FUSSBALL
Aus im Halbfinale: Hohkeppel scheitert im Mittelrheinpokal am Favoriten Viktoria Köln
Lindlar – Eintracht Hohkeppel hat den Einzug ins Finale des Mittelrheinpokals verpasst – Der Drittligist und Turnierfavorit Viktoria Köln setzte sich gegen den zwei Klassen tiefer angesiedelten Mittelrheinligisten am Ende deutlich durch (AKTUALISIERT).
Von Thomas Giesen
Halbfinale FVM-Pokal
Eintracht Hohkeppel – Viktoria Köln 1:4 (0:2).
Im Lager der Eintracht hatte man gehofft, Geschichte zu schreiben. Doch aus dem ersten Einzug ins Finale des Mittelrheinpokals ist nichts geworden. Der Drittligist und klassenhöchste Vertreter im Halbfinale, Viktoria Köln, war am Ende für den Mittelrheinligisten eine Nummer zu groß. Hohkeppels Trainer Abdullah Keseroglu ging dennoch mit einem positiven Eindruck aus der Begegnung, die vor rund 600 Zuschauern stattfand. „Kurz nach dem Abpfiff ist das für mich vom Gefühl her kein 1:4-Spiel gewesen. Wir waren über 90 Minuten schon mehr als konkurrenzfähig. Wenn man überlegt, dass es zwei Ligen Unterschied sind und man den Gegner trotzdem so fordert. Ich denke, wir haben einen sehr, sehr guten Auftritt hingelegt“, war er nicht unzufrieden.
Wie angekündigt wichen die Gastgeber auch gegen den großen Turnierfavoriten nicht von ihrer Marschroute ab, nach vorne zu spielen und den Gegner frühzeitig zu attackieren. Die Viktoria sah sich in der ersten Viertelstunde meist in der eigenen Hälfte unter Druck, ließ sich aber selten zu Ballverlusten hinreißen. Die erste Torchance verzeichnete aber der Gast. Eine Flanke des quirligen Simon Handle köpfte Jakob Sachse nur knapp über das Hohkeppeler Gehäuse (12.). In Minute 15 war es erneut Handle, diesmal mit einem Chipball auf Yannick Tonye, der zur Führung einschoss. Nur zwei Minuten später nutzte Lucas Wolf einen Schnitzer von Angelo Langer zum 2:0.
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[Hohkeppels Mike Owusu (rechts) versuchte es immer wieder mit Dribblings über die linke Außenbahn.]
Die Gastgeber zeigten sich alles andere als geschockt und spielten weiter mutig nach vorne. Denys Pinchuk prüfte einmal Kölns Torwart Arne Schulz (20.), Arian Amyn, der schon nach zehn Minuten für den verletzten Hendrik Strobl ins Spiel gekommen war, zog aus spitzem Winkel knapp vorbei (30.). Seit den Gegentoren hatten sich die Verhältnisse auf dem Platz aber längst geändert. Die Viktoria präsentierte sich enorm ballsicher spielte fast alles mit einem Kontakt und ließ die Hausherren laufen. Auch an den ungewohnten Kunstrasen schien man sich nun gewöhnt zu haben. Bis zur Pause setzte der Gast auf Kontrolle. Nach dem Seitenwechsel startete der Drittligist aber mit Druck. Keine Minute war gespielt, als Leonhard Münst mit einem Flachpass Yannick Tonye in Szene setzte, der eiskalt zum 3:0 einnetzte.
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[Dominik Bilogrevic hatte im defensiven Mittelfeld der Eintracht alle Hände voll zu tun, den Gegner in Schach zu halten.]
Die Partie schien damit gegessen, doch die Hohkeppeler durften noch einmal hoffen. Nach einem Handspiel im Strafraum der Gäste verwandelte Eintrachts Kapitän Firat Tuncer den fälligen Elfmeter zum 1:3 (53.), doch ein Feuerwerk der Gegenwehr blieb aus, stattdessen kontrollierten die Gäste das Geschehen auf dem Platz weitgehend. Die nächste Chance gehörte der Viktoria. Hohkeppels Torwart Justin Strauch lenkte mit den Fingerspitzen einen Kopfball von Lucas Wolf an die Querlatte (63.). Auf der Gegenseite versuchte es Hohkeppels Innenverteidiger Tarik Dogan mit einem Schuss aus rund 17 Metern, der von einem Kölner Bein am Einschlag gehindert wurde (79.). Im Gegenzug ging es dann ganz schnell: Robin Velasco schloss den über wenige Stationen laufenden Konter des Drittligisten sicher zum 4:1 ab (80.) und der Abend war endgültig gelaufen für die Eintracht.
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[Im Trainerteam der Eintracht gab es während des Spielverlaufs einiges zu besprechen.]
„Beim ersten Gegentor verlieren wir den Mann in Überzahl. Klar, ist das schwer zu verteidigen. Aber wir sind drei gegen einen und gehen nicht mit dem Mann mit. Beim zweiten Tor ist es ein Ballverlust, den wir uns nicht wünschen und der Gegner bestraft das natürlich. Nach der Halbzeit fällt das dritte Tor zu früh. Eine ähnliche Situation wie beim ersten. Wir sind in Überzahl in der Mitte und verlieren wieder unseren Mann. Trotz allem, wir haben uns heute gut verkauft. Wir waren mutig und hatten unsere Chancen. In den ersten 15 Minuten kamen sie gar nicht hinten raus und wir haben sie unter Druck gesetzt. Ich finde nicht, dass sie uns dominiert haben“, bilanzierte Keseroglu.
Tore
0:1 Yannick Tonye (15.), 0:2 Lucas Wolf (17.), 0:3 Yannick Tonye (46.), 1:3 Firat Tuncer (53., Handelfmeter), 1:4 Robin Velasco (80.).
Eintracht Hohkeppel
Justin Strauch; Rudolf Gonzalez (78. Kenneth Eligon), Tarik Dogan, Firat Tuncer, Angelo Langer, Dominik Bilogrevic, Ishak Adahchur (84. Sami Knuschke), Hendrik Strobl (10. Arian Amyn), Mike Owusu (84. Dave Famakinwa), Clinton Williams-Emmanuel, Denys Pinchuk (57. Robin Theisen).

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