BLAULICHT

Bis zu 83 Fälle: Polizei fahndet weiter nach Serientätern

lw; 05.03.2026, 15:30 Uhr
Fotos: Polizei OBK.
BLAULICHT

Bis zu 83 Fälle: Polizei fahndet weiter nach Serientätern

lw; 05.03.2026, 15:30 Uhr
Oberberg – Im Südkreis trieben von August bis Ende Oktober vergangenen Jahres Unbekannte ihr Unwesen – Pedelecs und Bargeld gestohlen - Polizei gibt weitere Informationen – Suche nach Tätern geht weiter.

Von Lars Weber

 

Fast an der Tagesordnung im Südkreis waren im Herbst 2025 Einbrüche in Autos, Gartenhäuser, Werkstätten oder auch Schuppen und Scheunen. Die Unbekannten erbeuteten damals in schöner Regelmäßigkeit Bargeld, Werkzeuge oder auch Pedelecs. Bereits seit Februar hatte die Polizei die Öffentlichkeit einbezogen und mithilfe von Fotos von Überwachungskameras nach zwei mutmaßlichen Tätern gesucht. Noch ohne Erfolg – weshalb Brigitte Bins-Scheske, die Leiterin des Kriminalkommissariats Waldbröl, im Rahmen der Präsentation der Kriminalitätsstatistik die Gelegenheit nutzte, weitere Details zu der Einbruchsdiebstahlserie zu nennen.

 

Tatsächlich könnten ganze 83 Fälle den beiden Tatverdächtigen zuzuordnen sein, sagte Bins-Scheske. Ein Beginn der Serie sehen die Ermittler am 19. August, den Schwerpunkt der Vorfälle aber im September und Oktober, mit einem Ende am 24. Oktober. Hauptsächlich im Bereich von Wiehl und Nümbrecht hätten die weiterhin Unbekannten ihr Unwesen getrieben, allerdings passten auch diverse Fälle in Waldbröl, im Reichshof oder auch im angrenzenden Rhein-Sieg-Kreis zum Modus Operandi.

 

Wichtig: Die Unbekannten verzichteten darauf, in Wohnungen oder Häuser einzubrechen. Stattdessen gaben sie sich damit zufrieden, in Gartenhäuser, Schuppen oder ähnliches einzusteigen. Auch Autos guckten sie sich aus. Meist zwischen Mitternacht und 5 Uhr schlugen sie zu. Die zeitliche und örtliche Nähe in Verbindung mit den Aufnahmen von Überwachungskameras, die stets zwei schlanke Männer zeigten, führte die Polizei zu der Annahme, es mit Serientätern zu tun zu haben. „Auffällig ist ihr Größenunterschied“, so Bins-Scheske. Ein Mann ist etwa 1,90 Meter groß, sein Komplize dagegen ist „nur“ rund 1,75 Meter groß. Sie sollen einen rumänischen Dialekt haben und Rechtshänder sein. Für ihre Flucht nutzten sie häufig Waldwege, gerne auch mit jenen Pedelecs, die sie gerade erst gestohlen hatten.

 

Die Männer hätten zwar einige Spuren hinterlassen, DNA habe die Polizei aber nicht finden können. Auch die Auswertung zweier Handysignale hätte keine weiteren Erkenntnisse gebracht, die die Polizei auf eine Spur gebracht hätte. Daher wurde Anfang Februar die Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Noch seien aber keine zielführenden Hinweise eingegangen. Auch in Chatgruppen von Anwohnern und Bürgern seien Hinweise geteilt worden, es habe viele Gespräche gegeben.

 

Auffällige Merkmale

 

Arbeitshandschuhe der Firma „Uvex“, ein dunkles beziehungsweise auch ein helles Hals/Funktionstuch im Gesicht, eine dunkle Mütze oder Kappe mit „NY“-Logo (steht für New York), dunkelgrüne oder schwarze Jacke mit orangeroten Reißverschlüssen, dunkle Jacke mit Steppmuster, ein Rucksack mit Netz als Flaschenhalterung und schwarzen Brust- und Bauchgurten, weiße Schuhe mit schwarzen Schnürsenkeln, außerdem dunkle Schuhe der Marke Adidas mit heller Sohle.

Weitere Fotos gibt es hier.

 

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat Waldbröl unter Tel.: 02261/81 99-0 oder per E-Mail entgegen.

 

Bins-Scheske rät dazu, keine Dokumente und Wertsachen in Fahrzeugen zurückzulassen, erst recht nicht sichtbar, aber auch nicht versteckt. Die Verstecke kennen Diebe sowieso. „Die Autos sollten zudem immer verschlossen werden!“ Tatsächlich erfährt die Polizei es immer wieder, dass viele Fahrzeugführer ihr Auto unverschlossen ließen.

 

Pedelecs sollten stets in geschlossenen Räumen abgestellt und dort auch gesichert werden. „Alles, was es Tätern schwerer macht, ist gut.“ So könne man den Akku entfernen, wodurch der Wert des E-Bikes gemindert werde. Mit Mikrochips, speziellen Gravuren oder auch GPS-Sendern kann man die teuren Gefährte ebenfalls sichern, individuelle Merkmale des Pedelecs sollten in einem Fahrradpass notiert werden.  

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