BLAULICHT

„Die Herausforderungen für die Feuerwehren werden nicht geringer“

ls, Red; 12.07.2026, 14:00 Uhr
Fotos: Eva Hettich/Feuerwehr Marienheide --- Besondere Auszeichnungen gab es für Frank Hartkopf (li.) und Ralf Breloer.
BLAULICHT

„Die Herausforderungen für die Feuerwehren werden nicht geringer“

ls, Red; 12.07.2026, 14:00 Uhr
Marienheide – Zahlreiche Einsätze bestimmten das Jahr der Marienheider Wehrleute - Überraschung für den Chef.

Viel zu berichten hatte Marienheides Feuerwehrchef Frank Hartkopf während der Jahresdienstbesprechung am Freitag: „Die Maienheider Feuerwehr war 2025 erneut in vielfältiger Weise gefordert. Dabei standen nicht allein die Einsätze im Mittelpunkt. Ebenso wichtig waren Ausbildung, Nachwuchsarbeit, Investitionen in unsere Infrastruktur und Technik sowie die Weiterentwicklung unserer Organisation“, so der Wehrchef in seiner Begrüßungsrede.

 

„Die Herausforderungen für die Feuerwehren werden nicht geringer. Gleichzeitig zeigt das vergangene Jahr eindrucksvoll, dass wir in Marienheide hervorragend aufgestellt sind – personell, organisatorisch und technisch. Darauf können wir stolz sein.“ Ein außergewöhnliches Ereignis des vergangenen Jahres war auch das 150-jährige Bestehen des Musikzuges: „Ein Jubiläum dieser Größenordnung ist etwas Außergewöhnliches und weit mehr als nur ein Blick zurück auf eine lange Geschichte. Es steht für 150 Jahre gelebte Gemeinschaft, musikalisches Engagement und eine enge Verbundenheit mit der Feuerwehr der Gemeinde Marienheide“, so Hartkopf.

 

Mitglieder

 

Zum Jahresende 2025 gehörten der Feuerwehr insgesamt 352 Mitglieder (+6) in allen Abteilungen an. Davon versehen 158 Kameraden (+6) ihren Dienst in der Einsatzabteilung. Unterstützt werden sie von 28 Mitgliedern (–5) der Unterstützungsabteilung, 42 Angehörigen der Ehrenabteilung und 64 Musikern des Musikzuges. Besonders erfreulich ist der Blick auf unseren Nachwuchs: 41 Jugendliche (–1) engagieren sich in der Jugendfeuerwehr, weitere 19 Kinder (–2) in der Kinderfeuerwehr.

 

 

„Unsere Einsatzabteilung verfügt über 86 Atemschutzgeräteträger, also rund 54 Prozent der Einsatzabteilung sind für den Atemschutzeinsatz qualifiziert. Das ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil und spricht für einen guten Ausbildungsstand“, freute sich der Wehrchef.

 

Mit 17 Frauen in der Einsatzabteilung leisteten Kameradinnen einen wichtigen Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Ihr Anteil von rund 10,8 Prozent spiegele eine Entwicklung wider, die sich auch bundesweit fortsetzt. Neben 66 Truppmännern gibt es 50 Truppführer, 15 Gruppenführerdienstgrade und 16 ausgebildete Zugführer und Verbandsführer. Organisatorisch bleibt die Feuerwehr Marienheide weiterhin in zwei Einsatzzüge gegliedert.

 

Einsätze

 

Im Jahr 2025 wurde die Feuerwehr Marienheide zu insgesamt 145 Einsätzen alarmiert. Diese setzen sich aus 30 Brandeinsätzen, 65 Technischen Hilfeleistungen, davon 14 ABC-Einsätze, und 50 Fehleinsätzen zusammen.

 

Während die Zahl der Brandeinsätze gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen ist – von 15 auf 30 –, war bei den Technischen Hilfeleistungen ein Rückgang von 82 auf 65 Einsätze zu verzeichnen. „Insgesamt zeigt sich damit wieder ein Einsatzaufkommen auf hohem Niveau“, so das Resümee von Hartkopf. Besonders auffällig sei die Entwicklung bei den Verkehrsunfällen. Mit 22 Einsätzen musste man hier deutlich häufiger tätig werden als im Vorjahr. Gleichzeitig machten Ölspuren erneut einen erheblichen Anteil der ABC-Einsätze aus.

 

Auch die Zahl der Fehleinsätze bleibt hoch. „Insgesamt wurden wir 50-mal alarmiert, davon allein 22-mal durch Brandmeldeanlagen“, so Hartkopf. Jeder dieser Einsätze bindet Personal und Einsatzmittel und zeigt, wie wichtig eine jederzeit einsatzbereite Feuerwehr ist.

 

Besonders in Erinnerung geblieben seien dabei unter anderem der Waldbrand in Lindlar, wo die Marienheider Nachbarschaftshilfe leisteten, ein schwerer Unfall im Ortsteil Hütte sowie ein ABC-Einsatz bei der ehemaligen Firma Kind.

 

Stunden

 

Insgesamt leisteten alle Mitglieder der Feuerwehr Marienheide 30.969 Stunden. Davon entfallen rund 26.694 Stunden auf Ausbildungen, Wartungen, Übungen und Arbeitsdienste. 4.187 Stunden wurden für Einsätze aufgebracht: „Stunden, die ehrenamtlich erbracht wurden und häufig mit kurzfristiger Alarmierung, Belastungen für Familie und Beruf sowie nicht selten unter schwierigen Bedingungen verbunden waren“, meinte Hartkopf.

 

Ehrungen und Beförderungen

 

Frank Hartkopf hatte eine besondere Überraschung für den im Januar in Kempershöhe ausgeschiedenen Löschgruppenführer Ralf Breloer. Er hatte die Geschicke nach 23 Jahren in die Hände von Daniel Ommer übergeben (OA berichtete).

 

Für seine Verdienste erhielt Breloer das Feuerwehrkreuz in Bronze des Deutschen Feuerwehrverbandes überreicht. Hartkopf war es zudem eine Freude, zu verkünden, dass Patrick Breloer, der Sohn des ausgeschiedenen Chefs, nun neuer stellvertretender Leiter der Löschgruppe ist. Er teilt sich das Amt mit Simon Gehrmann.

 

 

Und schließlich war es der Chef selbst, der überrascht wurde: Eigentlich hatte Kreisbrandmeister Julian Seeger die Veranstaltung abgesagt. Doch als er plötzlich doch im Raum stand, traute Hartkopf seinen Augen kaum: Seeger hatte für ihn das Feuerwehrkreuz in Gold dabei, das er dem Wehrchef überreichte. Hartkopf ist seit über 20 Jahren Wehrführer in Marienheide und engagiert sich zudem als stellvertretender Kreisbrandmeister im Ehrenamt.

 

Frank Hartkopf ehrte viele weitere verdiente und langjährige Feuerwehrleute. Zur Liste geht es hier.

 

Ausbildung

 

Unter der Leitung des stellvertretenden Leiters der Feuerwehr, Carsten Fuhr, wurden im vergangenen Jahr wieder zahlreiche Ausbildungsmaßnahmen durchgeführt. An der Modulausbildung auf Gemeindeebene nahmen insgesamt 30 Kameraden in drei Modulen teil.

Darüber hinaus besuchten Angehörige der Feuerwehr 24 Lehrgänge und 25 Seminare auf Kreisebene sowie acht Lehrgänge und 19 Seminare am Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen.

 

Insgesamt wurden 106 Lehrgangs- und Seminarteilnahmen verzeichnet.

„Diese Zahl verdeutlicht eindrucksvoll die Bereitschaft unserer Kameraden, sich kontinuierlich weiterzubilden und den steigenden Anforderungen im Feuerwehrdienst gerecht zu werden“, lobte Hartkopf.

 

Infrastruktur

 

Der Anbau am Feuerwehrhaus Marienheide schreitet voran. Mit dem neuen Probenraum erhält der Musikzug angemessene Räumlichkeiten. Gleichzeitig entstehen ein zentrales Gerätelager und neue Möglichkeiten für die Kleiderkammer. Ein weiterer bedeutender Schritt werde ein Neubau des Feuerwehrhauses Müllenbach sein.

 

Im November wurde der neue Einsatzleitwagen 1 für den zweiten Zug in Kalsbach übernommen. Mittlerweile sind auch das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20 für den Löschzug Marienheide sowie die neue Drehleiter DLA(K) 23/12 eingetroffen. Bereits im kommenden Jahr wird die Auslieferung des neuen Rüstwagens erwartet. Darüber hinaus wurde die Beschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs für die Löschgruppe Kalsbach, das das dann 25 Jahre alte Fahrzeug ersetzen soll, angestoßen und das Fahrzeug ausgeschrieben. Auch bei der persönlichen Schutzausrüstung werde konsequent in die Sicherheit investiert. „Bereits rund 60 Prozent der Feuerwehr verfügen über die neue leichte Schutzbekleidung für Technische Hilfeleistungen und Vegetationsbrände. Die vollständige Ausstattung wird Stück für Stück in den kommenden Jahren erfolgen“, berichtete Hartkopf.

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