WIEHL
Wiehl feiert: Pop-Up-Pläsier in der City
Wiehl - Als Nachfolge-Format des Kirchen- und Heimatfestes präsentierte sich „Wiehl feiert“ als Publikumsmagnet für Groß und Klein.
Von Ute Sommer
Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Kombination von lustig über den Straßen flatternden blau-gelben Wimpelketten, Sommer, Open-Air, Wochenende und Genuss-Programm bot heute das ideale Ambiente für die dritte Auflage von „Wiehl feiert“, einem Familien-Sommerfest rund um das für den Autoverkehr gesperrte Rathausareal. Das Organisationsteam, bestehend aus Stadt, dem Händlerzusammenschluss Wiehler Ring und etlichen Ortsvereinen, verwandelte die City kurzerhand in ein Pop-Up-Pläsier mit abwechslungsreichen Unterhaltungs-, Aktiv- und Entspannungsinseln. Der Einzelhandel lud mit verlängerten Öffnungszeiten und einem speziellen „Wiehl-feiert-Gutschein“ zum Shopping-Erlebnis ein.
![]()
[Mit Rat und Tat der kleinen Helfer gelang es Brandschutzerzieher Ronnie Müller, den „Küchenbrand“ rasch einzudämmen.]
Auf der zentralen Bühne gegenüber dem Rathaus sorgte die Show der Tanzgruppen des CVJM Oberwiehl zum Start für das entsprechende gute Laune- Mindset, an das sich die Kinder-Bewegungsparty von Entertainer Norbert Klotz lückenlos anschloss. Sprösslinge mit noch mehr überschüssiger Energie enterten die Hüpfburg oder standen Schlange beim Kinderschminken, wo die Hobby-Visagistinnen Hanna, Elise, Emma und Sarah die Pänz reihenweise in Einhörner und Schmetterlinge verwandelten. Der Fahrsicherheitsparcours des ADFC Oberberg forderte Pedaleure mit Gasse, Slalomparcours, Umfahren eines Hindernisses und der Zielbremsung dazu auf, individuelles, fahrtechnisches Können zu erproben, einer Prüfung, die sich auch die Polizei-Bezirksbeamtin Elke Laegner mit ihrem in Wiehl stationierten „Streifen-Pedelec“ spontan unterzog.
Ronnie Müller als städtischer Brandschutzerzieher und Leiter der Wiehler Feuerdrachen rekrutierte zusammen mit Kollegin Katja Eichholz begeisterte Nachwuchs-Feuerwehrkräfte, die sich beim Löschen eines qualmenden Topfes auf dem Puppenherd ausprobierten. Im Vorfeld des Fests hatten die vierten Klassen des Grundschulverbunds Wiehl und Jugendliche des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums ihre Visionen von „Dein Bild für Wiehl“ künstlerisch umgesetzt. Die rund 400 farbenfrohen und kreativen Exponate hatten den Innenraum der Evangelischen Kirche in eine Kunstgalerie verwandelt, die einen steten Strom an Besuchern anlockte.
![]()
[Normalerweise „hinter den Kulissen“ im Hotel "Zur Post" tätig, genoss Küchenchef Gregor Feldmann offensichtlich den direkten Kontakt mit den Gästen.]
Als Extra-Sonderangebot bei „Wiehl feiert“ konnte man der Kirche, bei Turmbesteigungen mit Ekkehard Grümer, „aufs Dach steigen“, eine Unternehmung, die weil anstrengend, eng und steil, nicht jedermanns Geschmack traf. „Ich hab‘ abgebrochen“, erzählte Simone Prinz, die auf die Rückkehr ihres Ehemanns wartete, der den Aufstieg gewagt hatte. Ihre Wartezeit wurde bestens verkürzt durch Orgeldarbietungen von Kantor Samuel Schmidt, der Felix Mendelssohn-Bartholdy und Udo Lindenberg zu Gehör brachte.
Als helfende Hände und Verpflegungsspezialisten beim Sommerevent in „ihrer Stadt“ engagierten sich FV Wiehl, TuS Wiehl, TC Wiehl, der CVJM Oberwiehl, der Heimatverein und die Freiwillige Feuerwehr. An Bierzeltgarnituren sitzend oder geschmückten Stehtischen gruppiert, hatten die Gäste die Qual der Wahl zwischen Fleisch und Waffel, von Leberkäse oder/und Torte, lieber Soft-Drink, Cocktail, Bier oder doch Wein? Als Küchenchef des Hotels „Zur Post“ servierte Gregor Feldmann Geflügelrollbraten in der Semmel. Die sprichwörtliche Sahnehaube auf die ultimative Sommersause setzte das abwechslungsreiche, musikalische Bühnen-Programm, für das der Musikverein Siebenbürgen-Drabenderhöhe, unter Leitung von Markus Müller, den Einheizer machte. Mit unkonventionellen Interpretationen von „Smoke on the water“ oder dem „Lion King“, servierten sie erste „Zuckerwatte für die Ohren“.
![]()
[Im ADFC-Fahrrad-Sicherheitsparcours erprobten sich Wiedereinsteiger und die kommende Generation der Verkehrsteilnehmer.]
Weiter im Programm ging‘s mit dem Duo „doc axel f.“ (Multiinstrumentalist Axel Fischer und E-Gitarrist Gernot Krauss), gefolgt von der Kölner Band „Jeanluc“, die mit einer Mischung aus experimentellem Alternative-Rock, Punk und Elektro ein Klangfeuerwerk zündeten. Als dritter Live-Act übernahm „Invention“ den Konzert-Staffelstab und unterhielten mit Rock- und Pop-Songs von den 1970ern bis heute.
Gegen Abend, zurück von mehreren öffentlichen Terminen in „seiner“ Stadt, nutzte Bürgermeister Ulrich Stücker die Gelegenheit, sich bei allen Beteiligten für das rundum gelungene Come Together zu bedanken. „Ich habe allseits fröhliche Gesichter gesehen, Menschen, die miteinander im Gespräch waren und das ist es, was unser Zusammenleben ausmacht“. Den Sundowner für späte Vögel und Nachtschwärmer machte DJ Pierre Weidenbrücher.

BILDERGALERIE