FUSSBALL
Hohkeppeler Lebenszeichen - Lindlar wie ein Absteiger
Oberberg - Die Eintracht-Reserve gewinnt das Kellerduell gegen Niehl - Lindlar wird von Weiler-Volkhoven 45 Minuten lang vorgeführt.
TuS Lindlar – SC Weiler-Volkhoven 1:5 (1:5).
Auch im Duell mit dem Mitaufsteiger aus dem Kölner Norden blieb der TuS Lindlar die Bezirksliga-Tauglichkeit schuldig. Die Grün-Weißen mussten die dritte hohe Klatsche in Folge hinnehmen und kassierten in den Begegnungen gegen Südwest Köln, Rheindörfer Nord und Weiler-Volkhoven 21 Gegentreffer. „In der ersten Halbzeit waren wir chancenlos. Weiler hat uns komplett schwindelig gespielt. Das war mit Abstand der stärkste Gegner, auf den wir bislang getroffen sind. Wir haben es ihnen aber auch einfach gemacht, waren in keiner Zone aggressiv und haben kaum Zweikämpfe gewonnen“, lautete die schonungslose Analyse von Marcel Besgen vom TuS-Trainerteam. Fakt ist: Vor der kurzen Allerheiligen-Pause steht das sieglose Schlusslicht mit dem Rücken zur Wand, der Klassenerhalt scheint erneut zu einem aussichtslosen Unterfangen zu werden.
Schon nach drei Minuten agierten die Hausherren in der Defensive zu passiv. Nach Vorlage von Ismail Farzat staubte Gaiton Barroso zur Führung ab. Wenig später flog Lindlar beinahe ein eigener Eckball um die Ohren. Weiler-Volkhoven spielte die anschließende Überzahlsituation schlecht aus und lief ins Abseits (7.). Dann durften sich die Gäste abermals ohne größeren Gegendruck durchkombinieren. Farzat köpfte die Kugel an die Querstange, den Abpraller verwertete Alexander Moll.
Auch in der Folge stolperte der TuS von einer Verlegenheit in die nächste: Marco Bramer war schon an Goalie Marco Bong vorbei, doch Simon Kahm konnte die Situation noch bereinigen (11.). Drei Minuten später war Lindlar wieder in Tiefschlaf, Moll traf nur den Pfosten. Dann wurde die linke Abwehrseite der Gastgeber mit einem simplen Steilpass seziert, Malik Basar erhöhte auf 0:3. Der vierte Treffer war wiederum Moll vorbehalten, der Bong nach einer kurz ausgeführten Ecke per Bogenlampe überwand.
Erst danach fand Lindlar besser in die Zweikämpfe und erarbeitete sich vereinzelte Offensivmomente. David Förster gelang nach einem langen Pass, der mehr als Befreiungsschlag gedacht war, das 1:4. Doch noch vor dem Seitenwechsel stellten die Domstädter den alten Abstand wieder her, nachdem sie sich die Abwehr mit einer langen Ballstafette zurechtgelegt hatten. Rinor Latifi verpasste eine Ergebniskorrektur, als er an Torwart Jean-Julian Krajnc scheiterte (45.+1).
Die TuS-Coaches nahmen nach der unterirdischen Leistung im ersten Durchgang einige Anpassungen vor, woraufhin ihre Schützlinge stabiler standen und zumindest weiteres Ungemach verhinderten. „Weiler-Volkhoven hat aber auch drei Gänge zurückgeschaltet“, betonte Besgen. So dümpelte die längst entschiedene Partie relativ ereignislos bis zum Ende dahin. „Heute hat bei uns von Beginn an ganz, ganz viel gefehlt, um gegen so einen Gegner mitzuhalten. In den letzten beiden Spielen waren gewisse Phasen dabei, die positiv waren. Davon kann man heute nicht sprechen. In der ersten Halbzeit war das kein Klassenunterschied, sondern ein Zwei-Klassenunterschied“, so Besgen deutlich. (lo)
Tore
0:1 Gaiton Barroso (3.), 0:2 Alexander Moll (9.), 0:3 Malik Basar (20.), 0:4 Alexander Moll (30.), 1:4 David Förster (33.), 1:5 Gaiton Barroso (45.).
TuS Lindlar
Marco Bong; Tim Lamers, Simon Kahm, Felix Miebach, Gian Luca Wester, Vesor Gashi, Kenan Sarvan, Niko Schachow, Marc Bruch (60. Felix Lamers), Rinor Latifi (67. Simon Hoffmann), David Förster.
Eintracht Hohkeppel II – CfB Ford Niehl 3:2 (2:1).
Die Hohkeppeler feiern im wichtigen Kellerduell den zweiten Saisonsieg und befreien sich vorerst aus der Abstiegszone. „Das ist eine Leistung, auf der wir aufbauen können“, kommentierte Hohkeppels Sportdirektor Kevin Theisen den Auftritt seiner Truppe ziemlich nüchtern. „Defensiv haben wir es gut gemacht und dem Gegner nur zwei Chancen gelassen. Sonst hatten wir das Spiel im Griff“, erklärte er.
Mustafa Demirbag hatte die Gastgeber in Führung gebracht, Lennart Friederichs den Ausgleich erzielt. Demirbag sorgte aber noch vor der Pause für das 2:1 für Hohkeppel. „Die zweite Halbzeit war völlig offen“, meinte Theisen, dessen Equipe durch Alexander Runkel schnell den nächsten Nackenschlag hinnehmen musste. Hohkeppels Nelly Megbe vergab anschließend zwei gute Gelegenheiten zur erneuten Eintracht-Führung, war aber in Minute 80 auch endlich erfolgreich und schwang sich zum Matchwinner auf. „Nach dem 3:2 haben wir es clever runtergespielt“, war Theisen mit dem Ergebnis zufrieden. (thg)
Tore
1:0 Mustafa Demirbag (24.), 1:1 Lennart Friederichs (28.), 2:1 Mustafa Demirbag (31.), 2:2 Alexander Runkel (55.), 3:2 Nelly Megbe (80.).
Eintracht Hohkeppel II
Rocco Zinnato; Luka Munetic (67. Nelly Megbe), Walter Famakinwa, Semi Paldir, Melih Özkan, Salvatore Giambra, Raban Laux, Mustafa Demirbag, Taha Taylan (46. Kaan Gözübüyük), Noah Becker (78. Kordian Sicinski), Kai Hense.
VfR Wipperfürth - SV Frielingsdorf 0:1 (0:1).