FUSSBALL
„Disziplin und Einstellung sind nicht verhandelbar“
Wiehl - Der VfR Marienhagen befindet sich im Umbruch: Unterschiedsspieler sind in Fußballrente, Nachwuchskicker drängen sich dafür auf - Trainer Ingo Kippels baut auf die Grundtugenden.
Von Jürgen Lorenz
Nach Platz vier im Vorjahr reichte es für die des VfR Marienhagen in der vergangenen Saison nur zum siebten Rang. Die 46 Zähler stellten Trainer Ingo Kippels nicht ganz zufrieden. Als größtes Hindernis erwies sich die fehlende Effektivität vor dem gegnerischen Gehäuse. 60 Tore in 30 Spielen waren dem Übungsleiter deutlich zu wenig. „Wir hatten zu selten gelernte Stürmer auf dem Platz“, haderte er mit der Verletztenmisere der Abteilung Attacke. Ausgerechnet der ausgewiesene Defensivspezialist Radion Miller avancierte mit 15 Toren zum treffsichersten Schützen der Fußballdörfler. „Und leider waren wir die Remiskönige der Liga“, wäre laut Kippels ein höherer Punkteertrag im Bereich des Möglichen gewesen. Zehn Unentschieden bedeuteten den einen oder anderen verschenkten Zähler.
[Ingo Kippels wünscht sich eine bessere Torausbeute.]
Zur neuen Spielzeit muss Kippels auf mehr als 100 Jahre Fußballerfahrung verzichten. Mit Jonathan Noß, Philipp Sulzer und Torhüter Dennis Kulisch haben gleich drei absolute Wiehler Fußballikonen ihre Fußballschuhe an den berühmten Nagel gehängt, ebenso die nicht minder routinierten Dominik Knotte und Philip Wildenburg. Mit Nils Müller (SV Frielingsdorf II), Dominik Stefanidis (eigene 2. Mannschaft) und Nico Palausch (Trainer SV Schnellenbach) ging weitere Fußballexpertise verloren. „Es müssen sich nun neue Platzhirsche finden. Mit Radion Miller und Michel Hock sind aber auch noch zwei echte Typen mit dabei“, gibt sich Kippels zuversichtlich. Die Neulinge seien allesamt der Kategorie „jung und fußballgeil“ zuzuordnen. Mit Maxim Latkovskij, Manuel Stracke, Felix Degen, Arne Zuchowski (alle JSG Wiehltal U19) rücken dabei erstmals nach zehn Jahren wieder Nachwuchskicker aus dem eigenen Stall in den Seniorenbereich auf.
Eine höhere Torausbeute ist in dieser Spielzeit das Ziel. „Im letzten Jahr haben uns die Waffen im Angriff gefehlt und wir mussten viel improvisieren“, soll die Abteilung „Jugend forscht“ für frischen Wind sorgen. Neben dem Nachwuchs aus der eigenen Jugend stößt mit Nic Wasser (JSG Reichshof) ein weiterer Jungspund hinzu. „Sie sind alle spritzig, dynamisch und durch die Bank sehr fleißig“, lobt Kippels seine Rasselbande. Calvin Seinsche (SSV Homburg-Nümbrecht II) und Jan-Patrick Fielenbach (eigene 2. Mannschaft) komplettieren das Feld der Neuen. Insgesamt ist der VfR-Coach mit dem bisherigen Stand der Vorbereitung zufrieden.
Das A und O seien oftmals die einfachen Dinge und auf diese lege er in der Vorbereitung unter anderem sein Augenmerk. „Die sind halt meistens am besten. Einstellung und Disziplin kann man nicht antrainieren. Das müssen die Spieler in sich tragen. Das sind Dinge, die sind für mich nicht verhandelbar“, würde Kippels bei erkennbaren Defiziten auch vor unpopulären personellen Maßnahmen nicht zurückschrecken. „Da weiß aber jeder, wo er bei mir dran ist“, stellt er klar.
„Wir waren immer an den ersten Vier, Fünf dran und haben stets auf Augenhöhe gespielt. Ein Gefahr nach unten hat nie bestanden“, möchte Kippels in der kommenden Saison in ähnlichen Fahrwassern herumschippern. „Wir wollen in jedem Spiel in der Lage sein, ein guter Gegner zu sein.“ Allerdings verweist er auf eine „latente Auswärtsschwäche“ seine Truppe, die im Vorjahr nur 15 ihrer insgesamt 46 Zähler in der Fremde holte, dafür aber daheim lediglich zweimal als Verlierer vom Platz ging. „Da wollen wir in jedem Fall zulegen.“ Ob künftig wieder ein 5-2-2-1- oder 4-2-3-1-System zum Tragen kommt, ließ Kippels offen. „Wir haben viele Variationsmöglichkeiten.“
Nach Angaben des Trainers wolle man ein unbequemer Gegner sein, der sich sukzessive steigert. Man gehe mit einem guten Gefühl in die Saison und strebt eine Platzierung wie im Vorjahr an – oder besser. „Rösrath ist für mich der absolute Topfavorit“, sieht Kippels die Mannschaft von Trainer Sascha Brandenburg in der Endabrechnung ganz oben. „Danach Altenberg, als besten Oberberger dann Bröltal, dahinter vielleicht Bensberg oder wir“, rechnet auch der VfR-Trainer mit einer sehr ausgeglichenen Liga. Von den vier Aufsteigern traut er Derschlag zu, ebenfalls eine gewichtige Rolle mitzuspielen.
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[Das Trainerteam mit einem Teil der Neuzugänge.]
Zugänge
Maxim Latkovskij, Manuel Stracke, Felix Degen, Arne Zuchowski (alle JSG Wiehltal U19), Nic Wasser (JSG Reichshof), Calvin Seinsche (SSV Homburg-Nümbrecht II), Jan-Patrick Fielenbach (eigene 2. Mannschaft)
Abgänge
Jonathan Noß, Philipp Sulzer, Dennis Kulisch, Dominik Knotte, Philip Wildenburg (alle Laufbahn beendet), Nils Müller (SV Frielingsdorf II), Dominik Stefanidis (eigene 2. Mannschaft), Nico Palausch (Trainer SV Schnellenbach), Hannes Klaes (Ziel unbekannt)
Der Kader
Tor
Sebastian Openkowski, Filipp Rosenthal
Abwehr
Maximilian Kringe, Radion Miller, Arne Zuchowski, Michel Hock, Janek Reichenbach, Fynn Herhaus, Luis Raschke, Nic Wasser, Calvin Seinsche, Fabian Hock, Jan-Patrick Fielenbach, Jonas Kossivi Vignizou
Mittelfeld
Tim Amser, Arif Demiro, Lars Quadflieg, Max Kreuder, Felix Degen, Maxim Latkovski
Angriff
Lars Hahn, Nick Schmalenbach, Luca Schrabe, Christian Prinz, Manuel Stracke, Yannick Berger, Dimitri Sterzer
Trainer
Ingo Kippels (wie bisher)
Co-Trainer
Dirk Clemens
Torwarttrainer
Marco Köster