WIEHL

Ernteumzug trotzte dem bergischen Dauerregen

ad; 14.09.2026, 14:00 Uhr
Fotos: Alexander Maier --- Aus Hündekausen war Heinz Glaser mit seinem Lanz Bulldog D2416 angereist und hatte neben seinen Begleitungen auch einen Kartoffelroder mitgebracht.
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Ernteumzug trotzte dem bergischen Dauerregen

ad; 14.09.2026, 14:00 Uhr
Wiehl - Wochenlang wars trocken in der Region, doch ausgerechnet zum Höherpunkt des Drabenderhöher Erntefestes schüttete es wie aus Kübeln - Die Teilnehmer ließen sich die gute Laune nicht verderben.

Von Astrid Deckers

 

Bei ganztägigem Dauerregen kamen nur wenige Zuschauer zum diesjährigen Erntedank-Festumzug nach Wiehl-Drabenderhöhe und auch einige Zugteilnehmer mussten wetterbedingt absagen. Pünktlich um 14 Uhr setzten sich am Sonntag sieben Festwagen und zehn Fußgruppen in Bewegung, um sich als Lindwurm quer durch Drabenderhöhe zu schlängeln. Improvisation war dabei das Motto des Tages.

 

So hatten die Veranstalter mit den Beteiligten entschieden, die Kitakinder des evangelischen Kindergartens und der Adele-Zay-Kita sowie die Kids der Grundschule Drabenderhöhe nicht mitgehen zu lassen, sondern diese erst am Ende des Zuges im Stadtteilhaus willkommen zu heißen. Da auch nicht alle Instrumente der drei angemeldeten Musikgruppen wasserfest waren, taten sich Musiker vom Bläsercorps Much und dem Drabenderhöher Blasorchester zusammen, um gemeinsam eine musikalische Begleitung des Zuges zu gewährleisten.

 

[Über zu wenig Regen mussten sich die Familien aus dem Löherhof beim Umzug keine Gedanken machen.]

 

Lediglich der Musikverein Heddinghausen verfügte über genug regenresistente Instrumente und konnte somit die Stecke über den hinteren Zugteil wunderbar beschallen. Dabei bewiesen die Musiker unter der Leitung von Thomas Schäfer erneut ihre musikalische Brillanz unter jeder äußeren Bedingung.

 

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Erstmalig gab es in diesem Jahr zwei Moderationsstandorte. An der evangelischen Kirche moderierten die gut gelaunten Volker Stache und Inga Lutter, während am Siebenbürger Platz Markus Stache und Hans-Jürgen Hartig den Besuchern die Zugteilnehmer liebevoll vorstellten. Sowohl Stache wie auch Lutter erklärten übereinstimmend, man sei „dankbar für jeden Zuschauer“ und „werde alles geben“. Traditionell führte eine offene Kutsche, gezogen von zwei Kaltblutpferden und mit dem aktuellen Erntepaar an Bord, den Zug an. Rabea und Thorsten Reuter hatten sich und ihre Kinder mit Hilfe von Regen Capes und Schirmen bestmöglich gegen den auf sie niederprasselnden Regen geschützt und strahlten viel Begeisterung bei der Fahrt aus. Bei einer Rast an der Kirche intonierte das Bläserkorps Huppichteroth, unter der Leitung von Birgit Spielvogel, dem Erntepaar zu dessen großer Freude ein kurzes Ständchen auf seinen Jagdhörnern.

 

[Das Erntepaar in voller Regenschutzmontur.]

 

Die Zugteilnehmer hatten sich auch in diesem Jahr wieder viel Mühe bei der liebevollen Wagendekoration gemacht und auch das ein oder andere nachdenklich stimmende Statement als Wagenmotto gewählt. Die Nachbarschaft Löherhof visualisierte ihr Thema, dass dem Jahrhundertsommer 2026 gewidmet war: „Wir geben Acht und gießen mit Bedacht“ mit einem Wagen, auf dem neben einer überdimensionalen Sonne über Gemüsebeeten, auch ein Wasserpumpenbrunnen und unzählige Gießkannen dekoriert waren. Die Dorfgemeinschaft Hillerscheid hatte eine lebensgroße Pappmaché-Kuh auf den Hänger montiert, um den Zuschauern ihr Statement: „Für den Bauer hier im Land, bedeutet ´Mercosur´ den Untergang“ näherzubringen.

 

 „Die ganze Welt ernährt uns“ verbildlichten die Nachbarschaften aus der Mediascher und der Schäßburger Gasse eindrucksvoll, indem sie eine Weltkugel mit Flugzeug, einem Meer mit Schiff und Straßen mit LKWs auf ihren Wagen gebaut hatten. Die Logistik bei der Ernte wurde auch von Moderatorin Inga Lutter bei der Wagenvorstellung als „Riesenthema“ gewürdigt.

 

[Volker Stache und Inga Lutter ließen sich vom ungemütlichen Wetter die gute Laune nicht verderben.]

 

Wer sich für „alte Schätzchen“ interessiert, kam beim Umzug ebenfalls voll auf seine Kosten. Neben zahlreichen alten Traktoren konnte man einen Grasmäher aus dem Jahr 1938 bewundern, der von Jürgen Schönrock präsentiert wurde und auch ein Kartoffelroder aus dem vergangenen Jahrhundert stieß auf reges Interesse bei den Anwesenden. Dass ihr Leitspruch „Singen macht Spaß“ zutrifft, stellte eine kleine Abordnung des Männergesangsvereins Drabenderhöhe unter Beweis.

 

Der achtfache Meisterchor hatte neben neun aktiven Sängern mit Andreas Kniew einen von ihnen liebevoll und humorig als „Praktikanten“ bezeichneten Anwärter dabei, dem man die wetterunabhängige Freude beim Singen vermitteln wolle. Mitreißend singend bewältigten die Chormitglieder den Zug durchs Dorf und vermittelten dabei super viel Freude und gute Laune an die durchnässten Zuschauer am Wegrand. So verwundert es nicht, dass die Stimmung der Zuschauer sich von einem „Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee war, bei dem Wetter herzukommen“ immer mehr in ein „Schön war‘s“ als Resümee verwandelte.

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