FUSSBALL

Die rosarote Brille trägt keiner mehr

jlo; 11.08.2026, 18:00 Uhr
Fotos: Dietmar Scherbaum.
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Die rosarote Brille trägt keiner mehr

jlo; 11.08.2026, 18:00 Uhr
Wiehl - Trainer Sven Reuber hat mit dem BSV Bielstein einen Drei-Jahres-Plan im Blick - Kader wurde aufgrund vieler Ausfälle aufgestockt - Neuerliche Zitterpartie soll vermieden werden.

Von Jürgen Lorenz

 

Trainer Sven Reuber hatte es zwar geahnt, „aber es gab genügend Leute, die in Bielstein mit rosaroter Brille rumgelaufen sind, die gedacht haben, dass es so weitergeht wie in der Kreisliga B“, erinnert sich der Bielsteiner Coach. Die Bilanz nach fünf Spieltagen sollte dem letzten „Träumer“ die Augen geöffnet haben: Fünf Niederlagen, 8:25 Tore. Erst am 6. Spieltag durfte der damalige Aufsteiger sich dank des 4:2-Erfolgs gegen Bensberg über die ersten Zähler freuen. „Wir waren für die Liga zu unerfahren und haben zu Beginn mächtig Lehrgeld bezahlt“, betont Reuber.

 

[Sven Reuber will sich mit dem BSV Bielstein in der Kreisliga A etablieren.]

 

Bis zur Winterpause lief es bei den Bierdörflern nicht wirklich besser. Neben zahlreichen Ausfällen zeigten einige Akteure massive Einstellungsprobleme, die sich erbarmungslos offenbarten. Ganze zwölf Zähler zum Jahreswechsel waren deutlich zu wenig, um von einer ruhigen Weihnachtspause zu sprechen. „Dann sind unfassbar viele Dinge passiert, die ich so auch noch nicht erlebt habe“, stöhnt Reuber mit dem Blick in den Rückspiegel.

 

Die Spieler standen aus allen möglichen Gründen nicht zur Verfügung: Familiäre Dinge, Krankheit oder Verletzungen rissen immer wieder enorme Löcher in die Personaldecke. „Vornehmlich von ganzen Mannschaftsteilen. Mal waren es drei, vier Stürmer, die gleichzeitig ausfielen, dann vier, fünf Abwehrspieler, die fehlten.“ Jonathan Colignon, Gianluca Karrasch und Felix Dietrich (alle Kreuzbandriss) stehen in dieser Saison ebenfalls bis auf Weiteres nicht zur Verfügung.

 

Trotz aller Widrigkeiten schaffte es der BSV, in der Endabrechnung weitere 20 Zähler auf der Habenseite zu verbuchen und den Ligaverbleib klarzumachen. „In dieser Phase haben uns die A-Jugendlichen enorm geholfen“, freut sich Reuber riesig über die Einstellung der Nachwuchskicker in dieser Phase. Artur Klewno, Nouhan Kone, Marco Nölken, Damien Zmuda und Leandro Reinelt rücken nun alle fest in den Kader der 1. Mannschaft auf. Till Risch, Leon Henseleit und Andreas Miller waren beim SSV Homburg-Nümbrecht II in Ungnade gefallen und trainieren bereits einige Monaten mit. „Sie zeigen eine sehr gute Mentalität und sind echte Verstärkungen“, erklärt Reuber, der das Aufgebot in der Breite nun besser aufgestellt sieht als noch in der Vorsaison.

 

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„Es sind immer viele Leute beim Training und wir können die Abläufe sehr gut trainieren“, will sich der Trainer nicht auf ein einziges System verlassen. Das bewährte 3-5-2 sei sicherlich noch immer in der Verlosung, aber auch ein 4-1-4-1 oder ein 4-3-3 seien denkbar. „Wir möchten möglichst flexibel sein.“ Zudem sollen wieder mehr Tore aus den herausgespielten Chancen generiert werden. „In der Kreisliga B war es noch ein Verhältnis von sieben Treffern bei zehn Versuchen. In der Liga A waren es höchstens drei Tore bei der gleichen Anzahl von Chancen“, rechnet der Coach vor.

 

In der sehr ausgeglichenen Liga bezeichnet Reuber Union Rösrath als einen der Favoriten. „Außerdem wird der TuS Homburg-Bröltal wieder eine gute Rolle spielen, ebenso wie der FC Bensberg.“ Die vier Aufsteiger sind seiner Meinung nach allesamt für die Liga gewappnet. Der Derschlager Borussia traut er sogar einen Überraschungscoup zu. „Es wird aber nicht die Mannschaften geben, die alleine vorneweg marschieren.“ Den zwölften Platz aus dem Vorjahr würde Reuber gerne verbessern – auch um den gesteckten Drei-Jahres-Plan einzuhalten: „Erstes Jahr Klassenerhalt, zweites Jahr oberes Mittelfeld, drittes Jahr…Sag ich noch nicht.“

 

[Das Trainerteam mit den Neuzugängen.]

 

Zugänge

Till Risch, Leon Henseleit, Andreas Miller (alle SSV Homburg-Nümbrecht II), Artur Klewno, Nouhan Kone, Marco Nölken, Damien Zmuda, Leandro Reinelt (alle eigene U19)

 

Abgänge

Marco Meyer, Dion Semiz, Salvatore Frusteri (alle Ziel unbekannt), Julian Schnitzler, Christoph Schulze-Edinghausen (beide Laufbahn beendet)

 

Der Kader

 

Tor

Daniel Valbert, Florian Nitt, Leandro Reinelt

 

Abwehr

Alex Balandin, Timo Danner, Leon Hühn, Corvin Kaiser, Nikolas Mennicken, Niklas Meyer, Artur Klewno, Andreas Miller, Habib Sakaoglu

 

Mittelfeld

Jonathan Colignon, Philipp Cramer, Leandro Del Giudice, Gianluca Finocchiaro, Felix Dietrich, Leon Henseleit, Julian Kaminke, Gianluca Karrasch, Tim Nowak, Marco Nölken, Till Risch

 

Angriff

Thorge Hansohn, Fabian Klöckner, Nouhan Kone, Bastian Buik, Maximilian Sackner, Damien Zmuda

 

Trainer

Sven Reuber

 

Co-Trainer

Serkan Mutlu, Felix Dietrich

 

Torwarttrainer/Betreuer

Thomas Weber

 

Sportlicher Leiter

Timo Danner

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