BLAULICHT
Schlag gegen internationalen Drogenring: Wipperfürther im Zentrum der Ermittlungen
Wipperfürth - Bande soll Drogengeschäfte im Wert von elf Millionen Euro abgewickelt haben - Neun Festnahmen - Einer der oberbergischen Haupttäter wartet derzeit in Haft in Spanien auf seine Abschiebung nach Deutschland.
Von Peter Notbohm
Einsatzkräften der Polizei Köln und anderer Polizeibehörden ist am Montagmorgen ein Schlag gegen eine mutmaßliche, europaweit agierende Drogengruppierung gelungen. Laut einer gemeinsamen Mitteilung von Staatsanwaltschaft und der Polizei Köln gehe es tonnenweise Cannabis und kiloweise Kokain. Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen Drogengeschäfte mit einem Gesamtwert von mehr als elf Millionen Euro abgewickelt worden sein.
Im Zentrum des Ermittlungsverfahrens, das seit dem Juli 2025 läuft, steht auch ein Mann aus Wipperfürth. Laut Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer befindet sich der Verdächtige derzeit in anderer Sache in Auslieferungshaft in Spanien. Die deutschen Behörden bemühen sich derzeit um seine Überstellung nach Deutschland.
Durchsuchungen fanden gleich in mehreren Haushalten in oberbergischen Kommunen statt: Wipperfürth (5), Hückeswagen (4), Lindlar (3) und Gummersbach (2). Insgesamt durchsuchten die Ermittler insgesamt 31 Privatwohnungen, Geschäftsräume und Bunker in NRW sowie in Spanien (3) und Österreich (1). Darüber hinaus wurden neun Haftbefehle gegen Tatverdächtige im Alter von 24 bis 31 Jahren vollstreckt. Drei davon wurden laut Bremer im Oberbergischen festgenommen: Hückeswagen (2) und Wipperfürth (1).
Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen insgesamt 31 Beschuldigte. Ihnen werden banden- und gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, die Einfuhr von Betäubungsmitteln, Geldwäsche sowie Verstöße gegen das Waffengesetz beziehungsweise das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen.
Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen führende Mitglieder der Gruppierung über Jahre hinweg einen international agierenden Drogenhandel organisiert und gesteuert haben. Die bisher nachgewiesenen Mengen liegen bei mehr als vier Tonnen Cannabis, über 27 Kilogramm Kokain sowie etwa 1,5 Kilogramm Crack und rund 800 Litern Amphetaminöl. Diese Menge Amphetaminöl reicht zur Herstellung von über drei Tonnen Amphetamin aus.
Die Staatsanwaltschaft Köln wirft dem engeren Kern der Gruppierung die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Die Ermittlungen führte die Polizei Köln in enger Zusammenarbeit mit Beamten der Polizei des Oberbergischen Kreises und internationalen Partnerbehörden, darunter Europol sowie Ermittlungsbehörden in Spanien und Österreich.
Die Einsatzkräfte stellten unter anderem größere Mengen an Betäubungsmitteln, Substanzen zur Herstellung von Amphetamin sowie Datenträger, Mobiltelefone, Geschäftsunterlagen und weitere potenzielle Beweismittel sicher. Die Auswertung dauert an, ebenso wie die Ermittlungen insbesondere zur vollständigen Aufhellung der Täterstrukturen, möglicher weiterer Tatbeteiligter sowie der Geldflüsse.