FUSSBALL

Ausgerechnet die bittere Derbyniederlage war der Wendepunkt

lo; 18.06.2026, 14:00 Uhr
Archivfoto: Dietmar Scherbaum --- Trainer Sascha Mühlmann während einer Trinkpause im Spiel gegen Flittard, wo der FV Wiehl die entscheidende Hürde zum Klassenerhalt nahm.
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Ausgerechnet die bittere Derbyniederlage war der Wendepunkt

lo; 18.06.2026, 14:00 Uhr
Wiehl – Trotz eines verpatzten Saisonstarts hat sich der FV Wiehl auch im zwölften Landesliga-Jahr den Klassenerhalt gesichert – OA sprach mit Trainer Sascha Mühlmann über eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen und das Verbesserungspotenzial für die Zukunft.

Der FV Wiehl spielt auch in der kommenden Saison in der Landesliga. Der Weg dorthin war allerdings von Höhen und Tiefen geprägt – angefangen mit dem völlig verkorksten Start, der den Wiehlern sechs Niederlagen am Stück bescherte. Dass ausgerechnet die bittere 2:4-Derbyschlappe gegen den SSV Homburg-Nümbrecht, als die Equipe von Sascha Mühlmann in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte, dann aber noch zwei Treffer hinnehmen musste, den „Wendepunkt für uns“ (Mühlmann) darstellte, zeigt, wie kurios der Fußball manchmal sein kann.

 

Die Pleitenserie setzte dem Übungsleiter zu, wie er im Gespräch mit OA einräumt. Ernsthafte Rücktrittsgedanken habe es jedoch nicht gegeben. „Das kam höchstens mal unterschwellig auf. Natürlich denkt man darüber nach, ob man das Ruder noch herumreißen kann. Doch wenn ich als Trainer die Hoffnung aufgebe, wäre ich in der falschen Position. Ich habe viele Gespräche mit der Mannschaft und mit dem Vorstand geführt, der mir immer den Rücken gestärkt hat“, blickt Mühlmann auf die schwierigen Wochen im August und September des vergangenen Jahres zurück.

 

Ein 2:2 gegen den TuS Marialinden brachte erstmals Zählbares aufs Konto, wobei angesichts einer verspielten 2:0-Führung sogar der erste Dreier möglich gewesen wäre. Den gab’s eine Woche später beim 4:0 in Schlebusch – der Auftakt zur erfolgreichen Aufholjagd im Klassement. Die Wiehler präsentierten sich, auch dank einer zwischenzeitlich vorgenommenen Systemumstellung, deutlich stabiler und punkteten kontinuierlich weiter, sodass sie die rote Zone schon vor der Winterpause verlassen konnten.

 

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„Wir sind in einen Flow gekommen, haben als Team besser verteidigt als zu Beginn der Saison und unsere Jungs in der Offensive besser ins Spiel eingebunden“, verteidigte Wiehl den Vorsprung auf die Abstiegsplätze nach dem Re-Start im Februar, wobei mit der zurückgezogenen Hohkeppeler Reserve sowie dem abgeschlagenen SC Fortuna Bonn zwei Absteiger frühzeitig feststanden. Offen blieb die Frage nach der dritten Mannschaft, die sich Richtung Bezirksliga verabschieden muss.

 

Die sollte am Ende die SpVg. Flittard sein, die in der Rückrunde lediglich acht Zähler verbuchte – damit ließ sich die Konkurrenz nicht beeindrucken. Von der Flittarder Schwäche profitierten auch die Wiehler, denn im letzten Drittel der Spielzeit geriet wieder Sand ins Getriebe. Dies führt Mühlmann unter anderem auf die Verletzungsproblematik zurück. Vor allem in der Offensive war das Spielerangebot stark ausgedünnt. Der beste Torschütze, Justus Dabringhausen, musste aufgrund anhaltender muskulärer Probleme kürzertreten, gleiches galt für Jan Peters.

 

Somit sei die Saison laut Mühlmann in drei Phasen einzuteilen. Auch wenn er sehr zufrieden mit dem Comeback seiner Schützlinge und dem bereits am drittletzten Spieltag unter Dach und Fach gebrachten Klassenerhalt ist, hat er an dem verpatzten Schlussspurt zu knabbern. „Die Personalproblematik hat sich negativ ausgewirkt, aber wir haben uns hinten raus zu viele individuelle Fehler geleistet und so ein besseres Endergebnis hergeschenkt“, erklärt der Coach.

 

Im nächsten Jahr, dem 13. des FV Wiehl in der Landesliga, hofft Mühlmann auf eine größere Ausbeute, nachdem diesmal 30 Punkte ausgereicht haben, um in der Liga zu bleiben. „Zwei Dinge werden wichtig sein: Zum einen müssen wir unsere Bilanz in den Big-Point-Spielen gegen die Topteams verbessern. Da haben wir in dieser Saison einfach zu wenig geholt, um von der Platzierung her mehr zu erreichen. Und wir müssen daran arbeiten, nicht mehr so viele Gegentore zu kassieren“, schildert der Trainer.

 

Bei den Veränderungen im Kader halten sich - Stand jetzt - Ab- und Zugänge die Waage: Neu hinzustoßen werden Elias Butzmuehlen, Yüksel Özkan (beide eigene U19), Felix Krüger (SV Frielingsdorf), Sem Liyka (Borussia Derschlag) und Nick Lamsfuß (DJK Wipperfeld). Finn Hartmann (Ziel unbekannt), Collins Ihekaire (SSV Homburg-Nümbrecht), Mirac Ören (SSV Bergneustadt) und Maximilian Vollmer (hört auf) stehen nicht mehr zur Verfügung. Thorben Riske wird seine Laufbahn ebenfalls beenden, soll aber in anderer Funktion eingebunden werden.  

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