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Spionage-Angriffe auf deutsche Firmen nehmen deutlich zu

ANZEIGE; 08.09.2026, 06:00 Uhr
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Spionage-Angriffe auf deutsche Firmen nehmen deutlich zu

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Immer mehr Unternehmen in Deutschland geraten ins Visier ausländischer Geheimdienste. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz hervor – auch für Betriebe in der Region ein Thema, das man nicht unterschätzen sollte.

Spionage, Sabotage und Datendiebstahl durch ausländische Nachrichtendienste treffen die deutsche Wirtschaft immer häufiger. Das zeigt der neue Wirtschaftsschutzbericht 2026, den das Bundesamt für Verfassungsschutz gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom vorgestellt hat. Grundlage der Auswertung ist eine Umfrage unter mehr als 1.000 Unternehmen ab zehn Beschäftigten.

 

Zahl der Angriffe verfünffacht sich innerhalb weniger Jahre

 

Besonders auffällig: Von den Unternehmen, die in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage wurden, konnte inzwischen mehr als jedes dritte (37 Prozent) mindestens einen Angriff einem ausländischen Geheimdienst zuordnen. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 28 Prozent, im Jahr 2023 waren es gerade einmal 7 Prozent.

 

Der Präsident des Verfassungsschutzes, Sinan Selen, spricht von einer deutlichen Intensivierung solcher "hybriden Aktivitäten" ausländischer Dienste. Besonders betroffen sind demnach Unternehmen aus der Sicherheits- und Verteidigungsbranche, aber auch Firmen aus Bereichen wie Energieversorgung und Verkehr, die zur sogenannten kritischen Infrastruktur zählen.

 

Schäden in Milliardenhöhe

 

Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich: Insgesamt entsteht der deutschen Wirtschaft durch Diebstahl, Spionage und Sabotage ein jährlicher Schaden von mehr als 200 Milliarden Euro. Der Großteil davon – etwa drei Viertel – geht auf klassische Cyberangriffe zurück, etwa durch Schadsoftware, Erpressungstrojaner (Ransomware) oder gefälschte E-Mails (Phishing).

 

Wie konkret die Bedrohung mittlerweile ist, zeigte sich im April dieses Jahres: Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte Adressen deutscher Rüstungsunternehmen – als Reaktion auf angekündigte Drohnenlieferungen an die Ukraine. Genannt wurden dabei auch Standorte in München und Hanau.

 

Was das für Unternehmen bedeutet

 

Solche Angriffe sind längst keine Ausnahme mehr, sondern für viele Firmen inzwischen Alltag. Sie können Produktionsanlagen lahmlegen, Lieferketten stören oder wertvolles Fachwissen in falsche Hände bringen. Auffällig ist dabei: Viele Angriffe beginnen nicht mit hochkomplexer Technik, sondern mit ganz einfachen Mitteln – etwa einer täuschend echten E-Mail oder einem unbedachten Klick durch Mitarbeitende. Experten sprechen hier oft vom Menschen als "Schwachstelle Nummer eins".

 

Der Bericht macht deutlich: Das Thema betrifft längst nicht mehr nur Großkonzerne oder Rüstungsfirmen. Auch mittelständische Betriebe mit wertvollem Know-how oder sensiblen Kundendaten rücken zunehmend in den Fokus – ein Punkt, der auch für Unternehmen in der Region von Bedeutung sein dürfte.

 

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Quellen: Handelsblatt, "Sicherheit: Verfassungsschutz erwartet mehr Geheimdienstangriffe auf Firmen", 26.08.2026; Bundesamt für Verfassungsschutz, Pressemitteilung zur Bitkom-Studie "Wirtschaftsschutz 2026"; Bitkom, Wirtschaftsschutzbericht 2026.

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