FUSSBALL
Ausgewechselte Spieler geraten aneinander: Streithähne für 16 Spiele gesperrt
Oberberg - Kreissportgericht verhandelte die Vorkommnisse bei der Kreisliga B-Partie Derschlag - Frömmersbach - Videoaufnahmen dienten als Beweismittel - Vereine müssen saftiges Ordnungsgeld zahlen.
Das Sportgericht des Fußballkreises Berg unter dem Vorsitz von Stefan Flock musste am gestrigen Mittwochabend, also nach dem Ende der regulären Saison, noch einmal zu einem mündlichen Verfahren zusammenkommen. Zuvor waren mehrere Termine geplatzt. Gegenstand waren die Vorkommnisse bei der Kreisliga B-Partie Borussia Derschlag – SV Frömmersbach Anfang März. Mitte der zweiten Halbzeit war es außerhalb des Spielfeldes - gegenüber von den Trainerbänken auf der Sportlerheim-Seite - zu einem Gewaltvorfall gekommen, in den unter anderem zwei ausgewechselte Spieler verwickelt waren.
Zu diesem Zeitpunkt stand es 5:0 für die Gastgeber. Frömmersbach befand sich nach einem frühen Platzverweis in Unterzahl.
Von der gesamten Situation existieren Videoaufnahmen, die vom Sportgericht im Rahmen der Verhandlung als Beweismittel genutzt wurden. Das Gremium sah es als erwiesen an, dass der zur Pause ausgewechselte Gästespieler zunächst mit wüsten Beschimpfungen provoziert hatte und dann einen Zuschauer, der auf ihn zugelaufen kam, getreten und geschlagen und an der Nase verletzt haben soll. Dafür bekam er eine Sperre von 16 Spielen aufgebrummt.
Die Aktion rief wiederum den Derschlager Spieler auf den Plan, mit dem der verurteilte SVF-Akteur bereits im Verlauf der ersten Halbzeit auf dem Feld verbal aneinandergeraten geraten war. Der Borussia-Kicker ließ, nach der oben geschilderten Szene, in einem anderen Handgemenge, das sich ein paar Momente später entwickelte, ebenfalls die Fäuste sprechen. Er war vom Verein nach den Vorkommnissen bereits suspendiert worden, was sich strafmildernd hätte auswirken können. Weil er in dieser Saison aber nicht zum ersten Mal als Beschuldigter vor dem Kreissportgericht stand, erhielt auch er - als „Wiederholungstäter“ – eine Sperre von 16 Spielen.
Zudem müssen die Vereine kräftig in die Tasche greifen. Auf den Videos ist zu sehen, dass viele Personen, die dort nichts zu suchen haben, den Innenraum bevölkern und später zum Teil auch in verschiedener Form und Intensität an den Rudelbildungen beteiligt sind. Stefan Flock machte deutlich, dass es klare Vorgaben gibt, wer sich im Innenraum aufhalten darf und wer nicht. Wegen „unsportlichen Verhaltens dem Verein zuzuordnender Verantwortlicher und Zuschauer“ wurde der SV Frömmersbach zu einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro verurteilt, die Derschlager müssen als gastgebender Klub sogar 500 Euro berappen.
Die Partie war nach dem Vorfall regulär zu Ende gebracht worden und endete mit einem 7:0 für die Hausherren. Da beide Parteien auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig.