BERGNEUSTADT
Friedhof: Stadt muss nach neuer Fläche für muslimisches Gräberfeld suchen
Bergneustadt – Bei Bodenuntersuchungen wurde festgestellt, dass die ursprünglich vorgesehene Fläche nicht geeignet ist – Gebühren für Bestattungen, Abwasser und Straßenreinigung sollen steigen.
Von Peter Notbohm
Dass der städtische Friedhof in Bergneustadt ein muslimisches Gräberfeld bekommt, hat Bergneustadts Politik schon vor der Sommerpause beschlossen (OA berichtete). Die Errichtung verzögert sich nun allerdings. Geplant war das Gräberfeld im östlichen Teil des Friedhofs an der Ennestraße. Wie Fachbereichsleiter Andreas Wagner nun im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss berichtete, ist die Fläche allerdings gänzlich ungeeignet. Das hätten Bodenuntersuchungen gezeigt, die aufgrund der hohen Kosten erst nach dem positiven Votum der Politik durchgeführt wurden.
Als „einzige Katastrophe“ bezeichnete Wagner die Bodenbeschaffenheit. Schon nach 60 Zentimetern sei man auf massiven Felsen gestoßen. Ein Gräberfeld könne nur unter enormen Aufwand angelegt werden. Die Fläche müsste aufgeschüttet werden, der Hang terrassiert und zudem eine Drainage eingebaut werden. Zudem sei unklar, ob man dann noch von „unberührter Erde“, die muslimischen Riten neben der Ausrichtung der Gräber gen Mekka vorschreibt, sprechen könne. Dies sei keine Lösung, erklärte Wagner, auch weil dann die ohnehin schon steigenden Friedhofsgebühren (siehe Kasten) deutlich steigen müssten.
Die Stadt sei nun auf der Suche nach einer Alternative. Es gebe bereits erste Ideen, diese seien aber noch nicht spruchreif. Auch Bürgermeister Matthias Thul (CDU) mahnte, dass man die Kosten nicht für alle Friedhofsnutzer in die Höhe treiben dürfe, insbesondere wenn es Alternativen gebe: „Für Muslime ist es am Ende egal, ob wir das Gräberfeld im Westen oder Osten des Friedhofs anlegen. Wichtig ist, dass die Beisetzungen stattfinden können und das unter muslimischen Riten.“
Gebühren für Bestattungen, Abwasser und Straßenreinigung steigen
Die Bürger in Bergneustadt müssen künftig nicht nur bei Abwasser und Straßenreinigung tiefer in die Tasche greifen, auch die Friedhofsnutzung wird teurer. Das geht aus den Gebührenbedarfsberechnungen für 2027 hervor, die der Ausschuss jeweils mehrheitlich an den Stadtrat empfohlen hat. Um bis zu 120 Euro sollen die Kosten für Reihengräber (+8,16 Prozent), Urnenreihengräber (+8,43 Prozent) oder Wahlgräber (+7,02 Prozent) steigen. Gründe sind vor allem zusätzliches Personal im Baubetriebshof, der bislang mit zu wenig Mitarbeitern auskommen musste, Tarifsteigerungen, aber auch die Instandsetzung der Urnenwand. „Große Chancen, eine Erhöhung zu vermeiden, haben wir nicht, weil wir kein Geld im Haushalt haben“, sagt Kämmerin Janina Hortmann im Ausschuss.
Auch beim Abwasser kommt es zu einigen Erhöhungen. Unter anderem soll die Vollanschlussgebühr für Schmutzwasser von 4,82 Euro auf 4,98 Euro pro Kubikmeter steigen. Auch hier sind die Gründe vielfältig: Neben Tarifsteigerungen, Fehlbeträgen aus den Vorjahren und der Aktualisierung des Generalentwässerungsplans, des Niederschlagswasserbeseitigungskonzepts sowie des Abwasserbeseitigungskonzepts herrscht zudem ein Rückstau bei der Reparatur maroder Rohre. Künftig sollen vermehrt Untersuchungen durchgeführt werden, um Mängel schneller beheben zu können. Auch der Kehr- und Winterdienst sollen teurer werden. Pro Frontmeter sollen Eigentümer künftig 2,97 Euro zahlen.
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