POLITIK

Feuerwehr bald im Gewerbebetrieb?

ls; 22.05.2026, 15:00 Uhr
POLITIK

Feuerwehr bald im Gewerbebetrieb?

ls; 22.05.2026, 15:00 Uhr
Wipperfürth – Im Bauausschuss wurde über die Feuerwehrhäuser berichtet – Diskussion über Notunterkünfte – Friedhöfe könnten kleiner werden – Bezahlkarte steht vor Einführung.

Von Leif Schmittgen

 

Die Lösung für ein neues Feuerwehrhaus in Klaswipper könnte womöglich deutlich günstiger werden, als noch vor rund anderthalb Jahren von der Firma kPlan prognostiziert (OA berichtete). Das Thema wurde in der gestrigen Sitzung des Wipperfürther Bauausschusses behandelt. Denn kurzfristig hat sich für die Verwaltung der Kauf eines Gewerbegrundstücks in der Straße „Schlieper Kamp“. Die bestehende Immobilie könnte in ein Feuerwehrhaus umgebaut werden.

 

„Die eigentlich kalkulierten Neubaukosten von zwei Millionen Euro werden deutlich unterschritten", so die Hoffnung von Hans-Peter Müller (CDU). „Wir wollen so wenig wie möglich investieren“, sagte Ordnungsamtschef Marius Marondel mit Blick auf die ohnehin sehr angespannte Haushaltslage. Per Eilentscheid hatte der Rat die Kaufabsicht nach Hinweis der Wehrführung bereits gebilligt, das konkrete Vorhaben wurde im gestrigen Ausschuss thematisiert.

 

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Die Pläne für die vier übrigen Feuerwehrhäuser befinden sich in unterschiedlichen Stadien. Marondel skizzierte im Gremium den aktuellen Sachstand. In Thier läuft ein Teilnehmerwettbewerb und Angebote werden zeitnah erwartet. In Kreuzberg wird Baurecht geschaffen, indem man unter anderem eine Flächennutzungsplanänderung anstrebt. In Hämmern wurde eine zusätzliche kleine Teilfläche auf dem ohnehin großen Grundstück erworben und erweiterte Unterbringungsmöglichkeiten sollen geprüft werden. In Egen befindet man sich auf Grundstückssuche, verwaltungsintern gebe es konkrete, aber noch nicht spruchreife Überlegungen, das Gleiche gelte für Dohrgaul. Diese Einrichtung befinde sich vergleichsweise noch im besten Zustand und stehe als letzte Maßnahme an. Laut Marondel gebe es hier Überlegungen, auf dem selben Grundstück nachzubessern. Zudem werden Alternativstandorte verwaltungsintern beleuchtet.

 

Ebenfalls Thema war gestern der geplante Abriss und Neubau der Notunterkünfte an der Lenneper Straße. Nach Ansicht von Verwaltung und Politik befinden sich die Obdachlosenunterkünfte in der ehemaligen Gaststätte in einem „menschenunwürdigen Zustand“. Eine Sanierung wird im Rathaus wegen der desolaten Bausubstanz ausgeschlossen. Das Gremium empfahl schließlich den Abriss. In welcher Form der Neubau entsteht, soll später geklärt werden. Dafür hatte sich in dieser Woche auch der Schul- und Sozialausschuss ausgesprochen.

 

Zuvor gab es allerdings Kritik von Sabine Förster (AfD). Sie forderte die Verwaltung auf, die Unterbringungszahlen zu prüfen und lehnte den Abriss energisch ab. Stattdessen verwies sie auf sinkende Belegungszahlen. Unter anderem gebe es 17 abgewiesene und damit ausreisepflichtige Asylbewerber, die man – verlassen die Menschen Deutschland – außerdem abziehen könne. Eine Aufstockung der Container an der Bahnstraße sollte die Verwaltung stattdessen in Betracht ziehen. Harsche Kritik erntete der Vorstoß von Hans-Peter Müller und der CDU, Förster würde zum einen Unterschiede bei den Staatsbürgerschaften der unterzubringenden Menschen machen und sie sei zum anderen nicht auf dem aktuellen Kenntnisstand, was aber ihre Pflicht sei.

 

„Wir haben in den vergangenen fünf Jahren ausgiebig über das Thema diskutiert und dazu bin ich nun nicht mehr bereit“, sagte Bürgermeisterin Anne Loth. Zumal empfahl sie der AfD-Politikerin, sich die Zustände vor Ort einmal persönlich anzuschauen. Mit den Anliegern in der Bahnstraße habe man die einstige Containerlösung vereinbart und werde auch mit der Aussage, die Anlage dort nicht länger als fünf Jahre zu betreiben, nicht wortbrüchig. Marondel ergänzte, dass die von Förster vorgetragenen Zahlen keineswegs statisch, sondern flexibel seien und sich jederzeit wieder ändern könnten.

 

Ausschuss kompakt
 

  • Die Zahl der Friedhöfe könnte sich in den kommenden Jahrzehnten deutlich reduzieren, weil sich die Bestattungsform von Erd- zugunsten Feuerbestattungen seit 2016 verschoben hat. Grünflächenchef Ralf Hagen berichtete im Ausschuss, dass inzwischen über 80 Prozent Urnenbeisetzungen durchgeführt werden. Wie mit den freigewordenen Flächen umzugehen sei, müsse von der Politik diskutiert werden. Weil teilweise Liegezeiten von 30 Jahren bestehen, sei die mögliche Umwidmung von Flächen von langfristiger bedeutung. Die Entscheidung käme frühestens in 30 Jahren zum Tragen. Einstimmig wurde die Gründung eines Arbeitskreises beschlossen, der das Thema im Detail beleuchten wird.
     
  • Der Schul- und Sozialausschuss hat in dieser Woche die Einführung der Bezahlkarte für Asylbewerber vorgeschlagen - gegen die Stimmen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Entscheidet der Rat im Juli final über die Einführung, wären monatlich nur noch Bargeldabhebungen in Höhe von 50 Euro möglich. Im Rathaus hofft man auf Einsparung von Verwaltungsaufwand. Im Einzelfall sollen unbürokratische Lösungen beim Sozialamt, wo bislang Barauszahlungen für Menschen ohne Girokonto stattfinden, möglich bleiben.

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