BLAULICHT

Mit fremdem Konto bei Shein und Douglas geshoppt?

pn; 11.05.2026, 11:22 Uhr
Symbolfoto: Peter Notbohm ---- Ohne Urteil blieb am Amtsgericht Gummersbach das Verfahren gegen eine 22-jährige Gummersbacherin. Zwei Zeugen waren nicht erschienen, sodass der Prozess in einem Monat fortgesetzt werden muss.
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Mit fremdem Konto bei Shein und Douglas geshoppt?

pn; 11.05.2026, 11:22 Uhr
Gummersbach – Am Amtsgericht Gummersbach muss sich eine 22-Jährige wegen versuchten Computerbetrugs in elf Fällen verantworten – Zudem soll sie im Kaufland in Dieringhausen geklaut und den Ladendetektiv massiv beleidigt und getreten haben.

Von Peter Notbohm

 

Sie soll mit einem fremden Sparkassenkonto Bestellungen im Internet aufgegeben haben. Für rund 900 Euro soll Aleena E. (Anm.d.Red.: Name geändert) online zwischen dem 21. Dezember 2024 und dem 14. Januar 2025 bei diversen Unternehmen, darunter Shein und Douglas geshoppt haben. Bezahlen wollte sie aber nicht. Beim Bezahlvorgang soll sie jeweils das Konto einer anderen Frau angegeben haben. Das Opfer hat Glück: Alle Beträge wurden direkt zurückgebucht, sodass ihr kein Schaden entsteht. Wegen versuchten Computerbetruges in elf Fällen verantworten muss sich nun eine junge Gummersbacherin (22) vor einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Gummersbach.

 

Angeklagt ist sie aber auch wegen Ladendiebstahls, Beleidigung, und Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, am 26. April gemeinsam mit einer Freundin Waren im Wert von rund 40 Euro im Kaufland in Dieringhausen eingesteckt zu haben. Als ein Ladendetektiv sie angesprochen hat, soll sie ihn als „Hurensohn, Bastard und Arschloch“ beleidigt haben, ihn zudem gegen das linke Bein getreten haben.

 

Den Diebstahl räumt Aleena E. vor Gericht über ihren Rechtsanwalt ein. Sie habe ein Croissant und zwei Energy-Drinks in ihren Rucksack gesteckt. Die Tasche ihrer Freundin soll sogar voll bis oben gewesen sein. Nichts geklaut habe ihre kleine Schwester, sagt die junge Gummersbacherin. An der Kasse habe dann ein Ladendetektiv das junge Trio geschnappt. Anschließend weicht die Version der 22-Jährigen aber von den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft ab.

 

Der Ladendetektiv habe ihre Schwester und ihre Freundin grob angefasst, woraufhin sie den Mann angeblafft habe, ihre Schwester in Ruhe zu lassen. Anschließend sei die Situation eskaliert: Der Ladendetektiv habe sie als „Hure“ bezeichnet, die sich schämen solle zu klauen. „Auf den Kameras kann man hoffentlich sehen, dass er mich zuerst angefasst und hochgehoben hat“, sagt sie vor Gericht. Sie sei von dem Mann getreten und gegen eine Wand gedrückt worden, wogegen sie sich gewehrt habe. Das könne auch ein Angestellter aus einem der gastronomischen Betriebe im Kaufland bezeugen, ist sie überzeugt.

 

Dem Ladendetektiv wirft sie Lügen vor, zudem habe er sie bedroht, dass er herausfinden werde, wo sie wohne. Ein anderes Bild zeichnen, die Polizeiprotokolle, die von der Richterin verlesen werden. Demnach soll die junge Frau sich bei den anschließenden Befragungen „sehr respektlos und gleichgültig“ verhalten haben – anders als die anderen beiden Frauen, die „sehr ruhig“ gewesen seien.

 

Ihre Freundin, gegen die ein gesondertes Verfahren läuft, spielt laut der Angeklagten auch bei den Betrugsvorwürfen eine Rolle. Sie selbst streitet vor Gericht ab, etwas mit den Online-Bestellungen zu tun zu haben. Ihre Vermutung: Ihre Freundin soll auch hier ihre Finger im Spiel haben. Wie sie darauf komme, wird die Angeklagte von der Jugendrichterin gefragt. Ihre Antwort: „Sie hat das schon einmal über meine Schwester gemacht. Damals kamen viele Rechnungen zu uns nach Hause und ihre Mutter musste an uns 2.000 Euro zahlen.“ Beweisen könne sie das bezüglich der aktuellen Vorwürfe aber nicht: „Es ist nur eine Vermutung, weil sie das immer macht.“

 

Anschließend muss der Prozess abgebrochen werden. Das Problem: Weder der Ladendetektiv noch die Freundin tauchen zunächst vor Gericht auf. Gegen beide wird vom Gericht ein Ordnungsgeld verhangen. Zumindest der Mann erscheint nur wenige Minuten später doch noch, die junge Frau hat sich laut der Richterin aber „mit seltsamen Argumenten abgemeldet“, die das Gericht nicht gelten lassen werde.

 

Der Prozess wird fortgesetzt.

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