BERGNEUSTADT

Frist für Befragung zur Windenergie verlängert

pn; 13.10.2026, 12:49 Uhr
Symbolfoto: Matthias Böckel from Pixabay
BERGNEUSTADT

Frist für Befragung zur Windenergie verlängert

pn; 13.10.2026, 12:49 Uhr
Bergneustadt – Wegen teilweise verspätet zugestellter Abstimmungsunterlagen wird die informelle Bürgerbefragung um eine Woche verlängert – „Gegenwind“ kritisiert erneut Stadt und Kreis – AfD fordert Bürger zum „Nein zur Windkraft“ auf.

Seit dem 5. Oktober läuft in Bergneustadt die gemeinsame informelle Bürgerbefragung von Stadt und dem Oberbergischen Kreis zum Thema Windenergie auf dem Beulberg. Zwar sind laut einer Mitteilung des Kreises inzwischen zahlreiche Rückmeldungen bei der Stadt Bergneustadt eingegangen, bei einem kleinen Teil der Anschreiben an die Bergneustädter Bürger sei es aber zu einer kleinen Verzögerung gekommen, weshalb der Zeitraum der Befragung nun um eine Woche bis zum 1. November verlängert wurde, um allen Bürgern ausreichend Zeit für die Teilnahme einzuräumen und eine möglichst hohe Beteiligung an der Befragung zu ermöglichen.

 

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Derweil machen die Gegner der möglichen Windkraftenergieanlagen auf dem Beulberg weiter mobil. Die Initiative „Gegenwind“ reagierte am Wochenende auf die begleitenden Informationen zur Bürgerbefragung von Kreis und Stadt. In einem ausführlichen FAQ sind auf der Homepage der Stadt Bergneustadt 33 Fragen zur Windkraft in Bergneustadt beantwortet, dazu wurde mit der informellen Bürgerbefragung ein mehrseitiges Informationsschreiben versendet.

 

„Gegenwind“-Initiator Markus Rädler kommentierte in einem eigenen Schreiben die Fragen und Antworten der Stadt. Erneut wiederholt er dabei seine Einschätzung, dass die Stadt durch Nichtverpachtung von städtischen Wegen, Grundstücken und Straßen nicht nur die Anlagen auf dem Beulberg, sondern auch die Windkraftwerke in der Sülemicke sehr wahrscheinlich verhindern könne. Dies wurde von Bürgermeister Matthias Thul (CDU) immer wieder verneint, zuletzt bei zwei Bürgerinformationsveranstaltungen (OA berichtete).

 

Zusätzlich erwartet „Gegenwind“, dass die vorgelegten Zahlen zur erwarteten Leistung der Windräder zu positiv ausfallen und die tatsächliche Stromproduktion deutlich geringer ausfallen wird. „Für die Bürger ist der tatsächlich produzierte und nutzbare Strom entscheidend. Bis zum Jahr 2030 werden die Abschaltungen wegen zu hoher Stromproduktion weiter deutlich zunehmen“, glaubt „Gegenwind“. Angezweifelt werden auch die von der Stadt angegebenen Abstandsflächen zur Ortschaft Pustenbach. Nach Zahlen von „Gegenwind“ soll eine der geplanten Anlagen in einer Entfernung von 650 statt der angegebenen 850 Meter gebaut werden. Dies sei für die Anwohner „nicht zumutbar“.

 

Nicht locker lässt „Gegenwind“ auch beim Thema Infraschall und hinterfragt, warum der Hersteller der Anlagen Vestas hierzu keine technischen Daten veröffentliche. Auch bei zu erwartenden Erlösen für die Stadtkasse äußert „Gegenwind“ Kritik. Diese müsse man vor dem Hintergrund sehen, dass der Bau mit Subventionen aus öffentlichen Geldern unterstützt werde. Diese aufzubringenden Subventionen seien um ein Vielfaches höher als der Anteil, den die Stadt letztlich erhalten werde.

 

Ebenfalls klar positioniert hat sich die Bergneustädter AfD, die seit dem Wochenende alle Bürger über einen achtseitigen Flyer in Briefkästen zum Thema informiert. Hiernach stehe Bergneustadt „vor einer Jahrhundertentscheidung“. Windkraft werde als „angeblich saubere und billige Lösung verkauft“. Dabei bedeute sie „unkalkulierbare, finanzielle Lasten für unsere Stadtkasse“ schreibt die AfD.

 

Die nicht grundlastfähige Windkraft sei ein teures Doppelsystem, das durch die garantierten Subventionen nur auswärtige Großinvestoren bereichere, während Deutschland weiter Rekord-Strompreise zahle. Weitere Probleme aus Sicht der AfD: Dauerlärm sowie Schattenschlag, Wertverlust von Immobilien, Kahlschlag in den Wäldern und die Beschädigung von Infrastruktur für den Bau der Anlagen.

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