BLAULICHT
Schwerer Unfall bleibt ohne Urteil
Waldbröl – Im September 2024 ist in Nümbrecht ein Audifahrer mit einem Biker frontal zusammengestoßen – Eine Verurteilung gab es am Amtsgericht Waldbröl aber nicht.
Am Amtsgericht Waldbröl war gestern ein Verkehrsunfall Thema, bei dem ein Motorradfahrer aus Nümbrecht vor fast zwei Jahren schwerst verletzt worden ist. Wenige Stunden nach dem Unfall hatte die Polizei mitgeteilt, dass ein Morsbacher mit seinem Auto auf der L 95 in Nümbrecht von Malzhagen in Richtung Grötzenberg unterwegs war und dabei in einer Kurve frontal mit einem Motorradfahrer kollidiert ist (OA berichtete). Der damals 52-jährige Biker wurde nach dem Unfall mit einem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus nach Köln-Merheim geflogen; der Autofahrer soll sich lediglich leichte Verletzungen an der Hand zugezogen haben.
Die Staatsanwaltschaft warf dem heute 51-jährigen Mann aus Morsbach die fahrlässige Körperverletzung einer anderen Person vor. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Morsbacher am 1. September 2024 gegen 14:30 Uhr auf besagter L 95 in Nümbrecht mit seinem Audi in einer Rechtskurve gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen hat und in den Gegenverkehr geraten ist. Dabei sei er dann mit dem ihm entgegenkommenden Motorrad zusammengestoßen.
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[Das Motorrad des Nümbrechters lag neben der L95 auf einer Wiese.]
Nachdem der Staatsanwalt die Anklage verlesen hatte, bat Dr. Peter-René Gülpen als Verteidiger des Morsbachers um ein „kurzes Rechtsgespräch“. Als Richter Wagener, der Staatsanwalt und Gülpen sich zurückzogen und den Gerichtssaal verließen, hatte Dr. Tobias Steinacker schon eine gewisse Ahnung. Er hatte für die Hauptverhandlung ein technisches Gutachten angefertigt, darin den Unfallhergang rekonstruiert und ein 41-seitiges Handout verfasst – doch vorstellen konnte er die Ergebnisse nicht mehr.
Nach dem Rechtsgespräch erklärte Richter Wagener, dass man nicht nur über den Unfall an sich gesprochen, sondern sich auch auf eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage in Höhe von 750 Euro verständigt habe. Das Gutachten wurde zur Akte gereicht. Weiteres teilte der Richter nicht mit.
Der Nümbrechter, der bei dem Unfall schwerst verletzt wurde, war gestern als Zeuge vor Gericht. Für ihn blieb damit die Frage offen, warum es überhaupt zu dem Unfall gekommen war. Ihm bleibt jetzt zumindest noch die Möglichkeit, über seinen Rechtsanwalt Akteneinsicht zu beantragen.