SCHüTZEN
Mit dem zweiten Triumph binnen einer Woche zur Königin
Gummersbach - Nach langem Ringen stand Julia Lenger als neue Regentin der Derschlager Schützen fest und wurde heute gemeinsam mit den weiteren Majestäten gekrönt.
Von Leif Schmittgen
Julia Lenger heißt die neue Schützenkönigin von Gummersbach-Derschlag. Die 27-Jährige hatte das begehrte Federvieh gestern mit dem 220. Schuss von der Stange geholt. Zu elft war der Wettbewerb gestartet, fünf „ernsthafte“ Aspiranten lieferten sich ein langes Ringen um die Königswürde. Eigentlich wollte Julias Ehemann Pascal Lenger den Vogel zu Ehren seines im vergangenen Jahr verstorbenen Großvaters holen, er begnügt sich nun aber mit der Rolle des Königsgemahls und ist über den Triumph seiner Angetrauten genauso glücklich.
„Wer das Ding von uns holt, war egal. Hauptsache, er kommt in die Familie und wir machen das zusammen“, sagte Julia Lenger im Gespräch mit OA. Dass die heute mit den übrigen neuen Majestäten feierlich inthronisierte Königin ein glückliches Händchen beim Erlegen von Vögeln hat, bewies sie bereits in der vergangenen Woche. Gegen etwa 80 Mitbewerber sicherte sie sich den Titel der Kompaniekönigin. Lenger leitet die Kompanie „Kloster“, ist Jugendwartin im Verein und war 2022 bereits Prinzessin bei den Derschlager Grünröcken.
„Ich lebe für den Verein und das Gefühl, gestern war einfach nur unglaublich“, beschrieb sie die Emotionen, als der Vogel um 17:32 Uhr fiel. Zum Monatsanfang waren die Schießwettbewerbe in Derschlag bereits gestartet. Neue Maikönigin wurde Iris Georgas-Spanos mit dem 130. Schuss. Bei den Männern tat es ihr mit dem 81. Treffer Klaus Strupp gleich. Neuer Prinz ist Niclas Hinkel mit dem 102. Schuss. Er regiert mit Yvonne Giehl und setzte sich gegen acht Konkurrenten durch. Acht Anwärter hatten auf den Kaiservogel angelegt. Thomas Höhn und Peggy Höhn bilden das neue Regentenpaar. Mit dem 137. Treffer fiel der Vogel. Jungschützenkönigin wurde Lena Wigger mit dem 30. Schuss und schließlich sicherte sich Malina Thönes mit dem 108. Schuss den Titel der Kinderkönigin.
Begonnen hatte das Fest am Freitag mit einer Benefizveranstaltung mit der Partyband „Shitty Beatles“ und DJ Bernd Müller zugunsten des Johannes-Hospiz und der Tafel Oberberg. Der Erlös wird später bekannt gegeben. Beim Kommers am Samstag bat die Band „Nightflames“ zum Tanz. Im Rahmen des Bürgerfrühstücks am Sonntag wurden verdiente und langjährige Mitglieder geehrt. Heute enden Fest und Kirmes zu den Klängen von DJ Bernd Müller.
Zuvor hatte der Vorsitzende Jan Vankerkom seinen ausdrücklichen Dank für die Unterstützung der Festvorbereitung an die Stadtverwaltung und Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit gerichtet. Er fand aber auch mahnende Worte zur immer größer werdenden Bürokratie: „Die Auflagen, Vorschriften und bürokratischen Hürden, die ein Schützenfest heute mit sich bringt, haben ein Maß erreicht, das die Zukunft des Schützenwesens im Oberbergischen ernsthaft gefährdet.“ Wenn der Trend so weitergehe, werde es immer weniger Vereine geben, die bereit seien, dieses kulturelle Erbe lebendig zu halten, so der Vereinschef weiter.
Musikalische Begleitung gab es während des gesamten Wochenendes zudem vom Musikzug der Feuerwehr Reichshof-Bergerhof.
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