BERGNEUSTADT

Begegnungsstätte Hackenberg: Erhalt, Neubau oder Umzug?

pn; 09.06.2026, 15:55 Uhr
Foto: Michael Kleinjung ---- Im vergangenen Jahr feierte die BGS Hackenberg ihr 40-jähriges Bestehen. Die Sozialarbeit von Gitta Esch und Michael Zwinge wird von Bergneustadts Politik sehr geschätzt, trotzdem steht das Gebäude auf dem Hackenberg nun auf dem Prüfstand.
BERGNEUSTADT

Begegnungsstätte Hackenberg: Erhalt, Neubau oder Umzug?

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pn; 09.06.2026, 15:55 Uhr
Bergneustadt - Ein SPD-Antrag mit einem klaren Bekenntnis zum Standort im Bergneustädter Stadtteil wurde in den Sozialausschuss verwiesen, auch weil die Verwaltung derzeit mögliche Alternativen prüft.

Von Peter Notbohm

 

Wie geht es mit der Begegnungsstätte Hackenberg (BGS) in Bergneustadt weiter? Die SPD hatte zuletzt im Stadtrat einen Antrag eingebracht, der sich für den Erhalt der Begegnungsstätte und für die Entwicklung eines nachhalten Zukunftskonzeptes für den Standort als soziales Begegnungs- und Bürgerzentrum aussprach. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Grütz unterstrich die Bedeutung der BGS, die im vergangenen Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feierte, für den Stadtteil und die dortige Jugendarbeit.

 

Angesichts zunehmender Einsamkeit unter Jugendlichen müsse die Stadtpolitik ein Zeichen setzen, dass der Standort, der laut Grütz im Haushaltssicherungskonzept (HSK) bereits auf dem Prüfstand war, langfristig erhalten bleibe. Auch einen Stellenabbau dürfe es auf keinen Fall geben. Sozialarbeit sei auch Präventionspolitik, mahnte Grütz: „Ein Staat, der bei seinen Jugendlichen spart, zahlt später sehr viel mehr für Sozialhilfe bei den Erwachsenen. Das ist auch eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.“

 

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Bürgermeister Matthias Thul (CDU) widersprach der SPD. Zu keinem Zeitpunkt habe man im Rathaus geplant, die BGS zu schließen oder Mitarbeiter abzubauen. Nur das Gebäude habe man im Rahmen der Haushaltsplanungen auf den Prüfstand gestellt. Was das Stadtoberhaupt allerdings bestätigte: Man sei bei der Personalausstattung an Fördervorgaben des Kreises gebunden und die Verwaltung prüfe derzeit eine Neukonzeptionierung der Jugendarbeit in Bergneustadt.

 

Dabei gehe es aber aktuell nur um den Raumbedarf und das Gebäude, das Thul aufgrund des hohen Unterhaltungsaufwands nur noch für bedingt geeignet hält. Die Pläne hierfür seien bislang aber noch nicht endgültig ausgearbeitet. Aktuell gebe es drei mögliche Varianten. Möglich seien eine Weiternutzung des aktuellen Gebäudes oder ein Neubau, finanziert aus dem Sondervermögen des Bundes. Zuletzt sei der Stadt aber auch eine andere Immobilie zur Nutzung angeboten worden.

 

Torsten Jäger (CDU) warb anschließend für einen Ausbau der Sozialarbeit. Um die bereits gemachte Arbeit der Verwaltung nicht zu torpedieren, sah er das Thema zur weiteren Beratung aber besser im Ausschuss für Schule, Sport, Soziales, Kultur und Integration (SSSKI) aufgehoben. Auch Sven-Oliver Rüsche (UWG), Recep Özgül (FWGB) und Birgit Gauer (Grüne) sprachen sich für mehr Sozialarbeit aus, die Grünen-Fraktionsvorsitzende teilte dabei aber die Meinung, dass der jetzige Raum wenig attraktiv sei.

 

Nicht mit einem Umzug anfreunden konnte sich Wolfgang Lenz (AfD). Für ihn ist die BGS neben der Kirche Wiedenest und dem Krawinkelsaal eine der festen Institutionen der Stadt, „die wir nicht einfach weg ixen können“. Für ihn wäre ein Konzept in einem anderen Gebäude „ein Tod auf Raten für die Sozialarbeit am Hackenberg“. Auch für Daniel Grütz ist die Frage des Standorts nicht verhandelbar: „Die BGS, wie wir sie kennen, ist der Standard. Das muss die Verwaltung erst einmal zeigen, dass sie das übertreffen kann. Das ist ein Gebäude mit Tradition, in dem viele Menschen ihr Herzblut gegeben haben. Das verdient Respekt.“

 

Thul sah den SPD-Antrag weiterhin kritisch, weil die geforderte Arbeit bereits von der Verwaltung gemacht werde. Er warf den Sozialdemokraten vor, dass „hier etwas nur politisch untermalt wird“. Gleichzeitig ergänzte er aber, dass man merke, wie wichtig allen Fraktionen das Thema Jugend- und Sozialarbeit auf dem Hackenberg sei, weshalb er ebenfalls dafür warb, das Thema im Sozialausschuss mit einem ausgearbeiteten Konzept größer zu fassen.

 

Der CDU-Antrag auf Verweisung erhielt anschließend bei sechs Gegenstimmen von AfD und UWG sowie zwei Enthaltungen von AfD und Grünen eine breite Mehrheit. Nächster Sitzungstermin des SSSKI ist im September.

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