BLAULICHT
Ruhiger Rückblick, herausfordernder Ausblick
Morsbach – Christian Stangier schaute bei der Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr auf ein ruhiges Jahr 2025 zurück und freut sich über starken Nachwuchs in den eigenen Reihen.
Von Ute Sommer
Bei der gestrigen Jahresdienstbesprechung blickte der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Morsbach, Christian Stangier, auf ein „eher ruhiges Jahr 2025“ zurück. Der Einladung zur Jahresdienstbesprechung 2026 waren gestern zahlreiche der 161 aktiven Kameraden aus den Löschzügen Morsbach, Lichtenberg, Wendershagen, Holpe und aus der Unterstützungsabteilung in die Kulturstätte Hahner Straße gefolgt. Deren Altersdurchschnitt allerdings wurde massiv gesenkt durch jede Menge Nachwuchskräfte aus den starken Abteilungen von Jugend- und Kinderfeuerwehr, denen es eine spürbare Ehrensache war, Teil der Morsbacher Feuerwehr-Gemeinschaft zu sein. Stangier begrüßte außerdem Mathias Schneider in Vertretung des Kreisbrandmeisters, die Führungsriege der Feuerwehr Waldbröl, Vertreter des THW Waldbröl, der Polizei sowie Mitglieder aus Morsbachs Gemeinderat und Verwaltung.
In seiner Grußadresse würdigte Bürgermeister Jan Schumacher das zeitintensive und verantwortungsvolle Feuerwehr-Ehrenamt, dessen Gelingen auf gegenseitiger Verlässlichkeit basiere. „So wie sich die Menschen in unserer Gemeinde auf euch verlassen können, dürft auch ihr euch auf mich verlassen. Und nicht nur auf mich, sondern auch auf den Rat der Gemeinde Morsbach“, versicherte er, trotz enger werdendem Finanzhaushalt für gute Rahmenbedingungen zu sorgen. Grußworte für die beiden Kirchen sprachen Anja Karthäuser (Pfarrerin der Kirchengemeinde Holpe/Morsbach) und Markus Brandt, Pfarrverweser der Pastoralen Einheit Oberberg Süd.
[Seine vierjährige Tochter Anni steht ebenfalls auf der Warteliste der „Löschlöwen“, verriet Morsbachs Bürgermeister Jan Schumacher.]
Danach rekapitulierte Christian Stangier das vergangene Jahr, das mit 117 Einsätzen (62 Brandeinsätze, 55 technische Hilfeleistungen) ein eher ruhiges gewesen sei. Wie gut interkommunale Zusammenarbeit gelinge, werde an den gemeinsam mit der Feuerwehr Waldbröl durchgeführten Grundausbildungen (Module 1–4) erkennbar, warb er darum, auch künftig Lehrgänge, Seminare und Fortbildungen auf Kreis- und Landesebene zu besuchen. „Feuerwehr funktioniert nur, wenn alle Aktiven regelmäßig an den Übungsdiensten teilnehmen, sich fortbilden und man sich stets aufeinander verlassen kann.“ Motivation für die herausfordernde Aufgabe erwachse durch Wertschätzung, moderne Feuerwehr-Infrastruktur, zeitgemäße Technik und einen kommunikativen, offenen Umgang miteinander.
Sein besonderes Lob für ihr tolles Engagement zollte er den Gruppenleitern von Jugend- und Kinderfeuerwehr, die für die Nachwuchsrekrutierung verantwortlich zeichnen. „Ernüchternd“, zeigte der Wehrführer wenig Verständnis für ein kürzlich in Waldbröl ergangenes Gerichtsurteil, aufgrund dessen ein Beschuldigter nach Beschimpfung und Bedrohung von Feuerwehrleuten im Einsatz mit 250 Euro Geldstrafe und der Einstellung des Verfahrens davonkam. Im Ausblick auf die Zukunft informierte Stangier über Konzipierung und Ausschreibung von fünf Fahrzeugen, Planungen für das Gerätehaus Morsbach und die Erarbeitung von Grundlagen zur Fortschreibung des künftigen Brandschutzbedarfsplanes.
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[Unverzichtbare Scharnierfunktion zwischen Gemeindeverwaltung und Feuerwehr hat Stefan Hermann (Mitte) inne. Bei ihm bedankten sich Christian Stangier (li.) und sein Stellvertreter Christian Haag.]
Durch jede Menge Neuzugänge und Übernahmen aus der Kinderfeuerwehr berichtete Gemeindejugendfeuerwehrwart Markus Stausberg über ein „erfreuliches Problem“ der Abteilung, die auf 67 Mitglieder (46 Jungen/21 Mädchen) angewachsen ist. Zu deren Grundlagen-Ausbildung gehören nicht allein Ausbildungsdienste, sondern auch Ferienfreizeiten zur Stärkung von Gemeinschaft. Obwohl im vergangenen Jahr elf Kinder in die Feuerwehrjugend wechselten, stehen aktuell noch 40 auf der Warteliste der Kinderfeuerwehr „Löschlöwen“. „Hier vermitteln 14 Betreuer spielerisch erstes Feuerwehrwissen“ an die 18 Jungs und drei Mädchen“, wie die stellvertretende Gemeindekinderfeuerwehrwartin Carina Schmallenbach erklärte.
In Zeiten zunehmend komplexer Krisenlagen sei die Anpassungsfähigkeit von Feuerwehren von zentraler Bedeutung, unterstrich Mathias Schneider: „Morsbach begleitet den Wandel nicht nur, sondern gestaltet ihn aktiv mit. Dafür gebührt euch Applaus“, lobte der Vize-Kreisbrandmeister die vorausschauende Nachwuchsarbeit im Kreissüden. Den Abschluss der Jahresdienstbesprechung bildeten die Übernahmen, Beförderungen und Ehrungen verdienter Feuerwehrleute. Die musikalische Gestaltung der Dienstbesprechung lag in den Händen des Musikzuges Wendershagen.
Liste der Beförderungen