BERGNEUSTADT

Sahneschnittchen an der Macht

mkj; 12.02.2026, 12:40 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Bürgermeister Matthias Thul zwischen den als „Sahneschnittchen“ einer Geburtstagstorte verkleideten Stephinchen.
BERGNEUSTADT

Sahneschnittchen an der Macht

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mkj; 12.02.2026, 12:40 Uhr
Bergneustadt - Nach närrischem Femgericht, kurzer Begnadigung und einem beherzten Gerangel vor dem Rathaus übernehmen die „Stephinchen“ das Kommando – Der Stadtschlüssel ist fest in ihrer Hand.

Während die als „Sahneschnittchen“ einer Geburtstagstorte verkleideten Stephinchen auf dem Rathausplatz auf ihren großen Moment warteten, um die Macht im Rathaus zu übernehmen, spielte sich hinter den Mauern bereits ein kleines karnevalistisches Drama ab. Unter ihrem persönlichen Motto angesichts des 725-jährigen Stadtjubiläums „Von der Gründung bis ins All – Bergneustadt feiert überall“ hatten sich die Rathausfrauen aus Vergangenheit und Zukunft zusammengerottet, den Bürgermeister vor ein närrisches Femgericht gestellt und ihn kurzerhand zum Tode verurteilt. In letzter Sekunde wurde er jedoch begnadigt. Noch leicht zittrig verließ er das Rathaus, um sich lieber den wartenden Stephinchen zu ergeben.

 

[Die beiden singenden Karnevalspräsidenten von der Hohen Belmicke gaben sich ein Stelldichein beim Neustädter Rathaussturm.]

 

Der Rathausplatz war gut gefüllt mit neugierigen Jecken, die das Spektakel verfolgten. Nach einem kurzen Gerangel vor dem Rathauseingang wechselte der Stadtschlüssel schließlich den Besitzer. Stephinchenführerin Antje Schnellenbach reckte triumphierend den Schlüssel in die Höhe und begrüßte die Menge mit einem dreifach donnernden „Neustadt-Alaaf“. Augenzwinkernd stellte sie fest, man sei „die süßeste Versuchung, seit es Bergneustadt gibt“. Mit Blick auf das große Stadtjubiläum am 13. Mai nahm sie Bürgermeister Matthias Thul humorvoll ins Visier, sprach über dessen „Rücken“ und versprach fürsorgliche Pflege – allerdings ohne Garantie für die „Bella Figura“. Statt politischer Spitzen setzte sie bewusst auf Zuversicht und Vorfreude: Gerade in bewegten Zeiten brauche es Inseln der Lebensfreude, und das 725-jährige Bestehen der Feste werde eine solche sein.

 

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Bürgermeister Matthias Thul nahm sein närrisches Schicksal mit Humor. „Die Rathaus-Wiever haben mich heut schon besucht und dann auch noch ganz doll verflucht“, reimte er und erinnerte an das Urteil des närrischen Femgerichts: „Zum Tode sollt’ ich heute sein.“ Letztlich blieb ihm – wie er augenzwinkernd einräumte – nichts anderes übrig, als die Macht den Stephinchen zu übergeben, denn „hier hilft kein Jammern und kein Flehen“. Mit einem dreifachen „Alaaf auf die Feste“ verabschiedete er sich symbolisch auf Zeit aus dem Amt und wünschte allen Jecken eine friedliche und fröhliche Weiberfastnacht.

 

Bereits vor dem Rathaussturm hatte der Tag schwungvoll in der Sparkassen-Geschäftsstelle begonnen. Die als Minions verkleideten Sparkassenfrauen empfingen die Stephinchen zu einem ersten Umtrunk und präsentierten dabei augenzwinkernd ihren neuen Vorstandschef Dirk Steinbach als „Frischfleisch für die Stephinchen“. Der große und stattlich gebaute Sparkassenboss, der privat gerne kocht, wurde kurzerhand als Chefkoch eingekleidet – inklusive entsprechender Mütze, damit ihn die Stephinchen besser erkennen konnten. Gemeinsam zog man anschließend Richtung Rathaus. Für musikalische Stimmung sorgten die singenden Karnevalspräsidenten Rainer Tomasetti und Kevin Mankel von der Hohen Belmicke, die mit ihren Roten Funken und kölschen Liedern den Rathausplatz in Feierlaune versetzten.

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