FUSSBALL

Der Personalmisere getrotzt: Frielingsdorf liegt im Soll

lo; 31.12.2025, 14:21 Uhr
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Archivfoto: Michael Kleinjung --- Andy Dreiner und der SV Frielingsdorf liegen in der Bezirksliga auf Kurs Klassenerhalt.
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Der Personalmisere getrotzt: Frielingsdorf liegt im Soll

lo; 31.12.2025, 14:21 Uhr
Lindlar - Der SV Frielingsdorf hat nach seiner Rückkehr in die Bezirksliga eine zufriedenstellende erste Saisonhälfte absolviert, obwohl Coach Andy Dreiner mit vielen Ausfällen zu kämpfen hatte - OA sprach mit dem Trainer über die bisherige Bilanz und die Aussichten fürs neue Jahr.

Am letzten Spieltag der vergangenen Saison feierte der SV Frielingsdorf im Derby gegen den VfR Wipperfürth die triumphale Rückkehr in die Bezirksliga. Vor stolzer Kulisse in der heimischen ONI-Arena wurde der direkte Konkurrent mit 3:0 geschlagen und noch vom zweiten Platz, der neben der Pole Position, die sich der Heiligenhauser SV sicherte, ebenfalls zum Aufstieg berechtigte, verdrängt. Die Begegnung war zugleich die letzte Amtshandlung von Coach Christoph Liehn, der frühzeitig angekündigt hatte, eine Fußballpause einlegen zu wollen. Als Nachfolger stellte der Verein Andy Dreiner vor. Der B-Lizenz-Inhaber war zuvor lange als Spieler und Trainer beim SV Bergisch Gladbach 09 aktiv.  

 

Er übernahm eine funktionierende Einheit, in der es kaum personelle Veränderungen gab. Somit konnte Dreiner auf gewachsene Strukturen zurückgreifen, was sich im Verlauf der Hinrunde positiv bemerkbar machen sollte. Nach einer zufriedenstellenden Vorbereitung begann die Meisterschaft mit einem Paukenschlag. Zum Auftakt gelang den Frielingsdorfern ein spektakulärer 6:5-Sieg bei Schwarz-Weiß Köln. Es sollte nicht der letzte Krimi bleiben, an dem der SVF beteiligt war. Später folgten unter anderem noch ein 7:3 gegen Brühl und ein 4:4 gegen den FC Rheinsüd Köln inklusive einer wilden Schlussphase. Außenstehende kamen bei den Torfestivals voll auf ihre Kosten, Dreiner hätte sich gewiss weniger Dramen bzw. – Zitat – „Kirmesspiele“ gewünscht.

 

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Nach einem guten Start mit acht Zählern aus den ersten vier Partien geriet beim Liga-Neuling Sand ins Getriebe, primär verursacht durch eine ungeahnte Verletzungsmisere. Wochenlang bewegte sich die Zahl der fehlenden Kicker im zweistelligen Bereich, mancher Kicker musste permanent auf „fachfremden“ Positionen aushelfen. „Ich bin kein Freund davon, das als Ausrede zu nehmen, aber eine solche Menge an Ausfällen habe ich in diesem Ausmaß noch nicht erlebt“, sagt Dreiner, dessen Team der Not trotzte und erstaunliche Nehmerqualitäten unter Beweis stellte. „Die Jungs, die in die Bresche gesprungen sind und zum Teil vielleicht nicht mit so viel Einsatzzeit gerechnet haben, haben es überragend gemacht. Die Mannschaft hat an einem Strang gezogen und ist nach Rückschlägen immer wieder zurückgekommen“, lobt Dreiner die Moral seiner Schützlinge.

 

Wenngleich Negativresultate nicht zu verhindern waren, rutschte Frielingsdorf nie in bedrohliche Tabellengefilde ab. Selbst gegen die Klubs aus dem vorderen Drittel präsentierte sich die Dreiner-Elf konkurrenzfähig, knöpfte zum Beispiel Jan Wellem Bergisch Gladbach und Rheinsüd Köln jeweils einen Zähler ab. „Wir haben ein paar verdiente Niederlagen kassiert, auch weil die individuelle Qualität bei den Gegnern sehr hoch war. Ich kann mich aber an kein Spiel erinnern, wo wir komplett chancenlos waren“, so Dreiner. Zudem hielt man sich in den Duellen gegen die Widersacher aus dem eigenen Dunstkreis fast ausnahmslos schadlos. Mit dem abschließenden 4:2-Sieg gegen den TFC Köln knackte Frielingsdorf die 20-Punkte-Marke – eine mehr als solide Basis für den Klassenerhalt.

 

„Aus den personellen Möglichkeiten, die wir hatten, haben wir das Optimale herausgeholt, wir können mit der Ausbeute sehr zufrieden sein. Wichtig ist auch, dass wir uns schon einen recht komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsplätze erarbeitet haben“, bilanziert Dreiner. Am aktuellen Torverhältnis (41:36) lässt sich erkennen, wo die Stärken der Frielingsdorfer liegen – und wo noch Verbesserungspotenzial schlummert. „Wir müssen ein Stück weit erwachsener werden, was die Defensivarbeit angeht, konsequenter verteidigen und die individuellen Fehler abstellen. Offensiv haben wir es bislang gut gemacht, uns in jedem Spiel Chancen erarbeitet“, erläutert der Coach.          

 

Die Hoffnung besteht, dass in der Wintervorbereitung der eine oder andere Rekonvaleszent dazustößt. Übers Knie brechen werde man allerdings nichts, wie Dreiner betont. „Einige Jungs benötigen noch Zeit, bis sie wieder zur Verfügung stehen. Ihnen müssen wir die nötige Zeit geben und sie langsam heranführen.“ Am 13. Januar findet die erste Trainingseinheit des neuen Jahres statt.          

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