BLAULICHT
Positives Fazit nach Entschärfung einer Weltkriegsbombe
Gummersbach – Nach der Entschärfung einer US-Fliegerbombe, die im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens zwischen Niederseßmar und Bernberg gefunden wurde, sagt Raoul Halding-Hoppenheit: „Gummersbach kann Krise!“ (AKTUALISIERT).
Von Peter Notbohm
+++6. Meldung (Donnerstag, 16:40 Uhr)+++
Nach einer ersten Nachbesprechung zum gestrigen Bombenfund an der Schüttenhöhe in Gummersbach hat Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit ein positives Fazit gezogen. „Gummersbach kann Krise“, sagte das Stadtoberhaupt im Gespräch mit Oberberg-Aktuell am Donnerstagnachmittag. Alle festgelegten Abläufe und erprobten Verfahrensweisen hätten sich am Mittwoch bewährt. In den vergangenen Jahren hätte die Stadt von Hochwasserlagen bis zu Brandereignissen vieles erlebt, nun sei auch ein Bombenfund hinzugekommen. „Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten war sehr gut und ist Hand in Hand verlaufen“, betonte Halding-Hoppenheit.
Potential für Verbesserungen gebe es trotzdem. Dass die Eugen-Haas-Halle noch nicht aufgeschlossen war, als die ersten Evakuierten eintrafen, müsse nachgeschärft werden. Der Bürgermeister war am Abend selbst in der Sporthalle und hatte sich dort mit den evakuierten Bürgern, die vom Deutschen Roten Kreuz versorgt wurden, in entspannter Atmosphäre unterhalten. Von den rund 280 in der Sperrzone wohnhaften Menschen hatten letztlich nur 20 das Angebot in der Eugen-Haas-Halle wahrgenommen. Viele waren wohl bei Freunden und Bekannten untergekommen. Halding-Hoppenheit bedankte sich in diesem Zusammenhang nicht nur für das Verständnis der betroffenen Bürger, sondern auch für die große Hilfsbereitschaft, u.a. von Mike's Bikershop. Der Motorradladen hatte seinen Parkplatz als Anlaufstelle zur Verfügung gestellt und die Einsatzkräfte der Feuerwehr versorgt.
Als der genaue Sicherheitsradius um den Fundort der beiden Weltkriegsbomben noch nicht feststand, hatte der Stab für außergewöhnliche Ereignisse unter Leitung des Ersten und Technischen Beigeordneten Jürgen Hefner noch mit rund 500 zu evakuierenden Menschen geplant. Die Zahl habe man später nach unten korrigieren können, obwohl man den Sicherheitsradius letztlich bewusst etwas größer gezogen habe, so Halding-Hoppenheit. Man habe aber auch Glück gehabt. Hätte die Bombe weiter westlich in Richtung Seßmarstraße gelegen, hätte man auch die Hauptstraße und eventuell sogar das Klinikum Oberberg evakuieren müssen. „Solch eine Einsatzlage muss man nicht haben. Aber es gibt mir ein gutes Gefühl, dass wir gesehen haben, dass wenn etwas passiert, wir gerüstet sind“, so das Gummersbacher Stadtoberhaupt.
Ob mit weiteren Bombenfunden in dem Gebiet zu rechnen sei, konnte man im Rathaus heute noch nicht beantworten. „Darüber haben wir aktuell keinen Kenntnisstand“, sagte Stadtsprecherin Josephine Zwinge auf OA-Nachfrage. Vom Kreis hieß es auf Nachfrage, dass man mit solchen Funden von Altlasten aus dem 2. Weltkrieg immer rechnen müsse. Seitens der Bezirksregierung gebe es gesammelte Informationen zu potentiellen Fundorten, die anhand von alten Luftbildern mit Kraterbildungen zusammengeführt wurden.
Zwinge äußerte sich auch auf die Frage, warum die Bürger nicht über die Warn-App Nina über den Bombenfund informiert worden war: „Die Nina Warn-App ist für einen großen Personenkreis gedacht in Momenten, wo man nicht alle betroffenen Personen erreichen kann. Da wir alle betroffenen Personen persönlich angetroffen haben, gab es keine Meldung.“ Auch ein Kreissprecher verwies auf Nachfrage darauf, dass es sich um eine kommunale und keine kreisweite Lage gehandelt habe und damit die Entscheidung beim Einsatzleiter lag.
+++5. Meldung (Mittwoch, 21:20 Uhr)+++
Auch zur Herkunft der Weltkriegsbombe gibt es mittlerweile ein Update. Demnach handelt es sich doch nicht wie zunächst vermutet um eine 8-Zentner-Bombe, sondern nach Angaben aus dem Rathaus um eine 5-Zentner-Fliegerbombe aus amerikanischen Beständen.
[Anm.d.Red.: In der ursprünglichen Meldung haben wir von einer "5-Pfund-Bombe" geschrieben, nachdem dies vom Rathaus so am Abend kommuniziert wurde. Dies wurde aus dem Gummersbacher Rathaus am Donnerstagmorgen korrigiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.]
+++4. Meldung (Mittwoch, 20:50 Uhr)+++
Entwarnung aus dem Rathaus. Um 20:48 Uhr verkündete Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit gegenüber Oberberg-Aktuell, dass die Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft wurde. Sie wird nun von Spezialisten nach Köln gebracht. Alle Anwohner aus dem evakuierten Gebiet können in ihre Häuser zurückkehren.
+++3. Meldung (Mittwoch, 19:40 Uhr)+++
Laut Gummersbachs Feuerwehrsprecher Marc Wittpohl haben Ordnungsamt und Feuerwehr die Klingelrunden für die Evakuierung der Anwohner soeben abgeschlossen und werden dies nun an die Einsatzleitung weitergeben. Auch der Luftraum wurde gesperrt. Damit kann der Kampfmittelräumdienst mit seiner Arbeit beginnen.
+++2. Meldung (Mittwoch, 19:30 Uhr)+++
Die Bombe soll offenbar nicht gesprengt werden. Wie Bürgermeister Halding-Hoppenheit gegenüber OA sagte, will der Kampfmittelräumdienst die Bombe vor Ort entschärfen. Einer der beiden Zünder sei bereits entfernt worden, der zweite Zünder soll abgesägt werden, sobald die Evakuierungsmaßnahmen abgeschlossen sind. Anschließend soll die Bombe nach Köln gebracht werden. Nach Angaben der Feuerwehr mussten sich deren Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen aus dem Waldgebiet bereits zurückziehen. Derzeit wird laut Feuerwehr und Ordnungsamt die dritte Klingelrunde in den drei betroffenen Straßen durchgeführt. Anwohner hatten teilweise den Notruf gewählt, da sie dachten, dass es sich um einen Betrug handle. In der Eugen-Haas-Halle haben sich bislang etwa 20 Bürger eingefunden, die vom Deutschen Roten Kreuz versorgt werden.
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[Foto: Peter Notbohm ---- Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit (li.) lässt sich in Niederseßmar von Feuerwehreinsatzleiter Karl-Heinz Richter das Sperrgebiet für die Entschärfung der Bombe zeigen.]
+++1. Meldung (Mittwoch, 17:15 Uhr)+++
Aufregung im Gummersbacher Stadtteil Niederseßmar. In einem Waldgebiet zwischen Niederseßmar und Bernberg kam es am Mittwochnachmittag, gegen 15:30 Uhr, im Rahmen eines Flurbereinigungsverfahrens im Bereich Schüttenhöhe zu einem Bombenfund. Aus dem Gummersbacher Rathaus hieß es, dass es sich vermutlich um zwei Weltkriegsbomben handelt. Von einer seien nur noch Fragmente übrig gewesen, eine weitere 8-Zentner-Bombe sei allerdings noch intakt. Sie soll durch den Kampfmittelräumdienst aus Köln noch heute gesprengt oder entschärft werden. Wie lange die Arbeiten dauern werden, ist derzeit noch unklar.
Im Gummersbacher Rathaus wurde ein Krisenstab eingerichtet. Das Areal wird großräumig evakuiert. Die Sperrzone umfasst die Straße „An der Schüttenhöhe“, die Dörnerstraße und die Straße „Zum Silbersiefen“. Betroffen sind insgesamt 79 Gebäude, in denen 277 Menschen leben. Die Anwohner können während der Evakuierungsmaßnahme in der Eugen-Haas-Halle unterkommen. Feuerwehr und Ordnungsdienst sind vor Ort und fordern die Menschen auf, das Gebiet zu verlassen. Die Seßmarer Straße ist von der Sperrung nicht betroffen.
Auf dem Parkplatz von Mike's BikerShop werden Fahrzeuge der Feuerwehr Gummersbach für einen Pendelverkehr bereitgestellt. In der Eugen-Haas-Halle, wo ein Handballspiel abgesagt wurde, übernimmt das Deutsche Rote Kreuz die Betreuung. Pflegebedürftige bzw. nicht-mobile Menschen sollen sich direkt an die Stadtverwaltung (Tel.: 02261/87 21 32) wenden. „Dann helfen wir“, so Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit. Wer bei Freunden oder Nachbarn unterkommt, kann dies ebenfalls tun, ergänzte das Stadtoberhaupt.
Laut Jürgen Hefner, Erster und Technischer Beigeordneter der Stadt Gummersbach, hatte man das Gebiet im Rahmen einer Wegebaumaßnahme im Flurbereinigungsverfahren routinemäßig aus der Luft sondiert. Bei einer genaueren Kontrolle am Boden sei man dann fündig geworden. Die Bombe wurde daraufhin zunächst vorsichtig von Hand freigelegt.