FUSSBALL
Der Klassiker am Freitagabend: Landesliga-Derby steht vor der Tür
Oberberg - Unter Flutlicht messen sich der FV Wiehl und der SSV Homburg-Nümbrecht im Lokalduell - Die Hausherren benötigen Punkte für den Klassenerhalt, Blau-Gelb will auch das zweite Derby der Saison gewinnen.
Vorschau Landesliga (21. Spieltag)
FV Wiehl – SSV Homburg-Nümbrecht (Freitag, 20 Uhr).
Hinspiel: 2:4.
Es fehlen: Alexander Marks, Paul Neuendorff, Marvin Bollow, Rene Gailowitz, Kevin Derksen, Gino Lanfranco - Fritz Schäfer, Sebastian Ramspott, Dean-Robin Paes, Mouad Zaki.
Einsatz fraglich: keiner - Niklas Goße.
Zum Spiel: Es ist wieder Derbyzeit in der Landesliga: Am Freitagabend kreuzen der FV Wiehl und der SSV Homburg-Nümbrecht auf der Eichhardt die Klingen. Wie immer also, avanciert das Duell zum Fluchtlicht-Spektakel vor großer Kulisse. Im Hinspiel konnte sogar die 1.000-Besucher-Marke geknackt werden, allerdings war der Rahmen auch ein besonderer: Zum ersten Mal wurde ein Pflichtspiel im modernisierten Stadion der Nümbrechter ausgetragen.
Und die Begegnung selbst lieferte auch genügend Stoff für die mittlerweile gut gefüllten Derby-Geschichtsbücher. Nach der Wiehler Führung drehten die Hausherren zwischenzeitlich den Spieß um, bevor der eingewechselte Ali Can Gültekin den Gästen mit dem 2:2 in der Nachspielzeit vermeintlich den ersten Teilerfolg der Saison – zuvor hatte man fünfmal in Serie verloren – bescherte. Doch Nümbrecht schlug im Rahmen des dramatischen Schlussakkords tatsächlich noch einmal zurück und feierte mit dem 4:2-Sieg einen perfekten Einstand im runderneuerten Wohnzimmer.
Wiehl begann erst in der Folge mit dem Punktesammeln und arbeitete sich vom letzten Platz nach vorne. Gebannt ist die Gefahr jedoch keineswegs: Während der FV am vergangenen Wochenende dem Tabellendritten Lindenthal-Hohenlind unglücklich mit 0:1 unterlag, fuhren die Kellerkonkurrenten Schlebusch und Spich Siege ein, wodurch sich der Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz auf zwei Punkte reduzierte. Etwas Zählbares im „Homburger Klassiker“ stünde dem Team von Sascha Mühlmann also gut zu Gesicht.
Den großen Druck verspürt der Trainer aber im Gegensatz zum Match in der Hinrunde nicht. „Ich denke, diesmal können wir vom Kopf her etwas befreiter an die Aufgabe herangehen und vielleicht auch die Vorfreude ein bisschen genießen“, sagt Mühlmann. Selbst im Fall einer Niederlage würden die Gastgeber über dem Strich stehen, weil die SpVg. Flittard am Wochenende spielfrei hat und die Wiehler im Klassement somit nicht überholen kann.
19 Zähler hat die Mühlmann-Elf seit dem letzten Lokalschlager verbucht, lediglich einen weniger als der Kontrahent aus der Nachbargemeinde im selben Zeitraum. „Wir sind auf jeden Fall stabiler geworden – sowohl als Mannschaft als auch hinsichtlich unseres Defensivverhaltens. Vom Ansatz her werden wir im Derby nichts verändern“, stellt der Übungsleiter klar.
Die gegenwärtige Form des SSV lasse sich angesichts der jüngsten Ergebnisse schwierig einschätzen. „Man kann schon ein Auf und Ab bei ihnen erkennen, wobei sie durch den Sieg gegen Blau-Weiß Köln wahrscheinlich ein bisschen Selbstvertrauen getankt haben. Letztlich schauen wir aber nur auf uns und dann warten wir mal ab, was Nümbrecht uns am Freitag anbietet“, hebt Mühlmann hervor. Alexander Marks wird in dieser Spielzeit aller Voraussicht nach nicht mehr zum Einsatz kommen. Gegen Lindenthal zog er sich eine schwere Sprunggelenksverletzung zu. Neben Bänderrissen wird sogar ein kleiner Bruch befürchtet. Da sich die U19 in der Osterpause befindet, ist damit zu rechnen, dass der eine oder andere A-Junior zum Kader stößt.
SSV-Coach Marcus Voike hat erst sein zweites oberbergisches Derby vor der Brust. „Ich habe das jetzt einmal mitgemacht und weiß, dass das Spiel für beide Mannschaften das wichtigste des Jahres ist. Ich habe meinen Jungs gesagt, dass sie den vergangenen Sonntag genießen sollen, doch ab Montag gilt nur noch die Vorbereitung auf Freitag. Bei allen Derbys war es bisher so, dass der aktuelle Tabellenplatz keine Rolle gespielt hat“, will sich Voike nicht vom jüngsten Dreier gegen Blau-Weiß Köln blenden lassen und auch die Favoritenrolle nicht übernehmen. „Das erste Spiel war ja schon auf Messers Schneide. Aber das Spiel ist eben erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abpfeift“, erinnert sich Voike an den spektakulären Spielverlauf.
Bezeichnend für die Erfolgsstrategie war, dass die Wende im Hinrundenderby nach einer Ecke eingeleitet wurde. Joscha Trommlers Hereingabe verwertete Henry Schäumer zum 3:2. Auch in den jüngsten Spielen gegen den SV Schlebusch und Blau-Weiß Köln waren Standards eine scharfe Waffe der Nümbrechter, die jeweils nach Ecken in Führung gingen. „Das ist im Moment unser Faustpfand. Es kann uns aber egal sein, ob ein Fallrückzieher nach 23 Ballstationen im Tor landet oder ein Kopfball nach einer Ecke. Es gibt dafür kein Extrasternchen“, so Voike.
In die Taktikkiste lässt er sich nicht schauen und hält sich die Optionen offen, „draufzugehen“, oder eher abwartend zu agieren. Motivationsreden müsse er nicht halten. „Normalerweise überlegt man sich ja, was man für Geschichten erzählt und was man für eine Ansprache hält. Aber am Freitag muss ich nicht viel sagen. Die Jungs sind heiß.“ Verzichten muss er dabei unter anderem auf Dean-Robin Paes, der eine Gelbsperre absitzt. Im Hinspiel gehörte der Angreifer noch zu den Torschützen.
Es wird übrigens nicht das letzte Aufeinandertreffen der beiden Ligarivalen in dieser Saison bleiben: Ende April bekommen sie es, wie schon im Vorjahr, im Kreispokal miteinander zu tun. Die Viertelfinalpartie findet in Nümbrecht statt.
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