BERGNEUSTADT
Alternativvorschlag fällt durch: Kein Pfarrer-Schmitz-Platz in Bergneustadt
Bergneustadt – Bergneustadts Politik spricht sich mit großer Mehrheit gegen einen Pfarrer-Schmitz-Platz unterhalb des Heimatmuseums aus – Posthum geehrt wird der Geistliche in Form einer Plakette an der Altstadtkirche.
Von Peter Notbohm
Die Debatte um einen möglichen Pfarrer-Schmitz-Platz in Bergneustadt hat ein Ende gefunden. Der Stadtrat lehnte die Würdigung von Pfarrer Heinrich Schmitz (1890 – 1968) durch einen eigenen Platz in der Stadt mit breiter Mehrheit ab. Seit Wochen wurde in Bergneustadts Politik diskutiert, wie man den Geistlichen für seinen Widerstand gegen das NS-Regime ehren könnte (OA berichtete). Eine Anerkennung seines Wirkens erhält Pfarrer Schmitz trotzdem: Vor der Altstadtkirche wird es eine Plakette zu seinen Ehren geben.
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[Das Presbyterium sprach sich gegen einen Pfarrer-Schmitz-Platz vor der Altstadtkirche, weil er nicht ins Altstadtensemble passt.]
Zur Erinnerung: Nachdem sich das Presbyterium der Evangelischen Impuls-Kirchengemeinde Lieberhausen-Bergneustadt gegen eine Umbenennung des Parkplatzes vor der Altstadtkirche ausgesprochen hatte, da dieser nicht offiziell Kirchplatz heißt und nur im Volksmund so genannt wird, hatte die SPD einen Alternativvorschlag ins Spiel gebracht. Der neue Plan: Der Parkplatz unterhalb des Heimatmuseums an der Straße „Im Stadtgraben“, der momentan neugebaut wird, könnte nach Heinrich Schmitz benannt werden.
Die Idee hatte schon im Fachausschuss für rege Diskussionen und ein uneinheitliches Abstimmungsbild gesorgt (OA berichtete). Im Stadtrat wurde nun allerdings überraschend wenig über das Thema diskutiert. Nachdem der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Grütz noch einmal für den Antrag der Sozialdemokraten geworben hatte, ergriff nur Wolfgang Lenz (AfD) noch einmal das Wort.
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[Der neue Parkplatz (links), der nach Pfarrer Schmitz benannt werden sollte, befindet sich unterhalb des Heimatmuseums.]
Es sei unstrittig, dass die Leistungen des Pfarrers zu würdigen seien. Zur Wahrheit gehöre für ihn aber auch, dass das Presbyterium nach dem 2. Weltkrieg die Rücknahme des Pfarrers abgelehnt habe. Das sei nach seinen Recherchen auch in einer weiteren Stadt, in der Schmitz nach 1945 gearbeitet habe, ebenfalls der Fall gewesen. „Er war sehr umstritten“, sagte Lenz. Gerade weil es strittige Stimmen aus dem evangelischen Kirchenkreis gegeben habe, könne man aus seiner Sicht jemanden nicht auf diese Art würdigen.
Die Plakette zu Ehren des Pfarrers wurde anschließend bei sieben Gegenstimmen aus CDU, UWG und AfD sowie zwei Enthaltungen mit klarer Mehrheit beschlossen. Für den Antrag, den Parkplatz unterhalb des Heimatmuseums nach dem Geistlichen zu benennen, stimmten nur neun Ratsmitglieder aus SPD und CDU, bei einer Enthaltung der FWGB.
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