BERGNEUSTADT
Mehr Platz zum Kicken: Spielplatz soll um Bolzplatz erweitert werden
Bergneustadt – Im Stadtteil Wiedenest wünschen sich Anwohner einen Bolzplatz für ihre Kinder – Bergneustadts Politik bewilligt das rund 15.000 Euro teure Projekt und hofft auch auf Sponsoren.
Von Peter Notbohm
Kinder im Bergneustädter Stadtteil Wiedenest sollen einen neuen Bolzplatz bekommen. Auf Anregungen von Einwohnern haben CDU und SPD einen gemeinsamen Antrag in den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss eingebracht, der einstimmig bei einer Enthaltung der Grünen bewilligt wurde. Der Bolzplatz soll im Bereich der großen Wiesenfläche auf dem Spielplatz Wiedenest an der Bruchhausener Straße entstehen. Für das Projekt kalkulieren beide Fraktionen mit Kosten in Höhe von über 15.000 Euro. Diese sollen möglichst durch Förderprogramme oder Sponsoring nicht den Haushalt belasten.
Durch den Wegfall anderer Bolzplätze und die Einzäunung des Sportgeländes in Pernze hätten Kinder und Jugendliche immer wenige Möglichkeiten außerhalb des Vereinssports zu kicken, heißt es in dem Antrag. Zudem leiden Kinder und Teenager zunehmend unter motorischen Entwicklungsstörungen, verursacht durch Bewegungsmangel aufgrund erheblich gestiegenem Medienkonsums, argumentieren die beiden Fraktionen. „Um die Freude an Bewegung und körperlicher Aktivität zu steigern, ist es wichtig, dass eine Stadt ortsnah attraktive Bewegungs- und Freizeitangebote für Kinder und Teenager unterhält“.
Installiert werden soll neben zwei Kleinfeldtoren ein Ballfangzaun, um die angrenzenden Grundstücke zu schützen. Die Rasenpflege soll durch die Stadt übernommen werden. Sven Oliver Rüsche (UWG) begrüßte den Vorschlag, gab aber auch zu bedenken, dass sich die Stadt im Haushaltssicherungskonzept befinde: „Für Kinder etwas zu machen, ist immer toll. Aber wir geben eine E-Bike-Station auf und diskutieren über Kosteneinsparungen. Wie passt das zusammen?“ Auch Roland Wernicke (Grüne) sah den Vorbehalt der Förderung kritisch.
Kritik, die der Ausschussvorsitzende Detlef Kämmerer (SPD) nicht zählen lassen wollte: „Wenn wir keine 15.000 Euro mehr für Kinder haben, machen wir etwas falsch.“ Ähnlich argumentierte Oliver Gesierich (CDU): „Kinder haben außerhalb von Vereinen kaum noch die Möglichkeit zu spielen. Für diese Summe ist es mir das wert, dass sie nicht vor der Playstation hängen.“ Bürgermeister Matthias Thul (CDU) zeigte sich optimistisch, dass man für den Bolzplatz Sponsoren finden kann, sieht bei der Pflege des Platzes aber nicht die Stadt, sondern die Nutzer und den Verein vor Ort in der Pflicht.
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