BERGNEUSTADT

Bergneustadt ehrt Paralympics-Teilnehmer Jano Bußmann

mkj; 31.03.2026, 18:15 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Gemeinsames Foto aller Teilnehmer vor dem Bergneustädter Heimatmuseum anlässlich der Ehrung von Jano Bußmann.
BERGNEUSTADT

Bergneustadt ehrt Paralympics-Teilnehmer Jano Bußmann

mkj; 31.03.2026, 18:15 Uhr
Bergneustadt - Bergneustädter Para Eishockey-Nationalspieler im Heimatmuseum ausgezeichnet – Wegbegleiter würdigen außergewöhnliche Karriere.

Jano Bußmann ist spätestens seit seinem historischen Treffer bei den Paralympischen Spielen in Mailand und Cortina ein Name, der auch über die Grenzen des Oberbergischen hinaus Aufmerksamkeit erregt hat (OA berichtete).

 

[Bürgermeister Matthias Thul überreichte Jano Bußmann die Urkunde sowie die Graf-Eberhard-Medaille.]

 

Heute Vormittag wurde der junge Para-Eishockey-Nationalspieler im Bergneustädter Heimatmuseum von der Stadt für seine herausragenden sportlichen Leistungen geehrt – begleitet von zahlreichen Menschen, die seinen beeindruckenden Weg von Beginn an verfolgt haben.

 

Im Rahmen einer Feierstunde würdigte Bürgermeister Matthias Thul den ersten Bergneustädter Teilnehmer an Paralympischen Spielen und überreichte ihm die Graf-Eberhard-Medaille. „Dieser Termin ist für mich ein durchaus ungewöhnlicher und nicht ganz alltäglicher“, sagte Thul zu Beginn und betonte zugleich den besonderen Stellenwert der Ehrung. Neben Vertretern aus Politik, Verwaltung und Sport waren zahlreiche Gäste anwesend, die Bußmann von der Kita über die Schulzeit bis hin zu seinen sportlichen Stationen begleitet haben. Ein roter Faden zog sich dabei durch die Veranstaltung: die Laufbahn eines jungen Sportlers, der sich mit viel Einsatz, Disziplin und Unterstützung aus seinem Umfeld bis auf die große internationale Bühne gearbeitet hat.

 

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Immer wieder wurde dabei auch auf den Moment zurückgeblickt, der Bußmann bei den Paralympics besonders in den Fokus gerückt hatte. Beim Spiel gegen Gastgeber Italien erzielte der 19-Jährige die zwischenzeitliche Führung für die deutsche Mannschaft – und damit das erste Tor für Deutschland bei Paralympischen Spielen seit 2006. Eine Szene, die nicht nur bei den rund 5.000 Zuschauern in Mailand für Begeisterung sorgte, sondern auch in der Heimat für große Aufmerksamkeit.

 

[Bürgermeister Matthias Thul hielt die Laudatio auf Jano Bußmann.]

 

Dass hinter diesem Erfolg weit mehr steckt als nur sportliches Talent, wurde während der Feierstunde mehrfach betont. „Insbesondere das Umfeld spielt eine entscheidende Rolle“, hob nicht nur Hagen Jobi vom Kreissportbund hervor. Bußmann selbst verwies vor allem auf die Unterstützung seiner Familie: „Meine Eltern sind überall mit mir hingefahren, auch nach Tschechien, damit ich Spielpraxis bekomme. Das hat das alles überhaupt erst möglich gemacht.“ Auch sein Vater Klaus-Dieter zeigte sich sichtlich stolz: „Dass er es bis zu den Paralympics geschafft hat, ist schon etwas Besonderes. Und dann auch noch dieses Tor – da weiß man, wofür man die ganzen Kilometer auf sich genommen hat.“ Über Jahre hinweg habe die Familie viele tausend Kilometer zurückgelegt, um Training und Spiele zu ermöglichen.

 

[Jano Bußmann (Nummer 14) bei der Vorbereitung auf die Paralympischen Spiele: Testspiel gegen Japan im Oktober 2025 in der Wiehler Eissporthalle.]

 

Seine sportliche Heimat fand der Bergneustädter bei den Wiehl Penguins, zudem sammelte er wertvolle Spielpraxis in der tschechischen Liga. Bußmann lebt mit der angeborenen Fehlbildung Spina bifida (offener Rücken), ließ sich jedoch nie aufhalten und entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der deutschen Para-Eishockey-Nationalmannschaft. Auch Friedhelm Julius Beucher, Ehrenpräsident des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) würdigte die Entwicklung des Sportlers: „Es ist einfach toll, dass ein so junger Mann so früh und so schnell vom normalen Para-Eishockey in die Nationalmannschaft berufen wird und dort zu einem hoffnungsvollen Talent geworden ist.“

 

[Weggefährten von Jano Bußmann erzählten seine Geschichte.]

 

Die Ehrung in seiner Heimatstadt bedeutete ihm dabei besonders viel. „Ich freue mich sehr, hier geehrt zu werden – und vor allem in Bergneustadt“, sagte Bußmann. Die Unterstützung aus der Region habe ihm sehr geholfen. Mit Blick auf junge Sportler richtete der Nationalspieler eine klare Botschaft an Nachwuchssportler: „Man sollte immer an seinem Traum dranbleiben. Bei mir sah es auch lange nicht so aus, dass ich irgendwann zu den Paralympics fahren kann. Aber ich habe daran geglaubt und weitergemacht.“ Eine Haltung, die heute im Heimatmuseum nicht nur gewürdigt, sondern auch als Vorbild für viele verstanden wurde.

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