WIEHL

Barrierefreie Bushaltestellen: Wiehl gehört zu den Vorreitern

pn; 28.10.2026, 17:00 Uhr
Fotos: Peter Notbohm ---- Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker (r.) und go.Rheinland-Geschäftsführer Norbert Reinkober (3.v.l.) beim symbolischen Spatenstich der 2. Baustufe für den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen in Morkepütz.
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Barrierefreie Bushaltestellen: Wiehl gehört zu den Vorreitern

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pn; 28.10.2026, 17:00 Uhr
Wiehl – Der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen im Wiehler Stadtgebiet geht mit einer 90-prozentigen Förderung in die zweite Runde – Wiehl ist schneller als andere Kommunen sagt go.Rheinland-Chef Norbert Reinkober.

Von Peter Notbohm

 

Während andere Kommunen noch im Planungs- und Bewilligungsverfahren feststecken, geht der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen in Wiehl bereits in die zweite Runde. Weitere 17 Haltestellen in elf über das Stadtgebiet verteilten Orten erhalten derzeit ein neues Gesicht. Insgesamt 682.000 Euro werden dafür investiert, die zu 90 Prozent (616.900 Euro) durch das Land NRW über den Zweckverband go.Rheinland gefördert werden.

 

Er freue sich immer, wenn jemand einen Scheck mitbringt, meinte Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker am Mittwoch bei der Besichtigung der Baustelle in Morkepütz: „Vor allem, wenn Schecks mitgebracht werden für gute und wichtige Sachen.“ Der Ausbau der Haltestellen sei im Sinne der Stadtentwicklung einer dieser wichtigen Dinge, findet Stücker: „Wir reden in den Kommunen über die Mobilitätswende und erstellen Mobilitätskonzepte. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die Attraktivierung des öffentlichen Nahverkehrs. Das ist für uns nicht nur ein Lippenbekenntnis.“

 

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Zwar bleibe das Auto in ländlichen Regionen das dominierende Verkehrsmittel, im Sinne des Klimaschutzes sei es dennoch wichtig, alle Möglichkeiten zu ergreifen, den ÖPNV attraktiver zu gestalten. Dazu gehören aus Stückers Sicht nicht nur attraktive Busverbindungen, sondern auch barrierefreie Haltestellen. Im Zuge der Baumaßnahmen werden die Bussteige vergrößert und bekommen eine andere Pflasterung mitsamt taktilen Elementen, die sehbehinderten Menschen die Nutzung erleichtern. Teilweise werden auch neue Wartehäuschen gebaut und die Beleuchtung angepasst.

 

Insgesamt 128 Bushaltestellen gibt es im Wiehler Stadtgebiet. 50 davon gelten aktuell als barrierefrei. Die erste Förderungsphase umfasste 29 Standorte (Gesamtkosten: 557.000 Euro/ebenfalls 90 Prozent Förderung durch Go.Rheinland). Nun werden 17 weitere Standorte ausgebaut, von denen zwei Haltestellen in Dreisbach bereits im Oktober umgebaut wurden.

 

[Mit fast 617.000 Euro fördert go.Rheinland den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen im Wiehler Stadtgebiet.]

 

Laut Pascal Hilgenberg, Fachbereichsleiter Tiefbau bei der Stadt Wiehl, wurden die Haltestellen von einem Fachgremium priorisiert. Vorrang haben vor allem Haltestellen, an denen viele Schulkinder ein- und aussteigen. Dass nicht an jeder Haltestelle ein barrierefreier Ausbau gerechtfertigt sei, erklärt auch Wiehls Inklusions- und Behindertenbeauftragte Astrid Wollenweber. Dabei komme es u.a. darauf an, ob Zuwege zu steil sind oder ob genügend Menschen im Umkreis einer Haltestelle leben.

 

Mit der zweiten Ausbaustufe soll aber noch längst nicht Schluss sein, sagt Bürgermeister Stücker: „Wir haben im Haushaltsplan für 2027 schon weitere Mittel für die nächste Tranche eingestellt. Wir wollen konsequent bleiben und nicht auf Strecke aufhören.“ Laut go.Rheinland-Chef Norbert Reinkober ein kluger Weg angesichts steigender Baukosten und immer knapper werdender Fördermittel. Er lobt Wiehl ausdrücklich: „Der Topf an zur Verfügung stehendem Geld schmilzt. Wer am schnellsten in der Planung ist, bekommt das Geld und Wiehl ist schnell.“

 

Auch Reinkober betont die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für die gesellschaftliche Teilhabe: „Das Auto bleibt ein wichtiger Faktor im ländlichen Raum. Man kann gar nicht so viele Angebote schaffen, wie man bräuchte. Aber unsere Gesellschaft wird immer älter. Da ist es wichtig, zumindest ein Netz aufbauen, wo barrierefrei eingestiegen werden kann. Andere Städte und Gemeinden im Rheinland sind längst nicht so weit.“ Geplant und durchgeführt werden die Arbeiten durch das Ingenieurbüro Donner und Marenbach und das Bauunternehmen Hombach.

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