärtsspiel beim neuen Deutschen Meister SC Magdeburg, der sich am Donnerstagabend im Topspiel gegen Flensburg den Titel holte. Sigurdsson will die Zeit mit kürzeren, dafür intensiveren Trainingsintervallen überbrücken. „Es ist schwer die Intensität eines Bundesligaspiels zu simulieren“, sagt er.
Aus den verbleibenden drei Spielen gegen Minden, in Magdeburg und gegen die Rhein-Neckar Löwen will der Isländer das Maximum herausholen. In der Tabelle dürfte für die Oberberger allerdings nicht mehr viel gehen. Platz vier scheint angesichts von sechs Punkten Vorsprung und dem besseren Torverhältnis gegenüber dem THW Kiel bereits abgesichert zu sein. Auch nach oben ist kaum noch etwas möglich. Berlin und Flensburg haben beide drei Punkte Vorsprung und das wesentlich bessere Torverhältnis.
An die Champions League will Sigurdsson daher auch keine Gedanken verschwenden. „Es liegt nicht in unserer Hand, deshalb machen wir unseren Job und beschäftigen uns nur mit Minden.“ Gestört haben ihn die letzten Auftritte gegen Göppingen und Erlangen, wo sein Team jeweils eine schwache Hälfte ablieferte. Vor allem die vielen Fehler in Erlangen sind für ihn nicht mit fehlender Fitness zu begründen. „Die Werte sind die gleichen. Die Jungs sind fit. Man sieht, dass der Kopf im Sport eine große Rolle spielt. Diese letzten zwei, drei, vier Prozent hat man in Erlangen gesehen“, sagt er.
Gegner Minden kämpft indessen ums nackte Überleben in der Bundesliga. Nachdem Leipzig nach der gestrigen 27:33-Niederlage gegen Melsungen so gut wie abgestiegen ist, entscheidet sich der zweite Absteiger wohl zwischen den punktgleichen Teams aus Minden und Wetzlar. „Man sieht, dass die Teams da unten wie verrückt darum kämpfen, in der Liga zu bleiben. Uns erwartet eine Mannschaft, die aus der zweiten Reihe sehr gefährlich ist“, warnt Sigurdsson vor den Ostwestfalen. Beste Torschützen bei GWD sind Mittelmann Ian Weber (116 Tore) und der Halbrechte Philipp Vorlicek (99). Dazu hat Minden mit Malte Semisch und dem Ex-Gummersbacher Tibor Ivanisevic zwei Torhüter, die an guten Tagen ihr Tor vernageln können.
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