BLAULICHT
Einsatzzahlen bleiben auf hohem Niveau: „Wir leben in wilden Zeiten“
Wiehl – Feuerwehr zog bei Jahresdienstbesprechung Bilanz – Weitere Aufgaben stellen Ehrenamt vor Herausforderungen.
Von Lars Weber
Einige Einsätze weniger als noch 2024 hatte die Wiehler Feuerwehr im vergangenen Jahr. 294 Einsätze gab es 2025, damit ging der Alarm sechsmal weniger als im Jahr davor (300 Einsätze). Um genau diese Anzahl sank auch die Menge an Brandeinsätzen (von 80 auf 74). Drei Menschen seien dabei gerettet worden. Im Rahmen von 156 Technischen Hilfseinsätzen wurden zudem 26 Personen aus Zwangslagen befreit. Insgesamt verbleibt die Statistik trotz des Rückgangs auf hohem Niveau. Noch vor zehn Jahren lag die Feuerwehr bei einem Schnitt von etwa 200 Einsätzen im Jahr. Diese Zahlen hat am Freitagabend der Wiehler Feuerwehrchef Jens Schmidt bei der Jahresdienstbesprechung im Stadtteilhaus Drabenderhöhe vorgestellt. Er dankte zuvorderst den Kameradinnen und Kameraden, die einmal mehr dafür gesorgt haben, „super“ Werte bei der Erreichung der Schutzziele zu ermöglichen. „Ihr habt geliefert“, sagte Schmidt, der aber auch auf die steigende Zahl an Herausforderungen für die ehrenamtlichen Kräfte hinwies.
Jede Einheit habe inzwischen Sonderaufgaben übernommen. Zuletzt wurden zwei Drehleitern an den Standorten Oberwiehl und Drabenderhöhe in Dienst gestellt. Im vergangenen Jahr bereits bekam die Einheit Bielstein einen neuen Rüstwagen. Dies alles ist mit zusätzlichen Herausforderungen wie Schulungen und weiteren Dienstzeiten verbunden, denen sich die Kräfte im Ehrenamt stellten. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, hob Schmidt hervor. Zumal von den Entwicklungen im Rahmen des Zivilschutzes auch die Feuerwehr betroffen ist. „Wir leben in wilden Zeiten und müssen uns den Herausforderungen stellen.“
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Dabei kann sich das Ehrenamt ungebrochener Beliebtheit erfreuen, was Schmidt auch auf die gute Öffentlichkeitsarbeit zurückführt. Die aktiven Einsatzkräfte haben im vergangenen Jahr die 250-Marke punktgenau geknackt, ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu kommen 37 Tagesalarmer und 20 Aktive ohne Einsatzdienst. Hinter letzterem verbirgt sich die Möglichkeit, dass 16-Jähige von der Jugendfeuerwehr in diesen Dienst zu den Erwachsenen wechseln und ihre Grundausbildung starten können, sodass sie mit 18 Jahren sogleich für Einsätze zur Verfügung stehen. „Die Zahlen sind alle auf einem guten Niveau“, freute sich der Feuerwehrchef. Auch für Nachwuchs ist gesorgt. 65 Mitglieder waren 2025 bei der Jugendfeuerwehr und 22 bei der Kinderfeuerwehr. „Das ist enorm!“, so Schmidt. Bewährt habe sich dabei das Konzept der Durchgängigkeit von den Kindern bis in die aktiven Einsatzeinheiten.
Die Wiehler beweisen in Fort- und Weiterbildungen großes Engagement: Fast 5.600 Stunden seien in diesem Zusammenhang zusätzlich zum normalen Dienst geleistet worden, sagte Sebastian Fritz, neben Daniel Noss zweiter Stellvertreter von Jens Schmidt. Er dankte besonders auch den Ausbildern. „Ihr sorgt dafür, dass die Feuerwehr leistungsfähig bleibt.“
Ehrungen
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Mitgliedschaft
80 Jahre: Reinhold Ley
50 Jahre: Bernd Müller, Wolfgang Schmitz, Lothar Stock, Hans-Dieter Bitzer, Horst Kleinauski, Ulrich Schmidt, Hans-Jörg Weißkopf
40 Jahre: Boris Becher, Ulrich Fest
10 Jahre: Fabian Krause, Dennis Dreibholz, Philip Gläser, Marvin Karger, Nele-Sophie Mieß, Angelina Braun, Timon Lemmer, Jakob Breidenbach, Jonas Taufenbach
Aktiver Dienst
50 Jahre: Ulrich Schmidt, Hans-Jörg Weißkopf
40 Jahre: Boris Becher
35 Jahre: Stephan Voigt, André Denni, Kay-Christian Jansen
In diesem Jahr freut sich die Wiehler Feuerwehr, das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager mit rund 1.000 Teilnehmern ausrichten zu dürfen. Außerdem werden die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus in Drabenderhöhe vorangetrieben.
Dank ging auch an die Zusammenarbeit mit der Verwaltung, die Bürgermeister Ulrich Stücker natürlich gleich zurückgab. Bei der Feuerwehr werde das Ehrenamt gelebt wie kaum woanders. Gemeinsam mit der Politik sorge man gerne dafür, die Ausrüstung zu „liefern“, so Stücker. 2025 habe man 1,3 Millionen Euro in die Hand genommen. „Das ist eine große Investition, aber nötig für die Sicherheit der Kameradinnen und Kameraden sowie der Wiehler Bürger.“
Auf die sich verändernden Herausforderungen durch Klimawandel oder im Rahmen des Zivilschutzes wies auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Frank Hartkopf in seinem Grußwort hin. „Die Krisen sind komplexer geworden.“ Es seien „kluge Konzepte und eine starke Gemeinschaft“ nötig, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Worte des Dankes gab es zudem vom stellvertretenden Landrat Harald Langusch, der "Grüße von 280.000 Oberbergern" überbrachte. „Der Kreis steht Ihnen auch in belastenden Situationen zur Seite“, erinnerte Langusch zudem an das PSU-Team (psychosoziale Unterstützung).

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