FUSSBALL
Wipperfürth holt Derbysieg - Lindlar geht erneut unter
Oberberg - Der VfR setzt sich knapp gegen die Eintracht-Reserve durch - Heiligenhaus und Frielingsdorf trennen sich remis - Lindlarer Fehlerfestival endet mit Waterloo (AKTUALISIERT).
VfR Wipperfürth – Eintracht Hohkeppel II 3:2 (2:0).
Nach dem Ende des Derbys waren beide Seiten offenbar zufrieden mit den Leistungen. Allerdings gab es nur einen Sieger. VfR-Trainer Norbert Scheider sah seine Elf im Vorteil: „Wir waren in der ersten Halbzeit klar überlegen und hatten das Spiel komplett in Griff. Der Gegner hatte keinen Torschuss“, schilderte er den Spielverlauf aus seiner Sicht. Sam Kirschsieper erzielte nach einem tiefen Pass von Felix Schymatzek den Führungstreffer gegen sein Ex-Team, Raul Yorganci legte nach Vorarbeit von Eduard Kopp das 2:0 kurz vor dem Pausenpfiff nach. „Das war ein sehr guter Auftritt von uns. Wir sind durch zwei individuelle Fehler 0:2 in Rückstand geraten, kommen in der zweiten Halbzeit aber wieder zurück. Trotz der Gelb-Roten Karte waren wir die bessere Mannschaft“, sah derweil Hohkeppels Sportdirektor Murat Ekmen seine Truppe im Vorteil.
Mustafa Demirbag gelang der Anschlusstreffer, Miran Agirbas verwandelte in der Schlussphase einen Strafstoß zum Ausgleich. Felix Schymatzek hatte den Ball ins Gesicht bekommen, von dort sprang er an die Hand und der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. „Wenn wir eine solche Szene haben, sagt man uns immer, dass das kein Elfmeter ist. Aber die Szene war nicht entscheidend. Sondern wir sind in einen Abwartemodus verfallen und haben den Gegner spielen lassen und wenn man Hohkeppel lässt, dann machen sie auch ihre Tore“, kreidete Scheider das Gegentor nicht dem Referee an.
Die Gäste waren nach dem Platzverweis gegen Ali Elyaqine seit der 73. Spielminute in Unterzahl und kassierten nach einem schnellen Gegenangriff der Wipperfürther den Knockout. Sam Kirschsieper hatte sich durchgesetzt und den Ball an den Innenpfosten geknallt. Luis Zapp nutzte den Abpraller und staubte zum viel umjubelten Siegtreffer ab. „Die Mannschaft hat an sich geglaubt und wollte gewinnen, deshalb geht der Sieg auch in Ordnung. Mit der zweiten Halbzeit war ich aber überhaupt nicht zufrieden“, so Scheider. Murat Ekmen hätte gerne mehr mitgenommen. „Die Mannschaft war heute nicht wiederzuerkennen. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.“
Tore
1:0 Sam Kirschsieper (18.), 2:0 Raul Yorganci (40.), 2:1 Mustafa Demirbag (54.), 2:2 Miran Agirbas (85. Handelfmeter), 3:2 Luis Zapp (89.).
Besonderes Vorkommnis
Gelb-Rot gegen Hohkeppels Ali Elyaqine (73.)
VfR Wipperfürth
Phil Schmidt; Luca Börsch, Tille Andres (71. Luis Zapp), Wael Majouj, Mats Heinzemann, Enrico Januschewski (65. Maximilian Müller), Sam Kirschsieper, Eduard Koop, Marlon Burger, Felix Schymatzek, Raul Yorganci (86. Enrico Meierle).
Eintracht Hohkeppel II
Rocco Zinnato; Semi Paldir, Miran Agirbas, Walter Famakinwa, Melih Özkan, Kilian Hornbruch, Ali Elyaqine, Luca Munetic (66. Nelly Megbe), Kaan Gözübüyük (82. Taha Taylan), Noah Becker (54. Mustafa Demirbag), Kai Hense.
Heiligenhauser SV - SV Frielingsdorf 1:1 (0:1).
Mit einer Punkteteilung trennten sich der Heiligenhauser SV und der SV Frielingsdorf nach einem intensiven Duell. Ein Ergebnis, mit dem Gästecoach Andy Dreiner sehr gut leben konnte, musste er seine Stammelf doch auf mehreren Positionen verändern. Mit Etienne Parmentier, Marvin Bieg und Philipp Schmidt fehlte die komplette zentrale Mittelfeldachse. Kurzfristig reichte es auch für Frederik Orbach lediglich für einen Bankplatz. „Die Jungs, die heute in die Bresche gesprungen sind, haben das sehr gut umgesetzt“, konnte sich der Trainer auf seine Kadertiefe verlassen.
Dabei hatten die Frielingsdorfer speziell in der Anfangsphase den einen oder anderen bangen Moment zu überstehen, als die HSV-Offensive ihre Gefährlichkeit andeutete. Zweimal tropfte die Kugel auf die Querstange des SVF-Gehäuses. „Ab der 15. Minute war das Spiel für den Rest der ersten Halbzeit ausgeglichen“, berichtete Dreiner. Die Führung ging auf das Konto von Niklas Yegin. Er stand nach einem Querpass von Leon Dema goldrichtig, nachdem dieser von Timo Weber in Szene gesetzt worden war.
Lange Zeit blieb es bei dem knappen Vorteil für die Dreiner-Elf, die im zweiten Abschnitt Möglichkeiten besaß, um den Vorsprung auszubauen. Niklas Yegin und Leon Dema verpassten jedoch das 0:2. In der 70. Minute ergab sich eine aussichtsreiche Kontergelegenheit für Frielingsdorf, das sich jedoch durch einen Fehlpass selbst in Schwierigkeit brachte. Heiligenhaus spielte die Kugel direkt in die Tiefe und Moritz Hahn gelang der Ausgleich. Dabei blieb es zum Abpfiff. „Ich muss den Jungs ein Kompliment machen. Sie haben heute alles reingeworfen und viel investiert. Wir können zwar in der zweiten Halbzeit mit ein bisschen Glück auf 0:2 stellen, doch insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung“, sagte Dreiner.
Tore
0:1 Niklas Yegin (28.), 1:1 Moritz Hahn (70.).
SV Frielingsdorf
Leon Schmidtke; Kevin Ufer (83. Maurice Häger), Niklas Grumann, Fabian Januszewski, Jon Langen, Jonathan Schmidt, Timo Weber (83. Marvin Cortes), Daniel Okojie, Lorenzo Provenzano (90.+3 Frederik Orbach), Niklas Yegin (90. Vincent Diewerge), Leon Dema.
SpVg. Rheindörfer Nord - TuS Lindlar 9:3 (4:2).
Nach der 1:7-Klatsche gegen Spitzenreiter DJK Südwest Köln erlebte der TuS Lindlar den nächsten Alptraum. Gegen die SpVg. Rheindörfer Nord kam der Aufsteiger fast zweistellig unter die Räder. „Wir haben uns so viele individuelle Fehler erlaubt. Das ist dann irgendwann auch nicht mehr Bezirksliga-tauglich“, fand Marcel Besgen vom Trainerteam nach dem Debakel klare Worte.
Dabei hatten die Gäste die torhungrigste Offensive der Liga in den ersten 20 Minuten im Zaum gehalten und waren durch David Förster sogar in Front gegangen. „Da haben wir es wirklich gut gemacht, obwohl das bei diesem Endergebnis schwer zu vermitteln ist. Aber es war wirklich so. Wir haben Rheindörfer gut vom eigenen Tor weggehalten“, so Besgen.
Ein Doppelschlag des Kölners Denis Klos war der Anfang vom Ende für die Grün-Weißen. Die hohe Zahl an persönlichen Patzern bedeutete ein gefundenes Fressen für die topbesetzte Offensive des Tabellenzweiten. Julian Potisk und Manuel Montag erhöhten auf 4:1, bevor Förster per Elfmeter noch einmal verkürzen konnte. Die ersten Minuten im zweiten Durchgang waren aus Lindlarer Sicht noch akzeptabel, Förster besaß sogar die Möglichkeit zum 4:3. Doch im direkten Gegenzug besorgte Joel Heuter das 5:2 – und das sieglose Schlusslicht zerfiel in seine Einzelteile.
„Die Abstände wurden immer größer und wir haben uns weiterhin viele Fehler geleistet. Dann wirst du von so einem Gegner abgeschossen“, sagte Besgen. Haarscharf schrammte Lindlar ein einer zweistelligen Niederlage vorbei. In der Nachspielzeit erzielte Ramzy Khodr-Agha den dritten TuS-Treffer. Er ist eigentlich für die 3. Mannschaft aktiv und half heute wegen einiger kurzfristiger Ausfälle aus. Die angespannte Personalsituation wollte Besgen indes nicht als Ausrede für die indiskutable Leistung gelten lassen.
Tore
0:1 David Förster (5.), 1:1 Denis Klos (21.), 2:1 Denis Klos (24.), 3:1 Julian Potisk (28.), 4:1 Manuel Montag (37.), 4:2 David Förster (44. Foulelfmeter), 5:2 Joel Heuter (57.), 6:2 Manuel Montag (67.), 7:2 Joel Heuter (71.), 8:2 Manuel Montag (78.), 9:2 Manuel Montag (86.), 9:3 Ramzy Khodr-Agha (90.+2).
TuS Lindlar
Simon Schreiner; Gian Luca Wester, Simon Kahm, Felix Miebach (59. Ervin Novakaj), Felix Lamers, Tim Lamers, Vesor Gashi (62. Simon Hoffmann), Niko Schachow, Marc Bruch, Rinor Latifi (72. Ramzy Khodr-Agha), David Förster.