FUSSBALL

Derby-Vollbedienung: Oberbergisches Quartett direkt auf Betriebstemperatur

lo, thg; 27.08.2026, 10:00 Uhr
Archivfoto: Michael Kleinjung --- Wipperfürths Sam Kirschsieper und der Lindlarer Tim Schmitz beim letzten Aufeinandertreffen im März - Schmitz wird beim Wiedersehen am Sonntag wegen einer Knieverletzung fehlen.
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Derby-Vollbedienung: Oberbergisches Quartett direkt auf Betriebstemperatur

lo, thg; 27.08.2026, 10:00 Uhr
Oberberg - In der Bezirksliga stehen zum Saisonauftakt zwei Lokalkracher auf dem Programm: Hohkeppels neuformierte Reserve empfängt den SV Frielingsdorf, in Lindlar kommt es zum Duell der Aufsteiger.

Vorschau Bezirksliga (1. Spieltag)

 

Eintracht Hohkeppel II – SV Frielingsdorf (Sonntag, 13 Uhr).

 

Es fehlen: keiner - Laurin Schenk, Luca Everding, Yannick Blumberg.

 

Einsatz fraglich: keiner - Niklas Yegin, Etienne Parmentier.

 

Zum Spiel: Für die neuformierte Hohkeppeler Zweitvertretung beginnt die Bezirksligaspielzeit gleich mit einem Knaller gegen den Gemeinderivalen aus Frielingsdorf. Für die Hausherren ist es trotz guter Ergebnisse in der Vorbereitung die erste echte Standortbestimmung. Denn ein Großteil der Mannschaft hat in der vergangenen Spielzeit noch für die Drittvertretung in der Kreisliga B gekickt und dort den Aufstieg ins Kreisoberhaus geschafft. Nur wegen des Rückzugs der ehemaligen Landesligatruppe der Eintracht übersprang man sozusagen eine ganze Klasse.

 

„Wir freuen uns sehr auf den Saisonauftakt. Wir sind gut vorbereitet und haben viele Abläufe trainiert. Natürlich ist da noch viel Luft nach oben, aber das werden wir in der Saison noch aufgreifen. Dabei werden uns die Spiele in der Liga helfen. Das gehört dazu“, ist sich Eintrachts Trainer Jesse Muambay im Klaren darüber, dass die Anpassung an die Bezirksliga für einige im Kader noch ein wenig dauern werde. „Aber die Jungs haben sich wunderbar entwickelt in der Vorbereitung. Sie hatten viel Spaß, haben aber auch viel gelitten und ordentlich Gas gegeben. Die Jungs sind einige Schritte weiter, als noch in der vergangenen Saison.“ Dass die Spielzeit gleich mit einem Lokalkampf beginnt, ist für die Hohkeppeler kein großes Thema.

 

Muambay konzentriert sich auf das Sportliche und denkt ergebnisorientiert. „Wir wollen die drei Punkte zu Hause behalten. Aber wir wissen auch um die Gefährlichkeit der Frielingsdorfer und kennen ihre Stärken und Schwächen. Es ist unser Heimspiel und deshalb wollen wir dominant auftreten. Wir haben keine Angst und wissen, dass unsere Qualität ausreicht, um jeder Mannschaft in der Liga gefährlich zu werden. Das haben auch die Testspiele gegen die Landesligisten Blau-Weiß Friesdorf und SV Kurdistan bewiesen. Unsere Mannschaft ist da gut aufgestellt“, geht Muambay selbstbewusst in den Ligaauftakt. Der Kader ist komplett. Ob es Verstärkungen aus der Mittelrheinliga gibt, bleibt offen.

 

Die Analyse des ersten Kontrahenten der Saison 2026/2027 fällt dem Frielingsdorfer Trainer Andy Dreiner schwer, denn die Gastgeber sind nach ihrem „Facelifting“ die große Unbekannte der Liga. Ein paar Informationen über Grundformation und taktische Ausrichtung habe er durch die Testmatches der Hohkeppeler in Erfahrung bringen können, „doch insgesamt ist es schwierig, sich auf dieses Spiel vorzubereiten. Wir wissen einfach nicht, was personell auf uns zukommt. Hohkeppel ist eine große Wundertüte, gerade am ersten Spieltag“, führt Dreiner aus.

 

Er rechnet fest damit, dass einige Kicker aus dem Kader der 1. Mannschaft des SVE hinzustoßen werden, „letztlich geht es aber darum, dass wir nur auf uns schauen. Für uns ist wichtig, mit positiven Ergebnissen in die Saison zu starten. Das kann einen beflügeln und in den ersten Wochen auch tragen“, weiß Dreiner um die Wichtigkeit eines guten Starts. Für den SVF steht nächste Woche schon das nächste Nachbarschaftstreffen auf dem Programm, wenn der TuS Lindlar in der ONI-Arena gastiert.

 

Nach Angaben des Coaches waren die letzten drei Wochen der Vorbereitung von recht vielen Ausfällen geprägt. Inzwischen füllt sich das Aufgebot wieder, sodass – Stand jetzt – lediglich die Langzeitverletzten sicher ausfallen werden. Allerdings bangt Dreiner noch um die Einsätze von Niklas Yegin, der sich im Kreispokal gegen Dürscheid verletzt hatte, und Etienne Parmentier. Ungeachtet dessen sei die Vorfreude auf die neue Spielzeit und die Lokalkracher zum Auftakt groß. „Solche Gemeindederbys sind immer etwas Besonderes. Wir wollen mit Spaß, aber auch viel Leidenschaft rangehen. Die Jungs kennen sich mit den Derbys besser aus als ich, extra motivieren braucht man da keinen mehr. Den einen oder anderen muss man wahrscheinlich sogar eher bremsen“, sagt Dreiner. (thg/lo)    

 

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TuS Lindlar – VfR Wipperfürth (Sonntag, 15:15 Uhr).

 

Es fehlen: Ervin Novakaj, Roberto Bruni, Anno Tekotte, Fabio Römer, Jack Devern, Luca Jansen, Marc Bruch, Marius Mukherjee, Tim Schmitz, David Förster, Max Frangenberg - Mats Heinzemann, Theo Kruschinski.

 

Einsatz fraglich: Vesor Gashi - Wael Majouj.

 

Zum Spiel: Ein frühes Wiedersehen feiern die beiden oberbergischen Bezirksliga-Aufsteiger, die sich in der vergangenen Saison noch um die Meisterschaft in der Kreisliga A gestritten haben, wobei die Wipperfürther dem TuS dank einer perfekten Rückrunde (15 Siege in 15 Spielen) bald die Rücklichter zeigten und sich den Titel in souveräner Manier sicherten. Lindlar musste den Konkurrenten ziehen lassen, punktete aber weiterhin zuverlässig und verteidigte den zweiten Platz vor dem TuS Homburg-Bröltal. Mit der Ausbeute erreichte man in der Quotientenwertung der Kreisliga-A-Vizemeister Rang zwei und schaffte somit ebenfalls die Rückkehr in die Bezirksliga.

 

Das letzte Duell fand Mitte März im Volksbank-Parkstadion statt, die Gäste siegten mit 4:1. Dass die Hansestädter im TuS-Wohnzimmer erneut triumphieren, möchten die Hausherren unbedingt verhindern. Die personelle Lage ist indes alles andere als rosig: Elf Spieler - darunter viele Routiniers - stehen verletzungs- oder urlaubsbedingt nicht zur Verfügung, zudem wackelt der Einsatz von Vesor Gashi. Immerhin: Die Rückkehr der meisten Kicker ist absehbar. Tim Schmitz muss sich allerdings einer Knie-OP unterziehen und fällt bis auf Weiteres aus.

 

Als Alibi soll die dünne Spielerdecke nicht herhalten, wie Marcel Besgen vom Trainerteam klarstellt: „Jeder, der spielen wird, will in der Bezirksliga spielen und soll das auch zeigen. Wir gehen nicht auf den Platz und sagen, dass wir der Favorit sind und den Gegner abschießen werden. Aber wir wollen das Spiel gewinnen.“ Ein Lindlarer Sturmlauf ist auch aufgrund des Personalangebots nicht zu erwarten. „Wir müssen am Sonntag über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen und versuchen, den Individualisten der Wipperfürther - Raul Yorganci, Niklas Jung oder Sam Kirschsieper - keinen Raum zu bieten“, so Besgen zur Marschroute fürs Derby.

 

Das Ziel sei, aus dem vorhandenen Tempo in der eigenen Offensivabteilung Kapital zu schlagen – über schnelle Umschaltsituationen. „Wir haben genügend Jungs, die die nötige Schnelligkeit mitbringen“, erklärt der Co-Trainer. Wie das Videostudium der 1:4-Pleite gegen den VfR im Frühjahr offenbarte, resultierten drei Gegentore aus krassen (individuellen) Schnitzern der Akteure im grün-weißen Dress. „Das können wir uns am Sonntag nicht erlauben. Die Fehlerquote muss möglichst gering sein“, schildert Besgen.      

 

Aufseiten der Gäste ist man mit dem Verlauf der „Pre-Season“ sehr zufrieden. Die Mannschaft präsentierte sich in guter Frühform und es gibt kaum Ausfälle zu beklagen. Lediglich der langzeitverletzte Theo Kruschinski und Mats Heinzemann, der noch eine Rotsperre aus der vergangenen Spielzeit absitzen muss, fallen am Sonntag aus. „Wir sind jetzt auch froh, dass es endlich losgeht“, freut sich Coach Norbert Scheider auf den Ligastart gegen den Klub, für den er – zwischen seinen Engagements in Wipperfürth – von 2018 bis 2022 an der Seitenlinie stand.

 

„Die Vorbereitung auf das Spiel fällt nicht schwer. Wir kennen die Lindlarer und sie kennen uns. Ich rechne mit einem engen Spiel und es wird auch ein bisschen von der Tagesform abhängen. Wer weniger Fehler macht und die des Gegners besser ausnutzt, wird das Spiel gewinnen“, erläutert der VfR-Trainer, dessen Team in der 1. Pokalrunde gegen den Underdog TV Herkenrath einen Schuss vor dem Bug erhielt. Der knappe 3:2-Erfolg gegen den C-Ligisten war schmeichelhaft für den Favoriten.

 

„Es gibt so Tage, wo nichts läuft“, hat Scheider den schwachen Auftritt gedanklich abgehakt. „Man hat aber noch einmal gesehen, dass wir gegen jeden immer 100 Prozent abrufen müssen. Sonst wird es schwierig für uns.“ Angesichts der starken Testspielergebnisse können die VfR-Fußballer mit breiter Brust und viel Selbstvertrauen anreisen. Ins offene Messer wolle man dem Widersacher jedoch nicht laufen, wie Scheider anmerkt. „Es wird erst einmal darum gehen, Ballverluste zu verhindern und kompakt und sicher zu stehen. Lindlar hat vorne schnelle Leute und wird versuchen, über Umschaltaktionen zum Erfolg zu kommen. Da müssen wir wachsam sein.“ (lo) 

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