Oberberg - Falscher Staatsanwalt und falsche Polizistin riefen bei 85-jährigem Gummersbacher an - In Engelskirchen hatten Kriminelle weniger Erfolg.
Betrüger haben im Oberbergischen Kreis in den vergangenen Tagen wieder versucht, mit Schockanrufen Geld zu erbeuten. Ein 85-Jähriger aus Gummersbach-Lantenbach erhielt zur Mittagszeit am Mittwoch einen Anruf eines angeblichen Staatsanwalts des Gummersbacher Amtsgerichts, schreibt die Polizei. Der Anrufer berichtete von einem schweren Verkehrsunfall, den die Tochter des Seniors verursacht haben soll. Nun werde eine Kaution benötigt, um die Festnahme der Tochter zu verhindern. Kurz darauf rief dann eine vermeintliche Polizistin an, und bestätigte das Unfallgeschehen. Es wurde eine Übergabe für 18 Uhr vereinbart und das Gespräch durch die Betrüger, über Stunden, bis zum Übergabezeitpunkt aufrechterhalten.
Um 18 Uhr erschien dann, wie telefonisch besprochen, ein Kurier an der Haustür des 85-Jährigen, so die Polizei weiter. Der Gummersbacher übergab dem Unbekannten Bargeld und Schmuck mit einem geschätzten Wert im unteren fünfstelligen Bereich.
Der Abholer soll zwischen 1,70 und 1,75 Meter groß, zwischen 25 und 27 Jahre alt und von europäischem Erscheinungsbild gewesen sein. Er sprach akzentfreies Deutsch und trug Turnschuhe.
Weniger Erfolg hatten die Betrüger am Mittwoch in Engelskirchen. Gegen 11 Uhr nahm eine 79-jährige Engelskirchenerin den Anruf einer vermeintlichen Ärztin eines Krankenhauses in Köln entgegen. Diese berichtete, dass der Sohn der Rentnerin eingeliefert wurde und nun ein lebensnotwendiges Medikament aus der Schweiz benötigen würde. Für das Medikament würde eine sechsstellige Summe benötigt. Die Engelskirchenerin und ihr 82-jähriger Ehemann fuhren daraufhin zu ihrer Hausbank und waren gerade dabei, den geforderten Betrag aus dem Schließfach zu nehmen, als sie skeptisch wurden und einen Betrug vermuteten. Ein Anruf im Kölner Krankenhaus brachte Gewissheit - der Sohn der Eheleute war nicht eingeliefert worden.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Gummersbach unter Tel.: 02261/ 81 99-0 oder per E-Mail entgegen.