BLAULICHT
Beim Feuerwehr-Nachwuchs bleibt Reichshof spitze
Reichshof - Auf ein eher ruhiges Jahr blickt Reichshof Feuerwehr zurück - Feuerwehrleiter Sascha Frede freut sich über gute Zahlen beim Nachwuchs und warnt die Politik davor, an der Feuerwehr zu sparen.
Von Peter Notbohm
Gute Jugendarbeit in der Feuerwehr bedarf Zeit, Nerven und einer Menge Enthusiasmus. Das sagt Reichshofs Gemeindejugendfeuerwehrwart Maik Bourbones. Dass sich diese Arbeit in Form der Generierung von Nachwuchs lohnt, zeigt die Nachwuchsarbeit bei der Feuerwehr Reichshof.
Nicht ohne stolz berichtete Feuerwehrleiter Sascha Frede im Rahmen der diesjährigen Jahresdienstbesprechung in der Aula der Gesamtschule in Eckenhagen, dass die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Reichshof ein sehr hohes Niveau an jungen Nachwuchskräften hat. Schon seit vielen Jahren hält man die personell stärkste Einheit im gesamten Kreisgebiet vor.
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Seit mehr als 50 Jahren investiert die Feuerwehr viel Zeit in die eigene Nachwuchsgenerierung. 2014 wurde zusätzlich zur Jugendfeuerwehr die Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen. Nach aktuellen Zahlen (Stand: 31. Dezember 2025) sind dort 44 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und neun Jahren an den drei Standorten in Denklingen, Eckenhagen/Hespert und Mittelagger stationiert.
Hinzu kommen 95 Kinder und Jugendliche zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr, die auf den aktiven Dienst vorbereitet werden. Nicht unerwähnt ließ Frede, dass die Koordination der Jugendarbeit „einen riesengroßen Kraftakt darstellt“, weshalb er allen Unterstützern und Betreuern für die zusätzlich zum normalen Dienstbetrieb geleistete Arbeit dankte. In der Führung der Jugendfeuerwehr wird es einen Wechsel geben. Für Christian Abbing werden künftig Manuel Woggon und Marius Junge Führungsrollen einnehmen.
Mit den 250 Aktiven (13 weniger als im Vorjahr), der Ehrenabteilung (50), der Unterstützungsabteilung (19) und den drei Musikzügen (103) zählt Reichshofs Feuerwehr aktuell 561 Mitglieder. „Im Vergleich zum Vorjahr ist ein leichter, aber derzeit kein Sorgnis bereitender Abwärtstrend festzustellen“, kommentierte Frede (Foto) die nackten Zahlen.
Die Arbeit seiner Kameraden sei vielfältiger denn je. „Wer glaubt, wir sind nur die, die kommen, wenn es brennt oder einen Unfall gegeben hat, der hat das breite Spektrum unserer großen und vielfältigen Institution noch nicht genau erkannt“, so Frede, der von einem „breiten Trichter des sozialen Systems“ sprach.
Die Feuerwehr sei Helfer, Unterstützer und Möglich-Macher. Zu den Kernaufgaben der Übungsdienste, der Pflege und Überprüfung von Fahrzeugen und Geräten, der Fortbildung und der Planung gehöre auch „die viel zu gewaltige Verwaltung und Dokumentation all unserer Aufgaben“. Insgesamt 48.014 Stunden ehrenamtliche Arbeit habe die Feuerwehr mit all ihren Aufgaben abgeleistet.
Angesichts der politischen Diskussion um leere Kassen und mögliche Einsparungen stellte Frede daher eine eigene Rechnung auf. Nehme man den durchschnittlichen Brutto-Stundenverrechnungssatz eines Berufsfeuerwehrmanns in Höhe von 21 Euro, habe die Feuerwehr der Gemeinde allein im vergangenen Jahr mehr als eine Million Euro Steuergeld eingespart.
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Frede sprach zwar von einer fiktiven Rechnung, aber „jeder Cent der knappen Steuergelder, der in die Feuerwehr investiert wird, ist die wertvollste Investition in die Sicherheit meiner Einsatzkräfte und dem Schutz unserer Bürger“.
Ausrücken musste Reichshofs Feuerwehr im vergangenen Jahr 218-mal (123 technische Hilfeleistungen, 62 Brände, 33 Fehlalarmierungen) – ein vergleichsweise ruhigeres Jahr, in dem es aber auch harte Einsätze gegeben habe. 32 Menschen konnte man dabei retten, für vier Menschen kam aber auch jede Hilfe zu spät. Unterschwellig warb Frede erneut für eine eigene Drehleiter.
Auch Reichshofs Bürgermeister Jan Gutowski betonte, dass die Zeit, der Einsatz und die Leidenschaft der Kameraden nicht selbstverständlich sei. Es gehöre zwar dazu, dass angesichts klammer Kassen und vorgegebener Rahmenbedingungen nicht immer Einigkeit zwischen Rathaus und Feuerwehr herrsche. Er nehme die Anliegen der Feuerwehr aber ernst und sei gewillt, immer das Bestmögliche zu erreichen: „Die Sicherheit der Menschen darf niemals beeinträchtigt werden.“
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Kreisbrandmeister Julian Seeger warb wie schon bei den Jahresdienstbesprechungen in anderen Kommunen angesichts von Destabilisierungsversuchen auf unser Gemeinwesen für das Thema der wachsenden Bedeutung des Zivilschutzes. Umso wichtiger sei es, die Resilienz der Bevölkerung zu erhöhen. „Die Feuerwehr ist nicht nur reine Einsatzorganisation, sondern auch Stabilitätsanker in den Kommunen“, warb er bei den Kameraden dafür, die Bürger über Eigenvorsorge zu informieren.
Im Anschluss nahm die Feuerwehr mehrere Ehrungen (47), Bestellungen bzw. Entlassungen (11), Überstellungen (21) und Beförderungen (41) vor. Auf 60 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr kann Günter Marx zurückblicken. Seit 50 Jahren verrichten Erhard Gerd Trabert, Gerd Prinz, Hardi Himmeröder und Ralf Bitzer ihren Dienst für die Feuerwehr. Für 40 Jahre wurden Gerhard Mabon, Markus Kiupel, Jörg Rossenbach, Frank Bohlien, Dirk Lünschermann, Thomas Marsch, Axel Becher, Roland Bunkus und Achim Fischbach geehrt.
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