WIEHL
„Kraft der Worte“ im Tageshospiz
Wiehl – Ein Schreibworkshop für lebensbegrenzt Erkrankte und deren Angehörige findet momentan im Johanniter-Tageshospiz statt – Für die Impulse sorgte die Autorin Sabine Wallefeld.
Von Vera Marzinski
Im Rahmen des Schreibworkshops „Kraft der Worte“ für lebensbegrenzt Erkrankte und deren Angehörige im Johanniter-Tageshospiz Oberberg in Wiehl erhielten die Teilnehmenden Raum für kreative Schreibimpulse und persönliche Erfahrungen.
Manchmal hilft Schreiben dabei, Gedanken und Gefühlen Raum zu geben. Autorin und Schreibbegleiterin Sabine Wallefeld gab Schreibimpulse – Vorkenntnisse waren nicht erforderlich. Zunächst fanden drei Treffen für Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung statt, anschließend die Termine für Angehörige. Der letzte findet am 12. August von 17:30bis 19 Uhr statt, Anmeldungen sind noch möglich unter Tel.: 02262/69 220.
[Referentin Sabine Wallefeld (wallefeld.art) schaffte Raum für kreative Schreibimpulse, persönliche Erfahrungen und freiwilligen Austausch in der Gruppe.]
Das Tageshospiz öffnete im Juli 2022 und ist ein Angebot für Menschen, die trotz ihrer lebensbegrenzenden Erkrankung weiter zu Hause leben, um ihnen ein sicheres Umfeld unter ebenso Betroffenen zu geben und ihnen gleichsam eine professionelle psychosoziale und palliative Versorgung sowie ehrenamtliche Unterstützung zu bieten. Dafür stehen an drei Tagen in der Woche fünf Plätze zur Verfügung - angeschlossen an die Räumlichkeiten des stationären Hospizes in Wiehl, jedoch mit eigenem Ruhe- und Gemeinschaftsraum sowie einer kleinen Küche.
Ein wichtiger Aspekt ist neben den hauptamtlichen Pflegekräften die ehrenamtliche Unterstützung – ein Team aus Hospizbegleitern der Johanniter und Malteser steht bereit. Die Arbeit von allen Mitwirkenden in der Hospizarbeit greift wie bei einem Zahnrad ineinander. Und wie der Schreibworkshop konnten bereits mehrfach Veranstaltungen angeboten werden, auch um die Wahrnehmung und Akzeptanz der Einrichtung zu fördern.
Die Workshops stießen auf reges Interesse. Mit dem Thema Hospiz hatten einige der Teilnehmer im zweiten Teil zu tun oder mit Schwerstkranken, wie eine Dame, deren Mann ALS hat. Jeder trug seinen Rucksack - ob Trauer um einen nahen Angehörigen oder die eigene Belastung hinsichtlich des eigenen Lebensendes. Johanniter-Koordinatorin Claudia Koch fand es spannend, was andere kreativ erstellen - so nahm auch sie den Stift in die Hand. Man lebe bewusster nach einschneidenden Erfahrungen und nehme viel mehr wahr, betonte Sabine Wallefeld: „Schön, wenn das mit Sprache ausgedrückt werden kann.“
![]()
[Im ersten Stock des Johannes-Hospizes Oberberg befindet sich das Tageshospiz, damit wird das Angebot des stationären Hospiz ergänzt. Gäste werden hier an drei Tagen in der Woche betreut.]
Die Leiterin des Workshops ist bildende Künstlerin, Autorin und Workshopleiterin. In ihren Bildern, Skulpturen und Texten erzählt sie von Menschlichkeit, Erinnerung und den Spuren, die Begegnungen im Leben hinterlassen. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit steht der Mensch. Ihr neuestes Projekt trägt das Motto “Seid Menschen” und umfasst eine künstlerische Serie von Margot Friedländer in bildnerischen Werken und einer Skulptur.
Den Workshop im Tageshospiz eröffnete sie mit einem Gedicht von Margot Bickel „Ich habe gelebt“. Schreibimpulse erhielten die Teilnehmer mit Satzanfängen wie beispielsweise „Was mir Kraft gibt, ist…“ oder „Wenn ich einen Wunsch frei hätte…“. „Es gab die unterschiedlichsten Beiträge und man staunt, was dabei herauskommt“, so Wallefeld zum Abschluss.
Weitere Auskünfte für lebensbegrenzt Erkrankte und deren Angehörige erteilt das Johanniter-Tageshospiz (Tel.: 02262/69 22 41, tageshospiz.wiehl@johanniter.de).