WIRTSCHAFT

IG Metall ruft zum Warnstreik auf

Red; 09.03.2021, 14:19 Uhr
WIRTSCHAFT

IG Metall ruft zum Warnstreik auf

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Red; 09.03.2021, 14:19 Uhr
Oberberg - Rund 8.500 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie beenden am kommenden Montag ihre Arbeit frühzeitig - Gewerkschaft wirft Arbeitgebern Verweigerungshaltung vor.

„Die IG Metall ist auch in komplizierten Zeiten kampffähig, sagte Werner Kusel Geschäftsführer der IG Metall in Gummersbach. Kusel weist darauf hin, dass die IG Metall keine klassischen Warnstreiks vor den Werktoren durchführen wird, sondern zu Frühschluss Aktionen aufruft. Das heißt: In allen Betrieben wird zwei Stunden früher Feierabend gemacht. Dennoch findet auch eine zentrale Kundgebung im Autokinoformat am Montag, 15.3, auf dem Festplatz in Gummersbach statt. Hierzu rechnet die Gewerkschaft mit rund 180 Autos, die sich auf dem Festplatz auf dem Steinberg in Gummersbach versammeln werden. Für die Bildübertragung wird eine LED-Leinwand zu Verfügung stehen und der Ton ist in der Zeit von 13 bis 16 Uhr auf der UKW Frequenz 96,9 zu empfangen, sodass die Teilnehmer die Reden im Auto hören können.

 

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Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde Einkommenssteigerungen von vier Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit. Außerdem will die IG Metall einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge schaffen und die Perspektiven für Auszubildende und dual Studierende verbessern. Kusel, der auch Mitglied der nordrheinwestfälischen Verhandlungskommission ist, sagte hierzu: „Zu all den Themen gibt es nach vier Verhandlungsrunden keine konkreten und verbindlichen Vorschläge der Arbeitgeber. Die Warnstreiks sind nun eine Antwort der Beschäftigten auf diese Verweigerungshaltung.“ Auch wollten die Arbeitgeber Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld wieder zur Disposition stellen.

 

Kusel ist überzeugt, dass der Konsum angekurbelt werden müsse, damit die pandemie-bedingte Krise schnell überwunden werde. Alles spreche für eine maßvolle Entgelterhöhung. "Es braucht jetzt ein klares Signal für die Zeit nach der Krise und kein predigen von Verzicht“, so der Gewerrkschafter. Kusel weist darauf hin, dass im vergangenen Jahr rund 600 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie in Oberberg durch Interessenausgleiche und Sozialpläne verloren gegangen seien. Die Bewältigung der letzten großen Wirtschaftskrise 2010 habe gezeigt, wie wichtig es sei, dass die Mannschaft an Bord bleibe. So sei es gelungen nach Ende der Krise wieder schnell Fahrt aufzunehmen und aus dem wirtschaftlichen Tal zu kommen. „Wir brauchen die Möglichkeit einer Absenkung der Arbeitszeit, zum Beispiel auf eine Vier-Tage-Woche, mit Teilentgeltausgleich. Das ist ein wichtiges Instrument zur Beschäftigungssicherung in unsicheren Zeiten."

 

Scharfe Kritik übt Kusel am Verhalten der Unternehmen in Sachen Ausbildung: „Im Krisenjahr 2020 ist die Zahl der Ausbildungsverträge auch in Oberberg um rund zehn Prozent gesunken. In den Ankündigungen in diesem Jahr wollen auch in Oberberg Betriebe ihre Ausbildungsplätze weiter reduzieren. Auch die Übernahme Ausgebildeter ist 2020 deutlich zurückgegangen. Ich halte diese Entwicklung für skandalös", so Kusel. Damit seien die Fachkräfte der Zukunft die ersten, die dem Agieren der Unternehmen zum Opfer fielen.

 

Jungen Menschen werde die Zukunft verbaut und die Zukunftsfähigkeit eines Betriebes riskiert. Wer Fachkräfte wolle, müsse auch ausbilden. Darum fordere man den Erhalt und Ausbau guter Ausbildung auch in der Krise sowie die Übernahme für alle. "Und wir wollen, dass endlich auch die dual Studierenden unter den Schutz von Tarifverträgen fallen. Hier erwarte ich mehr als betretenes Schweigen von den Arbeitgebern in dieser Tarifrunde“, erklärte Kusel.

 

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