BLAULICHT

Den eigenen Bruder zusammengeschlagen und ausgeraubt?

pn; 14.07.2026, 11:24 Uhr
Symbolfoto: Peter Notbohm.
BLAULICHT

Den eigenen Bruder zusammengeschlagen und ausgeraubt?

pn; 14.07.2026, 11:24 Uhr
Marienheide/Köln – Ein Brüderpaar aus Afghanistan soll in einer Marienheider Notunterkunft den eigenen Bruder ausgeraubt haben – Die Angeklagten bestreiten das – Das mutmaßliche Opfer bleibt dem Prozess bislang fern.

Seit vergangener Woche muss sich ein Brüderpaar aus Afghanistan (21 und 39) vor der 26. Großen Strafkammer am Landgericht Köln wegen besonders schweren Raubes verantworten. Laut Anklage sollen die beiden Männer am 1. Dezember 2024 in einer Marienheider Notunterkunft die Wohnung ihres Bruders aufgesucht haben. Der im Bett liegende Mann soll zunächst mit Fäusten und später auch mit Griffstücken von Messern zusammengeschlagen worden sein. Anschließend sollen die Männer ihm einen Rucksack mit 10.000 Euro in bar sowie zwei Mobiltelefone im Wert von 2.000 Euro gestohlen haben.

 

Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, sollen die Brüder dem Afghanen zudem eine EC- und eine Versicherungskarte sowie den Aufenthaltstitel weggenommen haben und anschließend geflüchtet sein. Der 39-jährige Angeklagte, ein ehemaliger Polizist aus Kabul, bestritt demnach die Vorwürfe und machte seinem Bruder seinerseits Vorwürfe. Der habe sowohl ihn als auch seine in Deutschland lebenden Eltern mehrfach über die Sozialen Medien bedroht. Am mutmaßlichen Tattag habe man das Gespräch suchen wollen, sei vom Bruder aber mit einem Stock angegriffen worden. Gestohlen habe man nichts.

 

Das mutmaßliche Opfer konnte die Kammer bislang nicht vernehmen. Wie der Stadtanzeiger weiter berichtet, erschien der Mann am Montag nicht zu seiner Aussage. Das Gericht erließ demnach eine Vorführung. Zudem wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von 250 Euro angeordnet. Der Prozess soll am Mittwoch fortgesetzt werden. Ursprünglich waren fünf Verhandlungstage bis zum 4. August für das Verfahren angesetzt.

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