BERGNEUSTADT

Klimawandel: Bergneustadts SPD will Schulen gegen Hitze rüsten

pn; 22.07.2026, 16:45 Uhr
Archivfoto: Michael Kleinjung ---- Nicht nur am Wüllenweber-Gymnasium hatten Schüler Ende Juli mit den Temperaturen zu kämpfen. Hitzefrei können Schulleitungen ab 27 Grad Raumtemperatur geben. Da dauerhaftes "Hitzefrei" in den Sommermonaten keine Lösung sein kann, fordert Bergneustadts SPD nun einen Klimaplan, um Schulgebäude herabzukühlen.
BERGNEUSTADT

Klimawandel: Bergneustadts SPD will Schulen gegen Hitze rüsten

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pn; 22.07.2026, 16:45 Uhr
Bergneustadt – Einen Klimaplan für die Klimatisierung der Schulen fordern die Sozialdemokraten – Bergneustadts Politik sieht allerdings noch weiteren Beratungsbedarf.

Von Peter Notbohm

 

Ende Juni erlebte nicht nur Bergneustadt rekordverdächtige Temperaturen. Schon in den frühen Morgenstunden knallte die Sonne unerbittlich auf den Schulhof und die Gebäude von Bergneustadts Schulen. In den Klassenräumen hätten schon zu Schulbeginn teilweise fast 29 Grad geherrscht, sagt Daniel Grütz (SPD), Lehrer am Wüllenweber-Gymnasium. Auf Antrag seiner Fraktion soll die Verwaltung deshalb nun zeitnah einen Klimaplan für die Klimatisierung aller städtischen Schulen entwickeln. „Der Klimawandel ist real. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir Schulen herabkühlen. Lernen kann man bei solchen Temperaturen vergessen“, sagt Grütz.

 

Konkret erwartet die SPD einen Plan zur Beschaffung von Klimaanlagen. Den dafür notwendigen Strom könne man über PV-Anlagen gewinnen. Ebenfalls geprüft werden soll die Möglichkeit baulicher Änderungen an den Schulgebäuden. Im Raum stehen Sonnensegel, das Aufbrechen von Versiegelungen und das Pflanzen von Bäumen. „Hitzeschutz wird eine städtische Daueraufgabe werden, für Kitas, Schulen, Seniorenheime und Arbeitsplätze“, ist Grütz überzeugt. Holger Ehrhardt (SPD) verwies auf den Hitzeschutzkatalog, den die Stadt Stuttgart für seine 150 Schulen aktuell entwickeln will.

 

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Kritik für den SPD-Vorstoß gab es aus Reihen der AfD und UWG. Wolfgang Lenz (AfD) sprach von einem „im Grundsatz unterstützenswerten, aber schlecht gemachten Antrag“, bei dem aufgrund der finanziellen Schranken des Haushaltssicherkonzepts (HSK) „im Resultat nicht mehr als ein paar nette Sätze auf Papier herauskommen werden“. Zudem sind Klimaanlage aus seiner Sicht ökologisch alles andere als sinnvoll. Auch Sven-Oliver Rüsche (UWG) sprach von Aktionismus, da der Stadt die Betriebskosten ohne PV-Anlagen ganz schnell auf die Füße fallen würden: „Wir müssen dieses Projekt viel größer denken. Das war eine Ausnahme-Juni, von dem wir nicht wissen, ob er sich überhaupt wiederholt. Außerdem können wir nicht nur die Jugend mit unserem Steuergeld beglücken, sondern müssen hier auch an die alten Mitbürger denken, die wesentlich schneller bei diesen Temperaturen sterben. Kinder sind flexibler und mobiler.“

 

Torsten Jäger (CDU) plädierte anschließend dafür, das Thema in den Bau- und Planungsausschuss sowie den Schulausschuss zu verweisen. Nur Klimageräte anzuschaffen, sei zu kurzgegriffen, fand er: „Es geht um bauliche Anpassungen und Verhaltensanpassungen. So wie der Antrag aktuell gestellt ist, müssten wir als Stadt zahlen, was wir im HSK nicht können.“ Gleichzeitig forderte er konkrete Förderprogramme von Bund und Land. Der SPD-Antrag wurde daraufhin mehrheitlich bei zwei Enthaltungen und sechs Gegenstimmen der AfD in die Fachausschüsse zur weiteren Beratung verwiesen.

KOMMENTARE

1

Wie bitte? Der Klimawandel ist real?
Kann in Deutschland nicht sein, wo wir doch Milliarden in den Klimaschutz investieren. Mal wieder ein Deutscher ideologischer Schwachsinn?

Herr Bei , 22.07.2026, 17:32 Uhr
2

„Ein Ausnahme-Juni, von dem wir nicht wissen, ob er sich überhaupt wiederholt?“

Das ist ja an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Inzwischen sollte auch bei den Letzten angekommen sein, dass diese Hitzeperioden, egal ob im Mai, Juni oder Juli, eben nicht mehr die Ausnahme bleiben, sondern in den kommenden Jahren vielmehr die Regel sein werden.

Angesichts des Zustands der heimischen Wälder, dem verhängten Entnahmeverbot von Wasser aus öffentlichen Gewässern und nicht zuletzt einem Südeuropa in Flammen ist diese Blauäugigkeit bzw. Leugnen der Realität absolut unverantwortlich und reiner Hohn gegenüber allen Menschen, die unter der Hitze leiden. Egal ob jung oder alt.

Klinkenberg , 22.07.2026, 19:24 Uhr
3

Da will wohl ein Herr Grütz was Gutes für seine Schule tun. So ein Quatsch, die meisten Kinder haben zu Hause auch keine Klimaanlage

Dietmar S, 22.07.2026, 21:36 Uhr
4

Wenn ich mir überlege, dass in den USA ganze Stadien auf 20 Grad gekühlt werden, ist das für mich wieder nicht nachvollziehbar, warum die Klimaanlagen nicht schon lange vorhanden sind.
Den Vereinen wird bei Förderanträgen vorgeschrieben, alles klimaneutral zu bauen und bei den Schulen und Turnhallen in Bergneustadt sind teilweise noch alte Neonröhren und Spülkästen installiert.

Neustädter, 23.07.2026, 14:46 Uhr
5

War nicht einer der letzten SPD-Anträge, PV-Anlagen auf allen städtischen Gebäuden zu installieren, obwohl damals noch gar nicht geklärt war, welche Dächer statisch dafür geeignet sind? Sollte das nicht erst geprüft werden, bevor die Verwaltung erneut mit aufwendigen Untersuchungen beauftragt wird? Zudem ist völlig offen, ob sich der Strombedarf einer flächendeckenden Klimatisierung überhaupt durch PV-Anlagen decken ließe.

Und das Argument im Antrag, durch Kurztage gehe wichtige Schulzeit verloren, überzeugt mich überhaupt nicht. Zwei meiner Kinder besuchen weiterführende Schulen in Bergneustadt. Unterrichtsausfall gehört dort leider das ganze Jahr über zum Alltag.
Im Vergleich dazu fallen wenige hitzebedingte Kurztage kaum ins Gewicht.

Michael , 23.07.2026, 15:41 Uhr
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