BLAULICHT

Den Lebensrettern gedankt

ls; 10.02.2026, 14:00 Uhr
Fotos: Leif Schmittgen --- Dr. Bernd Horbach (li.) war es ein Anliegen, seinen Helfern persönlich zu danken.
BLAULICHT

Den Lebensrettern gedankt

ls; 10.02.2026, 14:00 Uhr
Wipperfürth - Vor knapp einem Jahr brach Bernd Horbach an der Neyetalsperre bewusstlos zusammen -– Gestern besuchte er die Wache.

Von Leif Schmittgen

 

Die Erinnerung an den 23. Februar 2025 und die davor liegenden Tage hat Dr. Bernd Horbach verloren. Das Letzte, an das er sich erinnert, war ein Essen mit Freunden beim Lieblingsitaliener seiner Heimatstadt Krefeld. Seine Frau Ute aber hat jenes schicksalhafte Datum genau in Erinnerung. Es sollte ein erholsamer Spaziergang um die Neyetalsperre bei Sonnenschein im Oberbergischen werden, als Bernd Horbach plötzlich den Arm nach oben riss und nur Sekunden später bewusstlos zusammenbrach.

 

[Die Notärzte Dr. Ralf Mühlenhaus (vorne) und Osman Karabiber erinnerten sich an den Einsatz vor knapp einem Jahr.]

 

Ein Herzinfarkt hatte den heute 65-Jährigen mitten im Wald ereilt. Nur der perfekt funktionierenden Rettungskette ist es zu verdanken, dass Horbach die Attacke schließlich ohne bleibende Schäden überlebt hat. „Ich bin Lehrerin an einem Berufskolleg. Dort bringen wir unseren Schülern die Reanimation bei“, schilderte die Ehefrau beim gestrigen Besuch auf der Rettungswache in Wipperfürth ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse. Im Beisein des gesamten Rettungsdienst-Teams von damals ließ das Ehepaar die Ereignisse – verbunden mit Dankesworten an die Lebensretter – Revue passieren. Sofort hatte Ute Horbach mit Jana Corand nach Absetzen des Notrufes eine kompetente Ansprechpartnerin, die sie per Telefon weiter anleitete. „Ich habe mich bei der Reanimation mit einer Passantin abgewechselt“, erinnert sich die Ehefrau an die lebensentscheidenden Minuten.

 

Binnen acht Minuten war dann Notarzt Osman Karabiber samt Sanitäterteam vor Ort in dem Waldgebiet und versorgte den Patienten weiter. Er litt unter lebensbedrohlichem Kammerflimmern, weshalb sich der Mediziner dazu entschied, einen Rettungshubschrauber an die Neyetalsperre zu beordern. Mit dem Helikopter wurde der Krefelder dann ins evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach geflogen. „Dort gibt es ein 24-Stunden-Herzzentrum“, erläuterte der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Ralf Mühlenhaus, beim gestrigen Ortstermin.

 

 

Nur weil die Rettungskette an diesem Tag ausnahmslos gut funktioniert habe, blieb der Vorfall für Hombach ohne Folgeschäden. In einer Kölner Klinik bekam der 65-Jährige mehrere Stents und ist heute völlig genesen. Es sei sein großer Wunsch gewesen, sich bei seinen Rettern zu bedanken. Deshalb hatte der Oberbergische Kreis gestern eingeladen. „Wir haben etwa 40 bis 50 ähnliche Einsätze pro Monat, etwa die Hälfte der Patienten verstirbt“, berichtete Mühlenhaus.

WERBUNG