FUSSBALL
Die Fahrstuhltür soll geschlossen bleiben
Lindlar – Der TuS Lindlar nimmt einen erneuten Anlauf, um in der Bezirksliga Fuß zu fassen – Die Mannschaft will das Waterloo aus der Saison 2024/2025 geradebiegen – Vorbereitung verläuft schleppend.
2024 durfte der TuS Lindlar den Aufstieg in die Bezirksliga bejubeln, doch die grün-weiße Euphorie war schnell verfolgen. Nach einer katastrophalen Saison nebst zwischenzeitlichem Trainerwechsel stieg der Klub im Jahr seines 100. Jubiläums sang- und klanglos wieder ab. Letztlich wurden mickrige 13 Punkte verbucht, beinahe riss man sogar die 100-Gegentore-Marke. Die vergangene Spielzeit wurde unter das Motto der Konsolidierung gestellt. Zwar sollte die Mannschaft nach Vorstellung der Verantwortlichen im Vorderfeld der Kreisliga A mitmischen, die Rückkehr in die Bezirksliga nahm man allerdings eher mittelfristig ins Visier.
Doch es kam anders: Relativ schnell setzten sich Bröltal, Wipperfürth und Lindlar in der Tabelle ab und lieferten sich einen Dreikampf an der Spitze. Dabei kristallisierte sich früh heraus, dass auch die Vizemeisterschaft zum Aufstieg reichen würde. Ein Meilenstein war der Erfolg im hitzigen Top-Duell gegen den THB. Die Wipperfürther enteilten im weiteren Verlauf, doch Lindlar gelang es, den zweiten Platz gegen die Bröltaler zu verteidigen und – wie vor zwei Jahren – über die Quotientenwertung aufzusteigen.
[Coach Arlind Oseku und der TuS Lindlar haben sich den Ligaverbleib auf die Fahne geschrieben.]
Ist der TuS eine Fahrstuhlmannschaft? Die meisten Kicker haben das sportliche Desaster seinerzeit miterlebt und möchten den Gegenbeweis antreten. Und das soll, so die Hoffnung, mehr ein motivierender als ein hemmender Faktor sein. „Die Jungs, die damals mit dabei waren, wissen, wie es gelaufen ist, und wollen es unbedingt geradebiegen“, sagt Marcel Besgen vom Trainerteam.
Die Vorbereitung verläuft – und hier tut sich eine Parallele zu 2024 auf – jedoch schleppend. Urlaubsbedingte Abwesenheiten und Verletzungen trüben das Bild und haben automatisch einen Einfluss auf die Vorstellungen in den Testspielen. Immerhin: Im ersten wirklichen Härtetest gegen den Ligakonkurrenten SV Deutz 05 II (2:2) wusste Lindlar über weite Strecken zu überzeugen. Letztlich sei die angespannte Personallage aber kein Alibi, findet Besgen. „Damit müssen andere Mannschaften auch leben.“ Zufrieden ist der Trainerstab mit der Entwicklung der Talente aus dem eigenen Nachwuchsstall, die externen Neuzugänge kennen sich in der Liga aus. Alle Transferwünsche gingen indes nicht in Erfüllung.
Dass sich der Kader pünktlich vor dem Ligastart langsam weitgehend vervollständigt – Fabio Römer und Luca Jansen müssen derzeit angeschlagen pausieren - , stimmt die Coaches zuversichtlich. Klar ist aber auch, dass die Lindlarer wahrscheinlich noch ein paar Wochen benötigen, um die volle Leistungsstärke zu erreichen. Dass gleich zum Auftakt die Lokalkracher gegen Mitaufsteiger Wipperfürth und Gemeindenachbar Frielingsdorf auf dem Programm stehen, empfindet Besgen vor diesem Hintergrund gar nicht mal als Nachteil. „Solche Derbys und die Emotionalität in diesen Spielen können ja auch immer Kräfte freisetzen, von denen man glaubt, dass sie noch gar nicht vorhanden sind“, betont er.
Hinsichtlich der taktischen Ausrichtung werden die Lindlarer im Vergleich zur Kreisliga A mit etwas gebremstem Schaum agieren. Zuallererst geht es darum, die Defensive stabil zu halten und individuelle Fehler zu minimieren - die Hauptfaktoren für das schwache Abschneiden in der Abstiegssaison. „Vieles ist einfach Kopfsache“, ergänzt Besgen. „Wichtig wird sein, sich von Rückschlägen wie einem Gegentor nicht aus dem Konzept bringen zu lassen und weiterzumachen.“
Im 4-4-2 und 4-3-3 wurden zuletzt die meisten Partien bestritten, „wir spielen aber auch mit Dreier-/Fünferkette. Wir wollen variabel sein und erreichen, dass sich die Mannschaft in jedem System wohlfühlt“, erläutert Besgen. In der Offensive wird es vornehmlich darum gehen, das Tempo von Spielern wie Niko Schachow, Jack Devern oder Felix Lamers zu nutzen, um Umschaltsituationen zu kreieren. Dass die Lindlarer diejenigen sein werden, die das Spiel gestalten müssen, wird wohl eher selten vorkommen.
Jan Wellem Bergisch Gladbach ist nach Meinung von Besgen der Meisterkandidat Nummer eins. DJK Südwest Köln und den Neuling Weiler-Volkhoven sieht er personell ebenfalls stark genug aufgestellt, um im Kampf um den Aufstieg ein Wörtchen mitzureden. Derweil steht für Lindlar nichts als der Klassenerhalt im Fokus. „Wir wollen es besser machen als beim letzten Mal und zeigen, dass wir in die Liga gehören und in der Liga bleiben wollen“, so Besgen.
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[Die Coaches mit den Neuzugängen.]
Zugänge
Felix Lamers, Felix Miebach, Linus Möckel (alle eigene U19), Simon Hoffmann (SSV Süng), Ervin Novakaj (TuS Weiershagen), Roberto Bruni (zuletzt Eintracht Hohkeppel II)
Abgänge
Lorenzo Provenzano (SV Frielingsdorf), Roger Sauer (Umzug/Zweitspielberechtigung für den TuS Immekeppel), Christian Schreiner (Fußballpause), Steffen Kree (Fußballpause)
Der Kader
Tor
Marco Bong , Simon Schreiner
Abwehr
Anno Tekotte, Fabio Römer, Simon Kahm, Luca Jansen, Max Frangenberg, Lukas Dappen, Felix Miebach
Mittelfeld
Monty Devern, Vesor Gashi, Florian Skrypczak, Gian Luca Wester, Tim Lamers, Tim Schmitz, Marius Mukherjee, Felix Eiting, Kenan Sarvan, Jack Devern, Linus Möckel, Simon Hoffmann, Roberto Bruni, Ervin Novakaj
Angriff
David Förster, Rinor Latifi, Felix Lamers, Marc Bruch, Niko Schachow
Trainer
Arlind Oseku (wie bisher)
Spielender Co-Trainer
Felix Eiting
Co-Trainer/Torwarttrainer
Marcel Besgen
Athletiktrainer
Thorsten Mierau
Physiotherapeut
Fynn Müller
Sportliche Leitung
Raimund Kiuzauskas, Anton Zeka
Teammanager
Andreas Keßler
Betreuer
Phil Höller