ENGELSKIRCHEN
Das HerkuleX Team in Engelskirchen legt wieder los
Engelskirchen – Mit Spaten, Hacke und viel Engagement rückt das HerkuleX-Team in Engelskirchen erneut dem Riesen-Bärenklau zu Leibe - Trotz Regen fanden sich zum Auftakt zahlreiche Helfer ein.
Es ist eine echte Herkulesaufgabe, der sich das HerkuleX-Team in Engelskirchen seit Jahren stellt: die Bekämpfung von Riesen-Bärenklau. Auf Einladung des NABU Oberberg und Organisator Christian Buresch fiel gestern der Startschuss für die diesjährige Aktion entlang der Agger.
[„Da werden wir zu kleinen Hobbits“, so Christian Buresch. „Zwischen den Grauwacke-Steinen am Aggerufer holen wir die Pflanzen mit kleinen Spitzhacken heraus.“]
Eigentlich keine idealen Bedingungen: Kälte und Regen begleiteten den Auftakt in Osberghausen. Dennoch ließen sich rund ein Dutzend engagierte Helfer nicht abschrecken. Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Regenkleidung sowie Spaten und Hacke machten sie sich daran, die jungen Pflanzen möglichst frühzeitig mitsamt Wurzeln aus dem Boden zu holen.
„Jetzt ist die beste Zeit“, erklärt Organisator Christian Buresch. „Der Boden ist weich, die Pflanzen sind noch klein und lassen sich fast wie junge Möhren herausziehen.“ Genau darin liege der Schlüssel zum Erfolg: Wer den Riesen-Bärenklau früh entferne, verhindere, dass sich die Pflanze weiter ausbreitet und ihre Samen ausbildet. Denn so imposant die auch als Herkulesstaude bekannte Pflanze wirkt – sie stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar. Der Pflanzensaft kann bei Hautkontakt in Verbindung mit Sonnenlicht schwere Verbrennungen verursachen. Zudem verdrängt die invasive Art heimische Pflanzen an Bach- und Flussufern nahezu vollständig.
Das HerkuleX-Team setzt deshalb auf Ausdauer und System. Von März bis etwa Mai werden die Pflanzen konsequent ausgegraben. Später im Jahr, etwa Ende Juli oder Anfang August, konzentrieren sich die Helfer darauf, die Blüten zu entfernen, um die Samenbildung zu verhindern.
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[Hier werden die Wurzeln des Riesen-Bärenklaus mit dem Spaten ausgegraben.]
Organisiert wird die Arbeit dabei meist in gemeinsamen Aktionen. „Vieles läuft auch über Eigeninitiative“, so Buresch. „Einige Helfer übernehmen Patenschaften für bestimmte Abschnitte und gehen dann los, wann immer sie Zeit haben.“ Die Einsätze werden dokumentiert und kartiert, um den Überblick zu behalten. Dass dieses Engagement ausschließlich ehrenamtlich erfolgt, ist für Buresch selbstverständlich – auch wenn es an Unterstützung mangelt. „Der Kreis hat das Thema vor Jahren aufgegeben. Also nehmen wir es selbst in die Hand“, sagt er. Die Motivation ziehe das Team aus sichtbaren Erfolgen und der positiven Resonanz aus der Bevölkerung.
Unterstützung gibt es in diesem Jahr immerhin bei der Entsorgung. Wie Almut Mayer berichtet, stellt der Bergische Abfallwirtschaftsverband Säcke zur Verfügung, die kostenlos abgegeben werden können. Wichtig sei dabei, dass Wurzeln und Samenstände im Restmüll entsorgt werden und nicht im Biomüll, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Klar ist für alle Beteiligten: Der Kampf gegen den Riesen-Bärenklau ist langfristig angelegt. „Das wird uns noch zehn bis 20 Jahre beschäftigen“, so Buresch. Doch der Auftakt hat gezeigt: Das HerkuleX-Team ist bereit, diese Herausforderung anzunehmen.
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