FUSSBALL

Mit Derby-Dreier zur Oktoberfestsause

lo; 23.10.2026, 23:40 Uhr
Fotos: Dietmar Scherbaum --- Wipperfürths Goalgetter Sam Kirschsieper (re.) hatte schweren Stand, hier sieht er sich mit Kevin Ufer und Jon Langen konfrontiert.
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Mit Derby-Dreier zur Oktoberfestsause

lo; 23.10.2026, 23:40 Uhr
Oberberg – Sturmtief „Luise“ zum Trotz lieferten sich der VfR Wipperfürth und der SV Frielingsdorf ein intensives Lokalduell, das in den Gästen einen verdienten Sieger fand.

VfR Wipperfürth - SV Frielingsdorf 0:1 (0:1).

 

[Tille Andres lässt Leon Dema keinen Millimeter Platz.]

 

An einem stürmischen Freitagabend hat der SV Frielingsdorf in einem intensiven Schlagabtausch gegen den Aufsteiger aus Wipperfürth einen verdienten Erfolg gefeiert und damit nicht nur den heutigen Gegner in der Tabelle überholt, sondern sich auch die an Spitze der internen Derby-Wertung in dieser Saison gesetzt. Zudem bereiteten die SVF-Kicker ihrem Coach Andy Dreiner ein vorgezogenes Geschenk zu dessen Geburtstag am Sonntag. Gefeiert wird das Ganze nun auf dem dreitägigen Oktoberfest im Dorf. „Das haben sich die Jungs verdient“, gab Dreiner unmittelbar nach dem Abpfiff die Party-Freigabe.   

 

Der Trainer war sehr froh über den Sieg gegen seinen Heimatverein: „Die erste Halbzeit kann man glaube ich nicht viel besser spielen. Wir hatten eine Vielzahl an Tormöglichkeiten. Da hat einfach das zweite oder dritte Tor gefehlt. Dann ist hier auch mehr Ruhe drin. Nach der Pause haben wir uns das Leben ein bisschen selbst schwer gemacht. Wir hatten nicht mehr die Genauigkeit im Ballbesitz und viele Ballverluste. Dadurch haben wir den Gegner am Leben gelassen. Das ist dann auch eine Qualität vom VfR, noch einmal einen Gang hochzuschalten. Trotzdem haben wir es sachlich wegverteidigt. Lukas Borkes musste nicht viel halten, aber die eine oder andere Box-Situation war schon gefährlich.“   

 

[Norbert Scheiders Team konnte sich nach dem Seitenwechsel steigern, zu etwas Zählbarem reichte es aber nicht.]

 

Die Gäste waren von der ersten Minute hellwach und erarbeiteten sich durch hohes Pressing und ihr variables Spiel ein klares Übergewicht. Im zentralen Mittelfeld hielten Etienne Parmentier, Marvin Bieg und Kevin Ufer die Zügel fest in der Hand – mit der Folge, dass die Wipperfürther praktisch über die gesamten ersten 45 Minuten der Musik hinterherliefen. Gute Einschussgelegenheiten für die Dreiner-Elf ließen nicht lange auf sich warten: Phil Schmidt fischte einen Bieg-Versuch aus dem unteren Eck (2.), der VfR klärte ein Zuspiel von Niklas Yegin in die Mitte unter höchster Bedrängnis (8.) und hatte Glück, dass Yegin lieber den schlechter postierten Leon Dema bedienen wollte, statt selbst abzuschließen (10.).

 

[Andy Dreiner sah einen verdienten Sieg seiner Mannschaft.]

 

In der 17. Minute fiel die Führung für den SVF: Die Hansestädter agierten auf der rechten Abwehrseite zu unentschlossen, Dema brachte die Kugel in die Zentrale und Yegin hielt das Füßchen hin – 0:1. Kurz darauf verpasste der Stürmer seinen zweiten Treffer, als er nach einem Bieg-Traumpass schon an Schmidt vorbei war, sich aber noch verzettelte (20.). Den ersten Torschuss für Wipperfürth gab wenig später Tim Kemmerich ab. Lukas Borkes begrub das Spielgerät bei seinem Comeback nach Verletzungspause unter sich (23.) – beobachtet von rund 150 unverzagten Zaungästen, die Wind und Regen stoisch hinnahmen.               

 

Die Frielingsdorfer verpassten im Anschluss den vorzeitigen Knockout für die Hausherren: Dema, abermals bedient vom starken Bieg, schlenzte das Leder mit links am Winkel vorbei und Bieg scheiterte nach einer Freistoßvariante am Pfosten (31., 38.). Ein ruhender Ball von Bieg aus dem Halbfeld wäre mit Windunterstützung beinahe im Gehäuse gelandet (44.).

 

[Leon Dema und Niklas Yegin bejubeln das Tor des Tages.]

 

Ansonsten waren die schwierigen äußeren Bedingungen kaum ein Thema, was auch daran lag, dass beide Teams spielerische Lösungen mit Kombinationen über den Boden suchten und auf die rustikale „Hoch und weit“-Option verzichteten. Nach dem Seitenwechsel waren die Wipperfürther deutlich präsenter, die großen Chancen blieben jedoch weitgehend aus. Der eingewechselte Luis Zapp brachte Belebung auf der linken Seite, mit seinem scharfen Pass von außen fand er allerdings keinen Abnehmer (73.). Ähnlich war es vorher Yegin auf der Gegenseite ergangen (57.).

 

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In der Schlussphase erhöhte die Equipe von Norbert Scheider den Druck, war nun spielbestimmend. Das letzte Quäntchen Durchschlagskraft ging dem VfR gegen in Sachen Zugriff etwas nachlassende Frielingsdorfer aber ab. Die Gäste versäumten derweil nach Kontern die endgültige Entscheidung: Sowohl Dema (74., 80.) als auch Bieg (84.) scheiterten am stark reagierenden Schmidt. So lag ein Lucky Punch für die Gastgeber noch in Reichweite, doch Borkes hielt einen Kopfball von Wael Majouj und Niklas Jung zielte nach einer Ecke von der Strafraumkante drüber (89., 90.+2).   

 

[Jonathan Schmidt hatte Raul Yorganci (re.) im Griff.]

 

VfR-Coach Norbert Scheider musste seiner Mannschaft den dürftigen Auftritt vor der Pause ankreiden: „Wir haben die gesamte erste Halbzeit nur reagiert, waren nicht eng genug bei den Gegenspielern und unser Spiel nach vorne hat sich auch nicht entfaltet, weil wir nicht lauffreudig waren und nie den Ball gefordert haben. In der zweiten Halbzeit war es umgedreht. Wir machen aber halt aus unserer Überlegenheit kein Tor. Dass man dann die Konter bekommt, kann man nicht vermeiden. Dafür haben wir Phil Schmidt hinten drinstehen. Mit der zweiten Halbzeit bin ich zufrieden, da waren wir auf Augenhöhe. Wir müssen daran arbeiten, von Anfang an da zu sein.“

 

Tore

0:1 Niklas Yegin (17.).

 

VfR Wipperfürth

Phil Schmidt; Tille Andres (63. Eduard Koop), Wael Majouj, Felix Schymatzek, Luca Börsch, Mats Heinzemann (82. Maximilian Müller), Marlon Burger (82. Enrico Januschewski), Niklas Jung, Raul Yorganci (46. Luis Zapp), Tim Kemmerich (46. Julian Dewald), Sam Kirschsieper. 

 

SV Frielingsdorf

Lukas Borkes; Daniel Okojie (78. Lorenzo Provenzano), Niklas Grumann, Frederik Orbach, Jon Langen, Jonathan Schmidt, Etienne Parmentier, Kevin Ufer, Marvin Bieg, Niklas Yegin (61. Justin Ufer), Leon Dema (90.+2 Philipp Schmidt).

 

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