CYBER
Neue Schadsoftware "Sleepwalker" trickst Antiviren-Programme aus
Sicherheitsforscher haben eine neue Schadsoftware für Windows-Computer entdeckt, die sich ausgesprochen geschickt tarnt.
Statt sich sofort zu verraten, versteckt sie sich in einem eigentlich vertrauenswürdigen Antivirenprogramm und "schläft" dort so lange, bis sie ein geheimes Signal von außen erhält. Für herkömmliche Firewalls bleibt sie dabei praktisch unsichtbar – ein Umstand, der auch für Unternehmen im Oberbergischen relevant sein könnte.
Ein Schädling, der im Verborgenen wartet
Der Sicherheitsforscher Dominik Reichel hat die Schadsoftware analysiert und ihr den Namen "Sleepwalker" – zu Deutsch: Schlafwandler – gegeben. Der Name ist Programm: Anders als viele bekannte Viren oder Trojaner baut Sleepwalker keine eigene Verbindung ins Internet auf, über die sie auffallen könnte. Stattdessen liegt sie unbemerkt im Arbeitsspeicher eines infizierten Rechners und beobachtet lediglich den eingehenden Datenverkehr. Erst wenn ein exakt passendes, komplex verschlüsseltes "Wecksignal" eintrifft, wird die Schadsoftware aktiv.
Der Trick mit dem Antivirenprogramm
Besonders bemerkenswert ist die Tarnmethode: Die Angreifer schleusen ihre Schadsoftware in eine echte, weit verbreitete Antiviren-Software des slowakischen Herstellers ESET ein. Dafür schieben sie dem Programm eine gefälschte Datei unter, die beim Start automatisch mitgeladen wird. In der Folge läuft die Schadsoftware getarnt als Teil eines vertrauenswürdigen, bekannten Programms – Betriebssystem und Sicherheitswerkzeuge schlagen deshalb keinen Alarm.
Auch die Kommandos, mit denen die Angreifer die Schadsoftware fernsteuern, sind stark verschlüsselt und nehmen teils ungewöhnliche Wege: etwa über interne Kanäle von Virtualisierungssoftware oder versteckt in ganz normalen DNS-Abfragen – also jenen technischen Vorgängen, die im Hintergrund ablaufen, wenn eine Internetadresse aufgerufen wird. Solcher Datenverkehr wird von Firewalls in aller Regel durchgelassen, weil er für den normalen Betrieb notwendig ist.
Warum das auch kleinere Betriebe betrifft
Klassische Schutzmechanismen, die vor allem verdächtige Netzwerkverbindungen erkennen sollen, laufen bei Sleepwalker ins Leere – schließlich "funkt" die Schadsoftware selbst nichts nach außen und tarnt sich als bekanntes Programm. Für Unternehmen bedeutet das: Sich allein auf Firewall und Standard-Virenschutz zu verlassen, reicht nicht mehr aus.
IT-Sicherheitsexperten raten Betrieben daher unter anderem zu folgenden Maßnahmen:
- regelmäßige und geprüfte Updates von Sicherheitssoftware und Betriebssystem
- mehrschichtige Sicherheitskonzepte, etwa Systeme, die nicht nur bekannte Schadsoftware-Signaturen, sondern auch verdächtiges Verhalten erkennen (sogenannte Extended-Detection-and-Response-Lösungen)
- eine kritische Prüfung, ob die eingesetzte Antiviren-Lösung noch zeitgemäßen Schutz bietet
- Sensibilisierung der Mitarbeitenden, da ein erster unbefugter Zugriff auf ein System häufig der Ausgangspunkt für solche Angriffe ist
- eine enge Abstimmung mit dem eigenen IT-Dienstleister, um aktuelle Bedrohungen frühzeitig einordnen zu können
Offen ist bislang, woher die Angreifer stammen und wie sie sich ursprünglich Zugang zu den betroffenen Systemen verschafft haben. Sicherheitsforscher stellen mittlerweile technische Erkennungsmerkmale bereit, mit denen IT-Verantwortliche ihre Systeme auf eine mögliche Infektion prüfen können.
Einschätzung
Eine breite, öffentlich bekannte Angriffswelle mit Sleepwalker ist bislang nicht bekannt geworden. Der Fall zeigt aber exemplarisch, wie ausgeklügelt moderne Cyberangriffe mittlerweile vorgehen können – und dass selbst etablierte Sicherheitssoftware zum Einfallstor werden kann. Fachleute empfehlen Unternehmen, ihre IT-Sicherheitsstrategie regelmäßig zu überprüfen und nicht allein auf einzelne Schutzmaßnahmen zu vertrauen.
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Eine Möglichkeit, sich vor Ort in Gummersbach über aktuelle Sicherheitskonzepte zu informieren bietet das kommende Business-Frühstück bei Oberberg-Online.
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Quellen: - t3n.de: "Windows-Sicherheit: Warum Antiviren-Programme die Sleepwalker-Backdoor übersehen", von Dieter Petereit, 25.08.2026, t3n.de/news/sleepwalker-malware-windows-backdoor-1759769 - Dominik Reichel: "Sleepwalker: A Passive Backdoor with Its Own Command Language", Blog r136a1.dev, 24.08.2026, r136a1.dev
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