FUSSBALL

"Sehe uns für die Bezirksliga gerüstet"

lo; 14.08.2026, 10:10 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung.
FUSSBALL

"Sehe uns für die Bezirksliga gerüstet"

lo; 14.08.2026, 10:10 Uhr
Wipperfürth - Nach dem souveränen Gewinn der Kreismeisterschaft spielt der VfR Wipperfürth künftig wieder eine Klasse höher - Norbert Scheider löst Giovanni Bernardo auf dem Trainersessel ab - Klassenerhalt hat Vorrang.

Nach einigen, teils dramatisch gescheiterten Anläufen hat es der VfR Wipperfürth gepackt: Die Hansestädter sicherten sich dank einer Sahnesaison die Kreismeisterkrone und kehren neun Jahre nach dem Abstieg in die Bezirksliga zurück. Die Statistiken aus dem Meisterjahr sind beeindruckend: Lediglich einmal gingen die Wipperfürther als Verlierer vom Platz, stellten den besten Angriff (114 Tore) und die sicherste Abwehr (25 Gegentreffer). Noch dazu gelang das seltene Kunststück, alle Rückrundenpartien zu gewinnen.

 

Der Aufstieg, am Ende mit satten elf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten TuS Lindlar, war also hochverdient. Der „Kapitän“ ist allerdings von Bord gegangen: Trainer Giovanni Bernardo entschloss sich nach sechs Jahren, sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung zu stellen. Der Verein fand eine logische interne Nachfolgeregelung: Urgestein Norbert Scheider, der Bernardo zuletzt als Co-Trainer unterstützte, nimmt wieder auf dem Chefsessel Platz, nachdem er bereits die erfolgreiche Epoche des Klubs in der Landes- und Bezirksliga von 2000 bis 2018 als Trainer entscheidend mitgeprägt hatte.

 

[Norbert Scheider hat in Wipperfürth wieder das Ruder übernommen.]

 

An den Ohler Wiesen werden die Uhren also nicht auf null gestellt. Scheider kennt die Mannschaft und den Verein aus dem Effeff. „An unserer grundsätzlichen Spielphilosophie halten wir fest“, erklärt er. „Wir hatten letztes Jahr die beste Abwehr und den besten Angriff. Daher gibt eigentlich keinen Grund, etwas zu verändern. Die Jungs wissen, wie wir Fußball spielen wollen. Klar gibt es auch zwei, drei Sachen, wo ich vielleicht anders ticke als Giova, aber alles komplett umzuschmeißen, bringt nichts.“

 

Gleichwohl wird es Anpassungen geben, was der Qualität der anderen Teams in der Liga geschuldet ist. „Es wird weiterhin so sein, dass wir viel den Ball haben wollen, doch wir werden kompakter als bisher spielen und nicht mehr so früh anlaufen, denn das könnte uns gegen die meisten Gegner um die Ohren fliegen“, meint Scheider, der von allen Mannschaftsteilen eine hohe Lauf- und Opferbereitschaft verlangt. „Wichtig wird sein, dass alle gegen den Ball arbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Zudem müssen wir lernen, mit Niederlagen umzugehen.“

 

An taktischen Varianten hat Wipperfürth  - gegner- und personalabhängig - verschiedene Lösungen im Repertoire. Am wohlsten fühlt sich das Team im 4-4-2 oder 4-1-4-1, es kann aber auch ohne Weiteres auf eine Dreierkette gewechselt werden, wenn es der Spielverlauf erfordert. Die bisherigen Eindrücke in der Vorbereitung stimmen den Übungsleiter optimistisch. Nach einem holprigen Start gewann der VfR den Sommercup des TuS Ennepe und setzte zuletzt mit einem 4:0-Erfolg gegen den Landesligisten Marialinden ein Ausrufezeichen, wobei Scheider die Ergebnisse nicht überbewerten will.

 

Insbesondere in läuferischer Hinsicht präsentiert sich seine Mannschaft bislang in ausgezeichneter Verfassung. Da mit Theo Kruschinski, der nach einem Kreuzbandriss wahrscheinlich erst zur Rückrunde wieder einsteigen wird, nur ein Langzeitverletzter zu beklagen ist, hat der Coach in personeller Hinsicht die Qual der Wahl. Bei sieben Abgängen und acht Neuzugängen gab es einen kleinen Umbruch. „Wir hatten einen relativ großen Aderlass in der Defensive, haben aber talentierte junge Leute dazubekommen“, sagt Scheider.

 

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Gewiss kein Nachteil: Spieler wie Niklas Jung und Sam Kirschsieper (Kreisliga A-Torschützenkönig der Vorsaison) sowie die Routiniers Wael Majouj und Faruk Tokay haben schon Bezirksliga-Luft geschnuppert und können ihre Erfahrungswerte mit dem Rest teilen. „Ich finde, dass wir einen guten Mix aus erfahrenen Jungs und guten Youngstern in der Mannschaft haben“, hebt Scheider hervor.

 

Als Aufsteiger geht es für die Wipperfürther primär darum, in der neuen Liga anzukommen und sich an die dortigen Gepflogenheiten zu gewöhnen. „Den Jungs muss klar sein, dass wir ab jetzt jeden Sonntag 100 Prozent abrufen müssen, sonst bekommen wir Probleme“, werden die Herausforderungen laut Scheider größer sein als in der Kreisliga A. „Wir haben Respekt, aber keine Angst. Ich mache mir keine Sorgen darum, dass wir nicht mithalten können, und sehe uns für die Bezirksliga gerüstet.“

 

Ein einstelliger Tabellenplatz wäre die Wunschvorstellung. „Die Hauptsache ist, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen, um frühzeitig für die nächste Saison planen zu können.“ Als Titelfavorit nennt Scheider Jan Wellem Bergisch Gladbach, ferner traut er Mitaufsteiger SC Weiler-Volkhoven und DJK Südwest Köln zu, sich im vorderen Bereich des Klassements anzusiedeln.       

 

[Der Coach mit den Neuzugängen.]

 

Zugänge

Niklas Jung (SV Schönenbach), Robin Stoppenbach (zuletzt SG Olpe-Kürten), Tille Andres (TuS Homburg-Bröltal), Luca Börsch (SC Borussia Lindenthal-Hohenlind), Henrik Schmitz (TuS Egen), Leon Bernardo, Jan Wilbert Lüers (beide eigene U19), Dennis Tebelius (SSV Süng)

 

Abgänge

Tim Kappe, Tim Schulte, Justin Lüthy (alle Laufbahn beendet), Patrick Schmidt (SG Olpe-Kürten), Mika Flosbach (TV Klaswipper), Jonas Schnabel (RSV Hückeswagen), Justin Chukwudi (Umzug nach Mönchengladbach), Jassin Imaankaf (Fußballpause)

 

Der Kader

 

Tor

Phil Schmidt, Leon Bernardo, Hubert Kowalski   

 

Abwehr

Faruk Tokay, Wael Majouj, Felix Schymatzek, Eduard Koop, Luca Börsch, Tille Andres, Dennis Tebelius, Marc Wedding, Revan Hussain, Jani Nika

 

Mittelfeld

Sam Kirschsieper, Niklas Jung, Enrico Meierle, Marlon Burger, Luis Zapp, Mats Heinzemann, Berkant Dalmizirak, Jan Wilbert Lüers, Henrik Schmitz, Joel Kappe, Robin Stoppenbach, Theo Kruschinski

 

Angriff

Julian Dewald, Tim Kemmerich, Raul Yorganci, Maximilian Müller, Benilson Tuba      

 

Trainer

Norbert Scheider (für Giovanni Bernardo)

 

Torwarttrainer

Ingo Radermacher

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