BLAULICHT
Rollentausch an der Wehrspitze
Waldbröl – Der aktuelle Feuerwehrchef Daniel Wendeler wird seinen Posten an seinen Stellvertreter René Reissig-Hochweller übergeben und an dessen Stelle treten – Truppenstärke bleibt großes Thema – Rückblick auf vergangenes Einsatzjahr bei Jahresdienstbesprechung.
Von Lars Weber
Nach sechs Jahren an der Spitze der Feuerwehr Waldbröl wird der aktuelle Daniel Wendeler aus persönlichen Gründen wieder auf den Posten als Stellvertreter zurückkehren, den er zuvor bereits jahrelang innehatte. Dies ist bei der Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr am Sonntagmorgen verkündet worden. Neuer Leiter soll René Reissig-Hochweller werden, der im vergangenen Jahr zum Stellvertreter berufen worden war. Es kommt also zum Rollentausch. Nur die Zustimmung des Stadtrats für diesen Schritt steht noch aus. Neben dieser Personalentscheidung stand die Statistik des vergangenen Einsatzjahres im Mittelpunkt der Versammlung in der Aula des Hollenberg-Gymnasiums, zu der Wendeler unter anderem Bürgermeisterin Larissa Weber und Kreisbrandmeister Julian Seeger begrüßen konnte.
Dauerthema bleibt die Truppenstärke der ehrenamtlichen Wehr. 103 Kameradinnen und Kameraden durfte Wendeler danken, im vergangenen Jahr täglich für die Sicherheit Waldbröls gesorgt zu haben. Aktuell seien es 106. Dennoch sei es teils schwierig, den im aktuellen Brandschutzbedarfsplan definierten Erreichungsgrad für die Hilfsfristen zu erreichen beziehungsweise einzuhalten. Denn eben in dieser Planung sind eigentlich 209 Einsatzkräfte vorgesehen. „Davon sind wir weit entfernt und unsere Personaldecke ist auch in dem Vergleich zu anderen Feuerwehren sehr dünn“, sagte Wendeler (Foto). Dies bedeute für die vorhandenen Einsatzkräfte eine hohe Belastung. „Wir haben nicht 5 vor 12 sondern schon 5 nach 12.“
Es werde ein riesiger Kraftakt sein, die Personalstärke in der Einsatzabteilung zu steigern. „Trotzdem sind wir optimistisch, dass uns eine Trendwende wieder gelingen kann, wenn wir gemeinsam mit der Verwaltung intensiv an diesem Thema arbeiten, weitere Ideen für die Personalgewinnung entwickeln.“ Hier sei auch die Stadt als Arbeitgeber gefragt. „Tabus darf es bei der Entwicklung von Ideen nicht geben.“ Denn trotz der guten Arbeit in der Jugendfeuerwehr (48 Kräfte am Ende des Jahres 2025), der Öffentlichkeitsarbeit und der guten Arbeit in den Einheiten könne man dadurch nicht die Zahl der Abgänge beziehungsweise Übertritte kompensieren. Das Ziel müsse es aber sein, dass die Freiwillige Feuerwehr Waldbröl weiterhin mit ehrenamtlichen Kräften leistungsfähig bleibt. Hier ging ein Extra-Lob raus an die Kameradinnen und Kameraden. „Wir haben eine sehr effektive Feuerwehr!“
Ehrungen
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Ehrennadel des VDF für 50 Jahre Mitgliedschaft: Helmut Rödder (unteres Foto)
Ehrennadel des VDF für 40 Jahre Mitgliedschaft: Thomas Mettner
Feuerwehrehrenzeichen in Gold des Landes NRW – 35 Jahre: Christian Nöltgen, Andreas Schmidt und Marco Schmidt
Feuerwehrehrenzeichen in Silber des Landes NRW – 25 Jahre: Thore Benedikt Sommer, Tim Wehling und Ricarda Wehling
Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber des DFV: Jürgen Weber (oberes Foto)
Darüber hinaus seien 70 Prozent der Maßnahmen im Brandschutzbedarfsplan, bei dem dieses Jahr eine Fortschreibung ansteht, bereits umgesetzt oder befinden sich in der Planung. Dazu zählen die neuen oder sich im Bau oder in der Planung befindlichen Feuerwehrgerätehäuser ebenso wie die Fahrzeuge. Hier hat die Verwaltung gemeinsam mit der Politik bis einschließlich 2027 Mittel über rund 17 Millionen Euro investiert beziehungsweise freigegeben. Positiv hervor hob Wendeler auch die Aufwandsentschädigung, die eingeführt worden ist.
Auf dem Niveau des Vorjahrs blieb die Einsatzzahl im Jahr 2025. Zu insgesamt 195 Einsätzen wurde die Waldbröler Wehr alarmiert, ebenso viele Einsätze waren es 2024. Die Brandeinsätze stiegen von 41 auf 48 an. Dies entspricht einer Zunahme von rund 17 Prozent. Die Entwicklung zeigt laut Wendeler, dass die Brandbekämpfung weiterhin einen wesentlichen Bestandteil des Einsatzgeschehens darstellt und die Einsatzkräfte regelmäßig vor unterschiedlichste Herausforderungen stellt. Im Bereich der Technischen Hilfeleistungen war hingegen ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Einsätze sank von 111 auf 104. Dennoch bilde dieser Einsatzbereich weiterhin den Schwerpunkt und umfasse ein breites Spektrum an Hilfeleistungen, beispielsweise bei Verkehrsunfällen, Unwettereinsätzen und Ölspuren. Die Zahl der Fehlalarme blieb mit 43 unverändert auf dem Niveau des Vorjahres.

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